Konzert der Four Valleys sorgt für vollbesetzte Johanniskirche

Begeisterten noch einmal vor der einjährigen Auszeit ihr Publikum in der Johanniskirche: die Four Valleys. Foto: A. Na-Schlütter

Hier wurden die Stimmen richtig zelebriert: Über 400 Besucher füllten zum Konzert der Four Valleys, das unter dem Motto ‘Celebration of voices’ stand, die Eiringhauser Johanniskirche bis auf den letzten Platz. Und das Publikum erlebte ein wahrhaft berauschendes Klangerlebnis.

Vielleicht strömten so viele Besucher nach Eiringhausen, weil dies die letzte Gelegenheit war, den Bremcker Männerchor zu hören, ehe dieser sich in sein Sabbatjahr verabschiedet. Die Four Valleys wollen eine Pause von den Auftrittsbühnen nehmen, um neues Repertoire einzustudieren und neuen Sängern den Einstieg zu erleichtern. Zum Festival Acapellissimo 2018 will man die neu einstudierten Liedern präsentieren.

Von der Kanzel herab klärte Moderator Sven Mialkas am Samstagabend augenzwinkernd salbungsvoll in wohl gesetzten Worten die falsch verstandene Mär vom „letzten“ Konzert der Sänger auf. Mit dem Konzert ‘Celebration of voices’ in der Johanniskirche verabschiedeten sich die Sänger nicht nur in die Auftrittspause, sondern feierten auch das 130. Jubiläum des MGV Bremcke / Four Valleys. Der Einladung zu diesem Konzert folgten über 400 Gäste, die ein berauschendes Klangerlebnis dank der wunderbaren Akustik der Johanniskirche erleben konnten. 

Mit stehenden Ovationen und vielen Jubelrufen bestätigten die Zuhörer die Idee des Männerchores, neben der Darbietung von Chorliteratur durch sie selbst und dem befreundeten Frauenchor ‘FemmeVokal’ zwei Musiker auf die Bühne zu holen, die mit handgemachter Akustikmusik in der Besetzung Gitarre und Gesang das Konzert bereichern sollten. Mit den Musikprofis George Duchek und Tobias Janssen ging das Konzept voll auf. „Wir waren uns zunächst unsicher, ob diese Idee beim Publikum ankommen könnte, doch ab dem zweiten Lied waren wir uns sehr sicher, dass es funktioniert. Die Reaktion bestätigte dies sehr eindrucksvoll“, zeigte sich Four Valleys-Vorsitzender Frank Schmidt kurz vor Ende des Konzertes erfreut.

Auch Duchek und Janssen zeigten sich positiv überrascht über die überaus positive Rückmeldung des Publikums. „Normalerweise ist man dies von einer Aufführung in einer Kirche nicht gewohnt, umso schöner war es für uns, diese Reaktion ausgelöst zu haben“, schilderte Duchek seinen Eindruck des Konzertes. Duchek, bis vor sechs Jahren Frontman der Band Radspitz, und Janssen, renommierter Studiomusiker, sind erst vor vier Wochen zusammengekommen, musikalisch gerade erst vor einer knappen Woche, lieferten jedoch als Vollprofis eine in sich stimmige, gefühlvolle, mitreißende und hoch musikalische Darbietung ab, bei der niemand merkte, in welch’ kurzer Zeit die beiden sich musikalisch aufeinander abgestimmt hatten. Gegenseitig sei man sich beim Erstgespräch auf Anhieb sympathisch gewesen und diese Sympathie vermochten die beiden Musiker ebenfalls auf das Publikum zu übertragen. Bei Liedern wie „Every breath you take“ (Sting/Police), „High and Dry“ (Radio Head), „Fields of Gold“ (Sting/Police), „Man in the mirror“ (Michael Jackson) oder Leonard Cohens „Hallelujah“ kam Bewegung ins Publikum. Überaus funky wurde es bei „Long train running“ von den Doobie Brothers. Es wurde gewippt, geklatscht oder mitgesungen.

„Es war genial. Wir hatten Freude pur.“ In den Netzwerken folgten begeisterte Lobeshymnen: „Es war genial. Hoffe, ihr wiederholt das. Wir hätten noch Stunden zuhören können. Wir hatten Freude pur.“ Als Zugabe brachte das Duo „Angel“ von Robbie Williams. In der ersten Hälfte stand die klassische / moderne Chorliteratur durch die Four Valleys und ‘FemmeVokal’ im Vordergrund. Eindrucksvoll ließen die Sänger im ersten Teil ihres Vortrages erklingen, warum sie nun zum dritten Mal in Folge zum Meisterchor gekürt wurden. Drei Titel aus diesem Leistungssingen standen unter anderem auf dem Programm. Hierbei bestachen die Sänger inbesondere mit dem Titel „Der Tod und das Mädchen“ und entlockten dem Publikum nach diesem Vortrag ein überwältigtes „Boah! Klasse!“

Im zweiten Teil ihres Vortrages präsentierten die Männer aus ihrem modernen Repertoire Stücke wie „Wie kann es sein“ (Wise Guys), „You raise me up“ (Josh Groban) oder „Leningrad“ (Billy Joel). Begeistertem Applaus folgte die Zugabe „Only you“ (Flying Pickets). Ebenfalls zu überzeugen wusste ‘FemmeVokal’ mit ihren deutschen und internationalen Gesangsvorträgen. Der Konzertchor, ebenfalls unter der Leitung von Thomas Weidebach, begeisterte das Publikum. Gefühlvoll ertönte „May it be“ aus dem Film „Herr der Ringe“, imposant das lateinische „Jubilate“, lebhaft das Poplied „Top of the world“ und besonders umjubelt wurde der Vortrag „Gabrielas Lied“ aus dem Film „Wie im Himmel“. Auch von den Frauen wurde eine Zugabe gefordert, die sie mit dem afrikanischen „Nkosi sikele i Afrika“ bedienten.

Ai-Lan Na-Schlütter

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