Angebot in Sommerferien

Den Corona-Rückstand aufholen: Grundschulen starten Lernkurse

Eine Lernförderung soll laut dem Betreuungsverein in den Sommerferien an allen Plettenberger Schulen stattfinden.
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Eine Lernförderung soll laut dem Betreuungsverein in den Sommerferien an allen Plettenberger Schulen stattfinden.

Eigentlich sind Schulferien. Doch für einige Kinder geht das Lernen auch in den Ferien weiter. Es geht dabei nicht ums Nachsitzen, sondern Defizite, die während des Distanzunterrichts entstanden sind, auszugleichen.

Plettenberg – „Wir machen eine Lernförderung an allen Plettenberger Schulen“, erklärt Katharina Kreikebaum vom Verein zur Betreuung von Kindern der Plettenberger Schulen. Aus dem Zusatzprogramm des Landes NRW zum Auffangen pandemiebedingter Defizite wurden entsprechende Mittel angefordert, um zusätzliche Lerneinheiten anbieten zu können, die zum Teil von Lehrkräften, aber auch von OGS-Mitarbeitern und Honorarkräften betreut werden. Wann die Angebote stattfinden, entscheidet jede Schule für sich. Zwei Grundschulen haben schon in dieser Woche losgelegt.

Martin-Luther-Schule

An der Martin-Luther-Schule liegt der Schwerpunkt bei Schülern aus dem dritten und vierten Schuljahr. Die Lehrer haben sich im Vorfeld überlegt, für welche Kinder eine solche Lernwoche sinnvoll sein könnte und ein entsprechendes Angebot gemacht, erklärt Schulleiter Thorsten Jagusch, der mit circa zehn Kindern rechnet. „An sechs Stunden am Tag können Lernpakete bearbeitet werden, die von den Klassenlehrern zusammengestellt wurden.“ Daneben gibt es aber auch soziale und motorische Angebote, beispielsweise in den Schulgarten zu gehen oder gemeinsam zu kochen. Denn auch diese Aspekte des gemeinsamen Lernens hätten in der Coronazeit gelitten.

Hallenschule

An der Hallenschule gibt es insgesamt drei Gruppen à zehn Kinder, die in der ersten Ferienwoche verpassten Stoff aufholen können, zwei Gruppen am Standort Hallenschule, eine in Ohle. Schulleiterin Nicole Friedrich und viele Lehrerkollegen – unterstützt durch mehrere OGS-Kräfte und eine Studentin – wollen mit den Kindern während der Coronazeit entstandene Rückstände aufholen. „Wir haben uns überlegt, welche Kinder es besonders betrifft“, erklärt Friedrich. Im Großen und Ganzen habe das System Online-Unterricht gut funktioniert.

„Viele Kinder konnten wir durchgängig mitnehmen.“ Einige hätten aber nicht regelmäßig daran teilgenommen und hatten im häuslichen Bereich wenig Unterstützung beim Lernen. „Es sind schon die Kinder, die vor Corona Schwierigkeiten hatten“, sagt die Schulleiterin. Von Montag bis Donnerstag, von 8 bis 11 Uhr, findet das Angebot statt. Der Fokus liegt dabei auf Mathematik und Deutsch, wobei jahrgangsübergreifend gearbeitet wird, anhand von Material, das die Klassenlehrer vorbereitet haben. „Das eine oder andere muss nachgearbeitet, aufgefrischt oder vertieft werden“, erklärt Friedrich. Beispielsweise geht es darum, das Lesen nochmals zu fördern oder sich erneut mit der schriftlichen Subtraktion auseinanderzusetzen. „Es ist viel für vier Tage, aber durch die vielen Kräfte und die kleinen Gruppen erhoffen wir uns eine intensive Förderung.“

ASG

Am Albert-Schweitzer-Gymnasium steht in der letzten Woche der Sommerferien, also vom 9. bis 13. August, eine Lernwoche an. „Es ist kein flächendeckendes Angebot, sondern die Schüler wurden gezielt angesprochen“, erklärt Schulleiterin Elisabeth Minner. In den Klassen 5 und 6 stehen die Fächer Deutsch und Englisch im Mittelpunkt, in den Klassen 7 und 8 sind es Mathematik, Latein und Französisch. Mit Beginn jeweils um 9 Uhr werden am Tag zwei anderthalbstündige Blöcke angeboten, wobei die Schüler nur die Fächer wählen sollten, in denen sie Defizite aufzuholen haben. Wer nur in Latein Nachholbedarf verspürt, wählte also nur den entsprechenden Block.

Zur gleichen Zeit findet auch der Intensivkurs „English in Action“ statt, sodass es auch für die stärkeren Schüler ein Angebot gibt, Kenntnisse zu vertiefen. Wie der Förderbedarf im neuen Schuljahr aussieht, müsse man noch eruieren, so Minner.

Die anderen Schulen

Allgemeine Aussagen zu den coronabedingten Defiziten sind nach wie vor schwierig. Diese seien jahrgangs- und fächerabhängig, erklärt Monika Storm, Leiterin der Geschwister-Scholl-Realschule. Miriam Springob, Leiterin der Grundschule Holthausen, sieht auch große Unterschiede bei den entstandenen Lücken, hat als gravierendstes Problem allerdings die Deutschkenntnisse der Kinder ausgemacht, die noch nicht lange in Deutschland sind: „Das ist mit das Schlimmste.“

An allen Grund- und weiterführenden Schulen – auch denen, die bereits in den Sommerferien mit einem Lernangebot begonnen haben – soll es nach den Ferien schuljahrsbegleitende Angebote geben, um gezielt an den Lernlücken zu arbeiten und die Kinder individuell zu fördern.

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