Stimmung vor dem Schulstart

Die Schulen kurz vor dem Ende der Ferien: Zwischen Hoffen und Bangen

Die Maskenpflicht in den Innenräumen wird Schüler auch noch in diesem Schuljahr begleiten. 
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Die Maskenpflicht in den Innenräumen wird Schüler auch noch in diesem Schuljahr begleiten. 

Am Mittwoch, 18. August, beginnt das neue Schuljahr. Zwar starten alle Schulen in Präsenz, doch angesichts steigender Inzidenzen gibt es Sorgen, ob und wie schnell möglicherweise eine Rückkehr in den Distanzunterricht ansteht. Der noch nicht fertiggestellte WLan-Ausbau an den Plettenberger Schulen kommt erschwerend hinzu.

Plettenberg – Wir haben bei mehreren Schulleitungen nachgefragt, wie sie dem Schuljahr 2021/22 entgegenblicken.

Zeppelinschule

„Wir gehen mit gemischten Gefühlen ins neue Schuljahr“, sagt Sandra Noltsch, Leiterin der Zeppelinschule, im Hinblick auf die weitere Corona-Entwicklung. „Wir hoffen auf einen Löwenanteil an Präsenzunterricht, haben aber Sorgen, wie sich die steigende Inzidenz auf die Schule auswirken wird.“

Da der Großteil des Kollegiums geimpft sei, gelten die Sorgen weniger einer Ansteckung an sich als vielmehr der Frage, wie nach einem festgestellten Infektionsfall verfahren wird, wie die neuen Quarantäne-Regelungen umgesetzt werden.

Künftig müssen laut NRW-Schulministerium nur die direkten Kontaktpersonen eines infizierten Schülers in eine 14-tägige Quarantäne. Dazu zählen die direkten Sitznachbarn, die vor, hinter, links oder rechts der betroffenen Person sitzen. Auch Lehrer und weiteres Schulpersonal, das in engen Kontakt mit dem oder der Infizierten stand, gelten demnach als direkte Kontaktpersonen und müssten in Quarantäne.

Wir gehen mit gemischten Gefühlen ins neue Schuljahr.

Sandra Noltsch, Leiterin der Zeppelinschule

Für den Fall, dass im Laufe des kommenden Schuljahrs doch wieder Distanz- oder Wechselunterricht stattfinden muss, sieht Noltsch die Zeppelinschule organisatorisch besser aufgestellt als im vergangenen Schuljahr. Auch die Ausstattung sei besser dank der angeschafften Endgeräte für Schüler und Lehrer. Diese wurden wenige Wochen vor dem Ende des vorigen Schuljahrs an den Plettenberger Schulen verteilt. Doch ein Problem besteht an dieser Stelle weiter, nämlich dass sich die Schüler bei erneutem Distanzlernen mit unbekannten Programmen und Plattformen zurechtfinden müssten, erklärt Noltsch: „Wir können mit den Schülern nicht üben, wie man mit den verschiedenen Plattformen umgeht, weil wir noch auf die WLan-Ausstattung warten.“ Der WLan-Ausbau – der Lieferung, Montage und Einrichtung sowie Verkabelung aller Access Points umfasst – wird nach Angaben der Stadt voraussichtlich erst Ende Oktober, Anfang November an allen Schulstandorten abgeschlossen sein.

Ein viel diskutiertes Thema in Bezug auf die Schulen bleiben auch Luftfilteranlagen. „Wir haben nur einen Raum, den wir nicht lüften können, dafür wird eine Luftfilteranlage angeschafft, die wir kurzfristig erhalten werden“, sagt Noltsch. Bei den anderen Räumen sei das regelmäßige Lüften über die Fenster möglich. „Wie man letztes Jahr gesehen hat, hat das gut geklappt.“

Albert-Schweitzer-Gymnasium

„Grundsätzlich freuen wir uns, dass das Schuljahr wieder losgeht und wir die Schüler in Präsenz wiedersehen“, sagt Elisabeth Minner, Leiterin des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. „Wir hoffen für alle Schüler auf einen guten Start in das Schuljahr und auf ein Höchstmaß an Normalität.“

Die Bedingungen der Pandemie und die Hygienemaßnahmen prägen dennoch die Planungen für das neue Schuljahr und den Unterricht selbst. „Wir begegnen der Situation mit Respekt, weil wir nicht wissen wie es sich entwickeln wird“, so Minner.

