Großer Eingriff in die Natur befürchtet

Was die Anlieger an der Umgehungsstraße nervt

Am Lüttmecker Weg gab es ein Gespräch mit Vertretern der IG „Verträgliches Wohnen im Elsetal“ zur Elsetalentlastungsstraße.
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Am Lüttmecker Weg gab es ein Gespräch mit Vertretern der IG „Verträgliches Wohnen im Elsetal“ zur Elsetalentlastungsstraße.

Sie ist seit Jahrzehnten ein Dauerthema und nicht nur der genervte Autofahrer, sondern vor allem viele heimische Firmen warten seit rund 40 Jahren auf ihre Verwirklichung: Die Elsetal-Entlastungsstraße soll den Schwerlastverkehr von der Herscheider Straße holen. 

Plettenberg - Nun äußern die Grünen Kritik an den letzten Plänen: Der Eingriff in die Natur sei enorm, die Lebensqualität der Anwohner würde leiden.

Das ist das Fazit, dass die Grünen nach einem Treffen mit Vertretern der IG „Verträgliches Wohnen im Elsetal“ ziehen. Nicht zuletzt würde der aktuelle Plan für die Entlastungsstraße, die unter anderem durch den Lüttmecker Weg führen soll, am Veto der Unteren Wasserbehörde des Märkischen Kreises scheitern. Diese lehne eine Umleitung des Dermckebaches mittels eines unterirdisches Rohres ab.

Ebenfalls kritikwürdig aus Sicht der Grünen: An der Kreuzung mit dem Lehmweg sei ein Lkw-Ausschwenker geplant, damit die Lkw um die Kurve kommen. Dieser Ausschwenker müsse allerdings einen Höhenunterschied von mehreren Metern überwinden und anschließend unter dem Lehmweg unter einer Brücke herführen. Dazu müsste die vorhandene, 110 Jahre alte Steinbrücke komplett neu gebaut werden. Zusätzlich seien fünf Meter hohe Lärmschutzwände beiderseits der Entlastungsstraße am Lüttmecker Weg direkt an den Grundstücksgrenzen der Anwohner vorgesehen. „Das alles macht deutlich, welch beengte Verhältnisse im Planungsgebiet vorherrschen“, heißt es von den Grünen, die weiter erklären: „Wird die Straße nach den bestehenden Plänen gebaut, wird auch die Grünschneise im Elsetal zerstört. Eine Verschlechterung der Talbelüftung wäre die Folge und damit eine Verschärfung bevorstehender Hitzeperioden in den anliegenden Wohngebieten Richtung Innenstadt.“

Kosten von 13 Millionen Euro

Für das Projekt Elsetal-Entlastungsstraße seien 13 Millionen Euro eingeplant. Die Grünen befürchten, dass aufgrund der geschilderten Probleme die Kosten um einiges höher ausfallen könnten. „Die Frage stellt sich nun, warum nicht andere Alternativen in Betracht gezogen werden? Einige liegen der Stadt bereits vor und müssten nochmals geprüft werden“, fordern die Plettenberger Grünen.

Als sinnvoll würde eine Alternative erachtet, bei der der Radweg durch den Lüttmecker Weg und über die alte Bahntrasse geführt würde. Dadurch sei der Eingriff in die vorhandene Natur viel geringer und teure Baumaßnahmen (Lkw-Ausschwenker, Brückenneubau, Lärmschutzwand) würden sich erübrigen. Die Straße für den Schwerlastverkehr könne stattdessen näher an die Firmen gelegt werden – „denn für diese soll sie schließlich gebaut werden“. Hierfür sollte die Möglichkeit einer Anbindung von der Straße Rosenthal in Richtung Lehmweg und – als zweite Variante – eine Verbindung  von der Straße Elsemühle bis zur Industriestraße durch unabhängiges Fachpersonal bewertet werden.

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