Filmchen geteilt

Sex-Video im MK: Verbreiterin steht vor Anklage

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Der öffentliche Sex-Akt eines Paares am Eiringhauser Bahnhof hatte für die daran Beteiligten keine strafrechtlichem Folgen, wohl aber für die Verbreiterin des Sex-Videos.

Plettenberg – Ein Bahn-Verkehr der etwas anderen Art sorgte im Oktober letzten Jahres für Aufregung, denn mitten auf dem zu diesem Zeitpunkt leeren Bahnsteig vergnügte sich ein Pärchen in ungenierter Form. Das Pikante: Ein Anwohner filmte das muntere Treiben per Handy-Kamera.

Die mittlerweile ermittelten Zeugen gaben an, dass die junge Frau auf dem Bahnsteig sehr angetrunken gewesen sei. Als es dann zum Geschlechtsakt gekommen sei, hätten die Anwohner im ersten Moment eine Vergewaltigung befürchtet und das Treiben per Handy gefilmt. 

Nach dem Akt der beiden jungen Leute begab sich der Videofilmer selbst zum Bahnsteig. Nach den Angaben der Polizei habe der kurz zuvor in den Geschlechtsakt verwickelte junge Mann in diesem Moment – es war Freitag gegen 19 Uhr – alleine den Abellio-Zug in Richtung Siegen bestiegen.

Der Zeuge alarmierte daraufhin die Polizei und meldete eine hilflose Person am Bahnsteig, da die angetrunkene Frau allein aufgefunden wurde. Den dann eintreffenden Polizeibeamten sagte der Zeuge und Videofilmer allerdings nichts von seinem Filmchen und dem Anfangsverdacht einer Vergewaltigung. 

Sex auf dem Bahnhsteig: Frau steigt in Zug

Die alkoholisierte junge Frau machte in dieser Hinsicht ebenfalls keine Angaben und sagte, dass sie auf einen Bekannten gewartet habe. Da es ihr augenscheinlich besser ging, bestieg sie den nächsten Zug in Richtung Altenhundem. Sie musste sich wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verantworten. 

Der am "Bahn-Verkehr" beteiligte junge Mann stieg direkt nach dem Akt in einen Abellio-Zug in Richtung Siegen. Seine Identität ist unbekannt.

Zu einer Zeugenbefragung der Polizei, bei der die Kriminalpolizei auch den am "Bahn-Verkehr" beteiligten jungen Mann ausfindig machen wollte, erschien die junge Frau nicht. Das Verfahren gegen sie wurde nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Dr. Pauli wegen Geringfügigkeit von der Staatsanwaltschaft Hagen eingestellt. Anders wäre es gewesen, wenn sich andere Fahrgäste oder gar Kinder zeitgleich auf dem Bahnsteig befunden hätten. 

Sex-Video gedreht: Verfahren anhängig

Anhängig ist bei der Staatsanwaltschaft allerdings auch ein weiteres Verfahren gegen die Zeugen und Video-Filmer wegen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch die Verbreitung von Filmaufnahmen. Denn der Liebesakt in der Öffentlichkeit war das eine – doch die Verbreitung des Videos das andere, denn es besteht das „Recht am eigenen Bild“. Und das Video verbreitete sich tausendfach.

 Die Ehefrau des Zeugen verschickte das Video nach der Rückkehr ihres Mannes an zwei Freundinnen mit dem Hinweis: „Schaut mal, was in Plettenberg am helllichten Tag passiert.“ Danach, so der Polizeibeamte, hätten die Freundinnen das Video an eine Whatsapp-Gruppe in Plettenberg weitergeleitet. Und in der Folge wurde das Video massenhaft weiter versendet.

Die Staatsanwaltschaft Hagen wird in den nächsten Monaten Anklage erheben. „Ein Handy hat heute jeder dabei. Man muss sich also bewusst sein, dass man jederzeit gefilmt und fotografiert werden kann. Aber man muss sich auch bewusst sein, solche Aufnahmen nicht einfach weiterzuverbreiten. Wenn die Leute vorher nachdenken würden, wäre vieles einfacher“, gab Pauli abschließend zu bedenken. 

Welches Strafmaß die Verbreiterin des Videos bekommt, sei offen. Vorbestraft wäre sie ab einer Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen.

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