An Wanderweg in Plettenberg

Einen Tag nach der Reparatur: Sitzgruppe in Wald im MK wieder zerstört

Von der Sitzgruppe übrig ist nur „Charlottes Bank“ im Hintergrund.
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Von der Sitzgruppe übriggeblieben ist nur „Charlottes Bank“ im Hintergrund. Die andere Bank und der Tisch wurden von Unbekannten zerstört.

Mit blinder Zerstörungswut – und wohl unter erheblichem Kraftaufwand – haben Unbekannte Anfang Mai eine Sitzgruppe an einem Plettenberger Wanderweg zertrümmert. Dabei war die erst einen Tag zuvor wiederhergerichtet worden.

Plettenberg – „Das ist echt eine Schweinerei“, sagt Christa Wagner, die nicht weit entfernt wohnt. Sie und andere Anwohner und Wanderer sind verärgert darüber, dass die gerade erst reparierte Sitzgruppe am Wanderweg von Humberg nach Sonneborn – bekannt als „Charlottes Bank“ – direkt wieder durch Vandalismus zerstört wurde. „Das ist echt rohe Gewalt.“ Dabei hatte sich Christa Wagner wie andere auch darüber gefreut, dass die Sitzgruppe wieder in Ordnung gebracht wurde. „Aber es hat nur einen Tag gehalten, es wurde alles zerdeppert.“

Dazu war wohl erhebliche Kraft nötig. Die Tischbeine waren in schweren Betonfüßen einbetoniert, von den Vandalen wurde aber alles zusammen herausgerissen. Die schweren Holzbohlen der Tischplatte wurden abgerissen, und die Betonfüße einer vorher komplett intakten Bank zertrümmert. „Das ist unglaublich“, sagt Wagner. Heil geblieben ist nur die namensgebende Bank der Sitzgruppe – „Charlottes Bank“– , die allerdings Spuren von früherem Vandalismus trägt. Wohl mit einer Motorsäge hatte jemand zu einem früheren Zeitpunkt in die Kunststoffbohlen der Bank geschnitten. Die komplett zerstörte Bank dagegen war vor dem sinnlosen Zerstörungswerk der Unbekannten noch komplett intakt.

Nach nur einem Tag war die reparierte Sitzgruppe wieder Geschichte. Nicht nur die Holzbeine des Tisches, wie hier von Anwohnerin Christa Wagner angedeutet, wurden zertrümmert, sondern auch die Betonfüße herausgerissen.

Reparaturbedarf bestand bei der Sitzgruppe schon länger, deswegen hatte sich der Pächter des Humberger Jagdreviers – er möchte nicht namentlich genannt werden – mit zwei Jägerkollegen der Sache angenommen. Ein Tischbein wurde erneuert – einbetonieren inklusive – und die neue Holztischplatte hergestellt.

„Am 1. Mai haben wir es aufgebaut und am 2. Mai zwischen 16 und 19 Uhr wurde alles kaputtgeschlagen, am helllichten Tag“, sagt er. Er weiß es deshalb so genau, weil ein Bekannter um 16 Uhr noch die Bänke passiert hatte: da waren sie noch ganz. Auf dem Rückweg um 19 Uhr waren Bank und Tisch dann zerstört. Vielleicht sei es ein Fehler gewesen, die Sitzgruppe ausgerechnet am 1. Mai zu reparieren, mutmaßt der Revierpächter, denn da seien eben auch alkoholisierte Gruppen unterwegs, von denen eine dann vermutlich ihren Frust an der Sitzgruppe ausgelassen habe. Andererseits wollte man gerade für die ganzen anderen Wanderer zum Maifeiertag die Reparaturen machen und die Sitzgelegenheit zur Verfügung stellen. Und das kam – auch wenn es nur von kurzer Dauer war – auch gut an. „Die Leute haben sich darüber gefreut und auch auf der Bank gesessen.“

Der Schaden ist mit geschätzt 150 Euro an Baumaterial überschaubar, aber ärgerlich ist es dennoch, dass die Mühen so schnell zunichte gemacht wurden. Das sei das Traurige daran. „Wir haben da mehrere Stunden dran gesessen, Holz rangeschleppt und zersägt“, berichtet der Revierpächter. Eigentlich waren die Arbeiten auch noch nicht fertig, der Tisch sollte auch noch lackiert werden.

Angezeigt wurde der Vandalismus nicht, denn das würde für die Polizei nur unnötigen Aufwand bedeuten und am Ende könnte man doch keinen Schuldigen finden. „Man kann das nur so hinnehmen“, meint der Revierpächter. „Wir bauen es aber noch einmal auf.“ Das werde wohl in den nächsten zwei bis drei Wochen geschehen. Die Hoffnung ist, dass die wiederhergestellte Sitzgruppe länger hält als nach der letzten Reparatur.

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