Schon in der letzten Ferienwoche waren zur Lernwoche wieder einige Schüler am ASG und wurden selbstverständlich getestet. Am ersten Schultag wird bei allen Schülern wieder mit den Selbsttestungen begonnen, die auch danach regelmäßig zweimal pro Woche anstehen.

Wir hoffen auf ein Höchstmaß an Normalität.

Elisabeth Minner, Leiterin des Albert-Schweitzer-Gymnasiums

Die Maskenpflicht im Innenraum gilt weiterhin, draußen auf dem Schulhof muss die Maske dagegen nicht getragen werden. „Das ist eine große Entlastung“, so Minner. Eine Erleichterung gibt es auch bei differenziert unterrichteten Fächern, bei denen zuvor geltende Einschränkungen nun entfallen.

Möglichst normaler Unterricht in der Schule bleibt das erklärte Ziel. „Wir hoffen sehr, dass wir eine lange Präsenzphase haben, und nicht wieder in Distanz gehen müssen“, sagt Schulleiterin Minner. Um im Fall von Distanz- oder Wechselunterricht digital arbeiten zu können, brauche die Schule dringend ein leistungsfähiges WLan-Netz, dessen Ausbau zu Beginn des Schuljahres bekanntlich noch nicht fertig ist. „Wir warten händeringend darauf“, so Minner.

Lüftungsgeräte sind auch am ASG ein Thema. Wie an der Zeppelinschule wird ein mobiles Lüftungsgerät angeschafft, weil sich ein Raum nicht querlüften lässt. Genau für solche Fälle werde laut Förderrichtlinien die Anschaffung unterstützt, so Minner. Alle anderen Klassenräume im ASG ließen sich dagegen querlüften.

Selbst wenn mobile Lüftungsgeräte in Klassen stehen, müsse trotzdem regelmäßigen gelüftet werden, erklärt sie. Wann das der Fall ist, zeigen CO2-Ampeln an, die den Kohlendioxidgehalt der Raumluft messen. Bei der Sanierung weiterer drei Klassenräume über die Sommerferien seien diese CO2-Ampeln direkt fest eingebaut worden.

Hallenschule

Corona beherrscht auch an der Hallenschule weiterhin die Tagesordnung. „Wir sprechen unter anderem darüber, was unter den neuen Vorgaben zur Einschulung möglich ist“, sagt Schulleiterin Nicole Friedrich. Drei Begleitpersonen pro Kind habe man zunächst eingeladen. „Wir hoffen, dass wir es im Außenbereich machen können, weil wir dann freier sind.“ Um die Sicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten, habe man auch nachdrücklich darum gebeten, dass alle Teilnehmer nach Möglichkeit einen Negativtest vorweisen beziehungsweise geimpft oder genesen sind.

Die größte Angst ist, dass wir wieder schließen müssen.

Nicole Friedrich, Leiterin der Hallenschule

Aber der Blick geht auch über den Einschulungstag hinaus. „Wir bangen einfach“, sagt Friedrich. „Wir haben gehofft, dass wir normal starten können.“ Das gilt zum Beispiel für die in diesem Schuljahr geplanten Klassenfahrten, bei denen nicht klar ist, ob sie auch stattfinden können. Auch die OGS-Betreuung soll erst einmal normal starten. Dass Dinge wie die Maskenpflicht in Innenräumen Lehrer und Schüler weiter begleiten würden, ist nicht überraschend, aber die steigenden Inzidenzen machen Schulleiterin Nicole Friedrich auch Sorgen. „Wir werden wahrscheinlich nicht in Inzidenz 1 bleiben.“

Schon jetzt merke man, dass man an Grenzen stößt. In der Inzidenzstufe 1 hätten Sport und Musik in relativ normaler Form stattfinden können, bei einer höheren Inzidenzstufe wäre das schon nicht mehr gegeben.

„Die größte Angst ist, dass wir wieder schließen müssen“, sagt Friedrich. Oder im Wechselmodell nur einen Teil der Kinder in der Schule hätten. Dann würde sich auch die WLan-Problematik bemerkbar machen. „Am Standort Halle haben wir es mit WLan-Verstärkern noch hingekriegt, aber in Ohle war es sehr sehr schwierig“, blickt sie auf die technischen Hindernisse im vergangenen Schuljahr zurück. Auch im Distanzunterricht habe man es durchgängig geschafft, zweimal täglich Kontakt zu den Kindern zu haben, doch schlechte Verbindungen hätten das erschwert. Deswegen sei eine bessere WLan-Verbindung sehr wichtig. „Wir sind einfach davon abhängig“, erklärt Friedrich.

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