Renovierung bis Ende 2020

Darum ist derzeit das Plettenberger Amtsgericht eingerüstet

Das Plettenberger Amtsgericht erhält ein neues Dach und wird komplett eingerüstet.
+
Das Plettenberger Amtsgericht erhält ein neues Dach und wird komplett eingerüstet.

120 Jahre hat es bereits auf dem Buckel – da kann man sich schon einmal etwas Neues gönnen: Das Plettenberger Amtsgericht präsentiert sich in diesen Tagen komplett eingerüstet und teilweise sogar mit Netzen verhüllt, weil der imposante Bau An der Lohmühle ein neues Dach bekommt.

Plettenberg – „Es war schon länger in einem schlechten Zustand“, sagt Geschäftsleiterin Anja Lenz. Die Renovierung tut also Not, in Auftrag gegeben wurde sie aber nicht hier vor Ort. „Wir sind nur Mieter, zahlen Miete und Nebenkosten“, betont Lenz. Das wie zahlreiche weitere Gerichtsgebäude im Kaiserreich entstandene, im Jahr 1900 eingeweihte Amtsgericht gehört dem Land.

Bewirtschaftet wird es vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, dem landeseigenen Immobiliendienstleister des Landes Nordrhein-Westfalen, der nicht nur für Gerichtsgebäude, sondern auch für Justizvollzugsanstalten, Polizeibehörden, Hochschulen und Finanzämter zuständig ist.

Die Niederlassung in Dortmund hat die Erneuerung des Daches über die Vergabeplattform des Landes NRW öffentlich ausgeschrieben. Den Zuschlag für den Aufbau des Gerüsts, der bereits Ende Juli begann, erhielt das Bauunternehmen Walke und Acker aus Wallenhorst bei Osnabrück. Die Dachdeckerarbeiten werden laut Daniela Schaefer vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW von der „Firma für Dachdeckungsarbeiten Schmallenberg“ ausgeführt. Rund 850 Quadratmeter Dachfläche müssten erneuert werden.

Und weil das Plettenberger Amtsgericht unter Denkmalschutz steht, musste bei der Planung der Renovierungsmaßnahme auch die Bezirksregierung in Arnsberg zu Rate gezogen werden. Wie Schaefer erklärt, sollen die vorgefundenen Materialien beibehalten werden. „Somit kommt Fredeburger Schiefer in altdeutscher Deckung zur Ausführung, bei den Metall-Bauteilen das Material Zink. Die Dachschalung muss aus technischen Gründen mit einer Fichtenschalung aufgedoppelt werden, bei Wand- und Bauteilanschlüssen wird ergänzend mit Blei gearbeitet“, sagt Schaefer.

„Die Renovierung wird uns noch lange Zeit begleiten, wahrscheinlich bis Ende des Jahres“, weiß Anja Lenz, denn zur Dacherneuerung hinzu kommen auch noch einige Fassadenarbeiten. „Wir müssen es ertragen, aber wir klagen nicht – auch wenn unsere Mitarbeiter jetzt nicht mehr am Gebäude parken können und sich weiter außerhalb einen Stellplatz suchen müssen“, nimmt Lenz die Einschränkungen durch die Baußmaßnahme recht gelassen hin. Der Betrieb im Amtsgericht läuft schließlich „ganz normal“ weiter, es könne allerdings sein, „dass es mal etwas lauter wird.“

Die Frage nach den Kosten konnte Daniela Schaefer vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW noch nicht beantworten – die genaue Höhe würde „erst nach Abschluss der Maßnahmen feststehen“.

Bau aus wilhelminischer Zeit

Das Amtsgericht Plettenberg, das seit 1880 diese Bezeichnung führt, ist eines von neun Amtsgerichten im Landgerichtsbezirk Hagen. Das Gericht war zunächst in gemieteten Räumen des damaligen Rathauses an der Wilhelmstraße (heute Bahnhofstraße) untergebracht. 1898 begann an der Herscheider Straße (heute An der Lohmühle) auf einem von der Ev. Kirchengemeinde erworbenen Grundstück der Neubau in historisierenden Stilelementen wilhelminischer Zeit. 1900 erfolgte die Einweihung des neuen Amtsgerichtsgebäudes. Seit dem 7. Oktober 1986 steht es unter Denkmalschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare