Ein Stück Lebensgefühl

Ein Vespa-Club in Plettenberg pflegt und liebt die alten Maschinchen

Stolze Besitzer funktionierender Technik: Der Vespa Club Plettenberg freut sich über neue Mitglieder, die das Lebensgefühl „Vespa“ teilen.
+
Stolze Besitzer funktionierender Technik: Der Vespa Club Plettenberg freut sich über neue Mitglieder, die das Lebensgefühl „Vespa“ teilen.

In der Not der Nachkriegsjahre geboren und von einem Ingenieur erbaut, der ursprünglich Kampfflugzeuge konstruiert hatte: Die Vespa, der kleine „summende“ Italiener, erfreut sich auch rund 75 Jahre nach ihrem ersten öffentlichen Auftritt noch immer großer Beliebtheit – auch in Plettenberg. Hier wird die kleine „Wespe“, so die wörtliche Übersetzung aus dem Italienischen, mit viel Liebe und Leidenschaft gepflegt.

Plettenberg – Sieben Plettenberger haben sich diesem Fortbewegungsmittel verschrieben – wobei sie selbst die Vespa nicht als bloßes Fahrzeug beschreiben würden. Die Vespa, das sei ein Stück Lebensgefühl, mit dem vor allem viel Nostalgie verbunden wird. Nicht mit vier Flügeln und einem Stachel, dafür aber mit einem Motor und zwei Rädern ausgestattet, fährt sie seit vielen Jahrzehnten auch auf unseren Straßen.

Die Mitglieder des Vespa Club Plettenberg hatten in den 14 zurückliegenden Tagen seit der Gründung des Vereins schon einige gemeinsame Erlebnisse: Beispielsweise Fahrten zum Biggesee und zur Sorpe, ein Motor, der nicht mehr so richtig wollte oder auch gemeinsame Erfahrungsaustausche im Stammlokal Sapori Italiani an der Plettenberger Wilhelmstraße.

Der ganze Stolz der Plettenberger sind natürlich die schmucken sechs Zweiräder. Die siebte Vespa sei momentan noch auf dem Transportweg von Italien nach Plettenberg. Die älteste Vespa aus dem Jahr 1965 wird vom jüngsten Mitglied Antonio Razzano (der Jüngere) gefahren. Antonio Razzano (der Ältere) besitzt den zweitältesten Roller aus dem Baujahr 1979.

Als erfahrener Schrauber und auch als „Motor“ im Club steht Mike Dinter allen zur Seite. „Mangel an Original-Ersatzteilen gibt es nicht. So können wir die Vespas unserer Mitglieder immer in Schuss halten“, sagt Dinter.

Auf die Frage, ob noch weitere Freunde der Vespa dazukommen können, kommt die einhellige Antwort: „Sehr gerne. Eigentlich wollte auch eine Dame aus Lüdenscheid heute erstmalig dabei sein. Doch ihr Zeitplan war ein anderer. Beim nächsten Mal soll es bestimmt passen. Zu uns können auch Menschen kommen, die keine Vespa besitzen, aber Spaß an ihr haben.“ Die Vespas von neuen Mitgliedern sollten aber wenigstens aus dem Baujahr 2000 oder älter sein. Dinter weiter: „Wir möchten uns auch aktiv an Veranstaltungen in Plettenberg beteiligen und haben dafür auch schon ein Konzept.“

Was für alle ein Problem ist, sei die Parksituation. Antonio Razzano (d. Ä.) erklärt: „Parken in den gekennzeichneten Parkbuchten regt die Autofahrer auf, weil wir viel Platz mit einem kleinen Motorroller belegen müssen. Vor unserem Clublokal würden wir eigentlich keinen stören. Doch wir dürfen hier nicht parken. Es wäre schön, wenn wir für unsere Treffen, die wir drei Mal im Monat durchführen, eine Ausnahmegenehmigung zum Parken bekommen könnten.“

Durchbruch in Deutschland in den 1950ern

Die Geschichte der Vespa begann in Italien im Jahr 1945, als der Ingenieur Corradino D´Ascanio von Enrico Piaggio den Auftrag erhielt, ein Fahrzeug zu entwickeln, das einfach zu warten und gut auf schlechten Wegstrecken zu handhaben sein sollte. Heraus kam die Vespa, die 1946 in Produktion ging.

D’Ascanio hatte zuvor Kampfflugzeuge konstruiert, aber auch Töpfe und Pfannen produziert.

Nördlich der Alpen wurde die Vespa erst in den 1950er Jahren bekannt, erfreute sich dann aber sehr schnell großer Beliebtheit. Mittlerweile gibt es bis heute zig verschiedene Modelle, die aber alle die Vespa-Charakteristika beibehalten haben (bis auf wenige Sonder- und Militärentwicklungen). Seit Oktober 2018 gibt es auch ein E-Modell, die Vespa Elettrica.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare