Dura-Gelände in Plettenberg: Das ist der Stand bei der Nachnutzung

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Plettenberg - Was hat Herne mit Plettenberg zu tun? Nicht wirklich viel, aber die beiden Städte verbindet, dass sie beide in Nordrhein-Westfalen liegen und dass es in beiden Orten ein Dura-Werk gab - inklusive einem etwas komplizierten Prozedere nach der Werksschließung...

In dem immer noch existierenden Betriebsratsbüro der Firma Dura an der Königstraße findet sich ein altes Luftbild, das ein Montage- und Produktions werk der Firma Dura in Herne zeigt.

Bis zum Jahr 2001 wurden dort Türrahmen produziert, montiert und an Opel und andere Automobilhersteller geliefert. Die Mitarbeiter dort wiegten sich nach den Worten des Betriebsratsvorsitzenden Faruk Ikinci Ende der 90er Jahre in Sicherheit, nachdem es auch dank einer Landesbürgschaft eine Beschäftigungsgarantie gegeben habe. Doch davon kauften sich die Amerikaner, die den Dura-Konzern 1998 übernahmen, frei und schlossen das Werk im Februar 2001.

Dann passierte nichts. Bis das Maklerbüro Jones Lang LaSalle 2017 den Auftrag von dem US-Konzern bekam, den Gewerbekomplex höchstbietend zu verkaufen. Den Zuschlag bekam die international agierenden Firma Safe-Box Self Storage, die abschließbare und kurzfristig kündbare Lagerflächen ab 1,25 Kubikmeter Fläche anbietet.

Bei den für Gewerbeansiedlungen zuständigen Mitarbeitern in Herne wurde nach unseren Informationen jahrzehntelang versucht, mit dem US-Konzern in Kontakt zu treten, um das Areal einer hochwertigen gewerblichen Nutzung zuzuführen. Dass es dort 17 Jahre gedauert hat, bis das Gelände weitergenutzt wurde, lässt für den Standort Plettenberg wenig Gutes erwarten.

Denn hier beißt Bürgermeister Ulrich Schulte bislang auf Granit. Der Versuch, das Dura-Gelände über den Projektaufruf Regio.NRW nachhaltig zu entwickeln, scheiterte und auch die Änderung des Bebauungsplanes steht noch aus.

Bislang verweigerten die Verantwortlichen eine Zusammenarbeit mit der Stadt. Doch obwohl er sich im ersten Anlauf eine Absage geholt hat, will Ulrich Schulte weiter am Ball bleiben. „Ich stehe weiterhin im Kontakt mit dem Justiziar. Man muss in solchen Dingen einen langen Atem haben“, sagte das Plettenberger Stadtoberhaupt. Bekanntlich möchte sich die Stadt das 10 Hektar große Gelände sichern, um hier „die Arbeitsplätze der Zukunft anzusiedeln“. Aber Dura will sich nach aktuellem Stand lieber selbst um eine Vermarktung kümmern.

Es bleibt die Frage, ob die Dura-Konzernspitze überhaupt an einem Verkauf interessiert ist. Denn laut Faruk Ikinci hinterließ man an den Standorten nahezu aller geschlossener Betriebe in Europa „verbrannte Erde.“

Gekündigt hat Dura auch der Unternehmensberatung, die bis zur Werksschließung gegenüber der Presse auskunftsberechtigt war. Aktuell ist es nahezu unmöglich, einen Dura-Verantwortlichen ans Telefon zu bekommen.

Immer noch nicht abgeschlossen sind auch die Verhandlungen über den Sozialplan 2017 und 2019 und auch bei den Kündigungsschutzklagen wartet Faruk Ikinci noch auf ein endgültiges Ergebnis.

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