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Ein Gesicht für den Klimaschutz: Eric Ludewig arbeitet für zwei Städte

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Von: Johannes Opfermann

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Verstärkung für die Stadtverwaltung: Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte (links) stellt den neuen Klimaschutzmanager Eric Ludewig vor.
Verstärkung für die Stadtverwaltung: Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte (links) stellt den neuen Klimaschutzmanager Eric Ludewig vor. © Opfermann, Johannes

Für das Thema Klimaschutz gibt es mit Eric Ludewig künftig einen neuen Ansprechpartner im Rathaus. Der 28-Jährige wird sich als Klimaschutzmanager mit Themen wie der Bewältigung von Klimafolgen, erneuerbaren Energien sowie Mobilität befassen.

Plettenberg – Der aus Olpe stammende Ludewig, der nach seinem Studium in Marburg – abgeschlossen mit einem Master in Physischer Geographie – in die Region zurückgekehrt ist, wurde am Donnerstag offiziell im Plettenberger Rathaus vorgestellt. Bei seiner Aufgabe, den Klimaschutz voranzutreiben, wird er bereichsübergreifend arbeiten.

„Er wird uns mit seinen neuen, versierten Ideen dabei helfen den Klimaschutz in allen Bereichen zu berücksichtigen und gleichzeitig die Identität und Charakter der Stadt Plettenberg als Industriestadt zu bewahren“, so Bürgermeister Ulrich Schulte. „Denn die notwendigen Schritte können nicht alleine gegangen werden. Für einen erfolgreichen Klimaschutz müssen wir alle gemeinsam an den Zielen arbeiten.“

Zuständig für zwei Städte

Zuständig ist Ludewig dabei nicht nur für die Vier-Täler-Stadt, sondern auch für Meinerzhagen, denn beide Kommunen teilen sich – wie auch Neuenrade und Herscheid – einen Klimaschutzmanager. Beide Städte passten von der Größe und der starken industriellen Prägung her gut zusammen, so Schulte und Ludewig, der – mit je einer halben Stelle in beiden Städten – gemeinsame Ansatzmöglichkeiten beim Klimaschutz kräftigen und dabei auch den Netzwerkgedanken stärken soll.

Die Stelle des Klimaschutzmanagers konnte durch die Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) eingerichtet werden. Dieses hatte bereits im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative die Entwicklung des Klimaschutzkonzepts gefördert. Die Maßnahme ist auf drei Jahre befristet, wobei die Kosten zu 75 Prozent durch das BMU getragen werden.

Was das bestehende Klimaschutzkonzept angehe, sei in Plettenberg bereits gute Vorarbeit geleistet worden, an der man sich orientieren könne, betonte Ludewig. Zu seinen Aufgaben wird es gehören, die darin enthaltenen Maßnahmen umzusetzen und zu überprüfen. Daneben wird er sich um die Koordination und Steuerung der Themengebiete der fünf Säulen des Klimaschutzes kümmern. Das heißt: Er wird sich mit dem Nutzerverhalten, der Mobilität, der umweltfreundlichen Energieerzeugung, der Gebäudemodernisierung sowie der Klimafolgenanpassung beschäftigen.

Zum Thema Mobilität gehörten der Ausbau der Elektromobilität ebenso wie das Thema Radwegekonzept, aber auch der Fußgängerverkehr, erklärte Ludewig.

Photovoltaik: Ausbau forcieren

Bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels gehe es etwa darum, eine Hochwassergefahrenkarte zu erstellen und sich damit zu befassen, welche Schritte Plettenberg ergreifen kann, um besser für Starkregenereignissen wie im vergangenen Juli vorbereitet zu sein.

Eine rund um Plettenberg bereits gut sichtbare Folge des Klimawandels sind die vielen wegen Borkenkäferbefall abgeholzten Flächen. Aufforstungsprogramme stünden zwar nicht auf seiner Agenda, so Ludewig, doch er werde sich sicher auch mit den zuständigen Förstern über das Thema Wald austauschen. Auch was die Pflege der innerstädtischen Grünflächen angeht, werde er das Gespräch mit den zuständigen Personen suchen. Man müsse schauen, welche Pflanzen sich angesichts des Klimawandels, durch den es zu trocken aber auch zu nass für manche Arten sei, noch genutzt werden könnten, erklärt der Klimaschutzmanager.

Beim Ausbau der erneuerbaren Energien sieht Ludewig vor allem bei Photovoltaik und Windkraft für Plettenberg Potenzial. Auf Freiflächen seien Photovoltaikanlagen zwar schwierig zu realisieren, doch auf den Dächern von Privathäusern gebe es viele Möglichkeiten. „Vor allem in diesem und im nächsten Jahr möchten wir den Ausbau der Photovoltaik forcieren“, erklärt Ludewig, der die Bürger umfassend über das Thema informieren möchte. Dabei werde man auch mit der Verbraucherzentrale zusammenarbeiten, die über Energieberater Helge Pfingst interessierte Hauseigentümer zu dem Thema berät. Ziel sei es, die Leute dazu anzuhalten, die Fördermöglichkeiten zum Bau einer Photovoltaikanlage auf ihrem Dach zu nutzen, wenn sich eine solche lohnt.

Lokale Akteure einbinden

Auch die Öffentlichkeitsarbeit spielt in seiner Arbeit als Klimaschutzmanager eine große Rolle. „Es geht darum, dem Klimaschutz ein Gesicht zu geben“, erklärt er. Ein Logo und ein passender Slogan sollen erstellt werden, unter dem künftige Veranstaltungen stattfinden. Wichtig sei, einen positiven Bezug zum Thema Klimaschutz herzustellen.

Ludewigs Fokus liegt dabei in der Einbindung und Beratung lokaler Akteure aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft, um durch die Öffentlichkeitsarbeit und breite Kampagnen Aufklärung zu leisten und Zweifel zu beseitigen. Die Zivilgesellschaft, Vereine und ehrenamtlich Tätige wolle er auch einbinden.

Ausschuss

Am Mittwoch, 9. Februar, wird sich Eric Ludewig im Planungs- und Umweltausschuss persönlich vorstellen.

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