Erlöserkirche in Plettenberg

Ein Hauch von Normalität: Diese Gemeinde im MK feiert wieder einen fast normalen Gottesdienst

Zahlreiche Interessierte waren zum Picknick-Gottesdienst gekommen, von denen es sich viele auf Decken gemütlich gemacht hatten.
+
Zahlreiche Interessierte waren zum Picknick-Gottesdienst gekommen, von denen es sich viele auf Decken gemütlich gemacht hatten.

Gemeinsam feiern, gemeinsam essen – trotz zurzeit verhältnismäßig niedriger Inzidenz ist dies noch immer nicht ganz so einfach, denn Einschränkungen gibt es nach wie vor. So ist die Idee des Picknick-Gottesdienstes im Oestertal entstanden – eine Idee, die viel Anklang fand.

Plettenberg – Im Oestertal ist es Tradition, dass die Evangelische Kirchengemeinde jedes Jahr im Sommer einen Freiluft-Gottesdienst feiert. Der Schauplatz wechselte dabei von Jahr zu Jahr. Am Sonntag, 15. August, wurde dieser traditionelle Freiluft-Gottesdienst im Schatten der Erlöserkirche gefeiert, allerdings mit einem Novum, das bei den Gemeindemitgliedern auf viel Zuspruch traf: Aus dem typischen Open-Air-Gottesdienst wurde ein Picknickgottesdienst. Die Idee dazu hatte Fred Witte vom Presbyterium.

Jeder war eingeladen, etwas mitzubringen; zusätzlich wurden Bockwürstchen im Brötchen sowie eine vegetarische Alternative ausgegeben. Ein Buffet wäre sicher schön gewesen, doch mit den geltenden Schutzmaßnahmen kaum vereinbar, erklärte Witte.

Obwohl erst nach dem Gottesdienst gegessen und getrunken wurde, kam bereits währenddessen Picknick-Atmosphäre auf; denn die Gemeindemitglieder hatten es sich zum Teil auf mitgebrachten Decken und Klappstühlen gemütlich gemacht.

Auch um die Feier des Abendmahls hatte sich das Team um Witte Gedanken gemacht. So wurden selbstgebackene Oblaten und Trauben anstelle von Wein beziehungsweise Saft in keinen Schälchen gereicht, aus denen sich immer etwa fünf Personen bedienen konnten. „So nutzt jeder nur seine eigenen Finger“, hieß es zur Begründung.

Bei den Gottesdienstbesuchern kam dies alles sehr gut an. Als „rundum gelungen“ bezeichnete Lothar Roch den Picknick-Gottesdienst. „Das gesamte Konzept war in Ordnung“, sagte er und fand es den Coronaumständen nach „sehr angemessen“.

Beste Stimmung herrschte auch an einem der nach dem Gottesdienst aufgebauten Tische. „Es hat mir sehr gut gefallen“, sagte zum Beispiel Brigitte Lux. Und ihre Sitznachbarn, das Ehepaar Ziegler sowie Johannes und Sabine Kotyk, konnten dem nur zustimmen. Es sei „wunderbar“ gewesen, waren sie sich einig.

Die Leute freuten sich, dass wieder annähernd ein normaler Gottesdienst gefeiert werden könne, erklärte Sabine Hollweg, die für die musikalische Begleitung sorgte. So durfte am Sonntag sogar wieder gemeinsam gesungen werden; zwar nur mit aufgesetztem Mund-Nasen-Schutz, aber immerhin. Ihr gefiel es, dass alle Generationen vertreten seien und sogar ein paar Katholiken den Weg zu diesem besonderes Gottesdienst gefunden hatten. „Ein Hauch von Ökumene“, sagte Hollweg.

Nach Ansicht von Prädikant Kevin Risch war es ein „fröhlicher Gottesdienst“. Auch wenn die Idee des Picknicks der Coronasituation entsprungen sei, sei eine Neuauflage durchaus denkbar, so Risch.

Nicht nur der Freiluft-Gottesdienst ist Tradition, sondern auch eine Wanderung zum Gottesdienst. So traf sich am Sonntag zwei Stunden vor Gottesdienstbeginn eine kleine Gruppe an der Zeppelinschule, um gemeinsam ins Oestertal zu wandern. Es ging die Sundhelle hinauf, über den Bergkamm zur Immecke und von dort über den Radweg zur Erlöserkirche – eine durchaus anstrengende Strecke.

Sonst würde man auch schon mal von Gottesdienst zu Gottesdienst wandern, erzählte einer der Wanderer, doch aufgrund der zeitlichen Abstände habe man sich an diesem Tage an einem neutralen Ort getroffen. Die Idee dahinter sei, als Kirchengemeinde zusammenzuwachsen, denn: „Wir sind ja eins“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare