Naturfreunde helfen Tieren über die Straße

Das Erwachen der Kröten: So viele unterwegs wie seit Jahrzehnten nicht mehr

In Pasel helfen Naturfreunde Kröten und Fröschen über die B236.
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In Pasel helfen Naturfreunde wie Wolfgang und Gudrun Kairat Kröten und Fröschen dabei, sicher über die B236 zu den Gewässern zu gelangen, in denen die Tiere laichen wollen.

Die Frösche und Kröten erwachen derzeit aus ihrer Winterstarre. Die Tiere machen sich dann auf den Weg zu genau dem Gewässer, in dem sie selbst aufgewachsen sind, um dort ihre Eier abzulegen. In Pasel müssen sie dafür aber eine Bundesstraße überqueren. Nicht ganz ungefährlich.

Plettenberg – In Pasel führt die Krötenwanderung daher derzeit wieder zum Großeinsatz von Naturfreunden, die die Tiere, die den vorhandenen Krötentunnel nicht gefunden haben, in Boxen über die Bundesstraße 236 tragen. Der Plettenberger Spinnen- und Naturfreund Wolfgang Kairat war dazu in den letzten Tagen gemeinsam mit seiner Frau in den Abendstunden mehrfach aktiv. Mit der Querungshilfe für die Kröten führen beide die einst von Heinrich „Lupus“ Wolf durchgeführte Arbeit fort und verhindern so den Tod vieler Amphibien unter dem Autoreifen.

Dabei haben Wolfgang und Gudrun Kairat in diesem Jahr überraschend viele Kröten gefunden. „Wir waren jetzt drei Abende dort und haben so viele Kröten wie seit Jahrzehnten nicht mehr gefunden. Es dürften inzwischen an die 400 Tiere gewesen sein“, berichtet Wolfgang Kairat. „Das hätten wir nach den mageren letzten Jahren und dem durch die Wehröffnung trocken gelaufenen Teich nicht erwartet.“

Wolfgang Kairat hat schon kurz nach seiner Ausbildung damit begonnen, Kröten zu sammeln und so bei der Überquerung der gefährlichen Bundesstraße 236 zu helfen. Wann genau, kann er gar nicht genau sagen, vor 20 oder 30 Jahren, schätzt er. Nach einer mehrjährigen Pause setze er sich nun mit seiner Frau schon etwa zehn Jahre bei der Krötenrettung ein. Wie viele Kröten sie finden, schwankt von Jahr zu Jahr, 2020 waren es aber besonders wenige. „Wir haben da vielleicht 50 Kröten gefunden, das war sehr wenig.“ In diesem Jahr sind es nun schon mehrere hundert.

Die eingesammelten Kröten werden im Gewässer wieder ausgesetzt.

Eine definitive Erklärung für diesen großen Unterschied hat Kairat nicht. Er vermutet aber, dass die Kröten sich durch die letztjährigen Abholzungen an dem Hang, den sie für gewöhnlich herunterkommen, gestört wurden und deshalb dieses Jahr in so großer Zahl zu finden seien.

Übrigens sei es nicht so, dass die Kröten den Krötentunnel an sich nicht finden, aber am Anfang und Ende des Tunnels könnten sie die Barriere immer noch überwinden und so auf die Straße gelangen. Dort werden sie dann nicht selten überfahren. „Es sind immer wieder Leichen zu finden“, sagt Wolfgang Kairat. Denn die Überquerung der Straße sei für die Tiere durchaus eine weite Strecke.

An ihrem Ziel sind die Bedingungen für die Kröten laut Kairat im Moment übrigens nicht allzu schlecht. In dem Teich, der durch die Wehröffnung an der Lenne trockengefallen war und der auch vor wenigen Wochen noch sehr trocken gewesen sei, sei der Wasserstand gegenwärtig ganz akzeptabel. „Der Teich ist gut gefüllt.“ Auch im Naturschutzgebiet Auf dem Pütte stehe das Wasser wieder ein wenig höher.

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