Corona-Lockerungen

Kinderärzte: Patienten kommen wieder

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Michael Achenbach untersucht einen kleinen Jungen. Dieses Bild entstand lange vor der Coronakrise.

Plettenberg/Herscheid – Da sich der Praxisalltag durch die strengen Hygienevorschriften ändern musste, haben viele Kinderärzte die Routine-Vorsorgeuntersuchungen für Kleinkinder verschieben müssen. Der Grund war meistens, dass Eltern aus Angst den Praxen fernblieben – diese Erfahrung hat zumindest der Plettenberger Kinderarzt Michael Achenbach gemacht.

Achenbach machte zu Beginn der Corona-Pandemie eine ganz neue Erfahrung. Vor der Krise platzte seine Praxis aus allen Nähten – doch mit der Coronakrise hatte er schlagartig kaum noch Patienten. „Zu uns kam ein Großteil ohne Voranmeldung. In der Coronazeit konnte ich aber lediglich nur Patienten mit Termin annehmen“, erklärt der Mediziner.

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Aus Angst, sich in irgendeiner Form infizieren zu können, blieben viele seiner Patienten sogar den Vorsorgeuntersuchungen fern. „Ich habe damals immer wieder darauf hingewiesen, dass diese sogenannten U-Untersuchungen ganz normal durchgeführt werden können, aber einige Eltern hatten einfach Angst, in die Praxis zu kommen“, so Achenbach. Mittlerweile habe sich der Alltag für ihn und sein Team wieder etwas normalisiert.

Dennoch befürchtet der Kinderarzt, dass es jetzt zu Komplikationen bei den Nachholterminen kommen könnte. „Jetzt wollen natürlich alle ihre Termine schnellstmöglich nachholen. Das wird natürlich jetzt schwierig, denn da werde ich wieder an meine Grenzen kommen“, befürchtet Achenbach, dass die Krise noch viel Unerwartetes nach sich ziehen wird. Die Herscheider Ärztin Kornelia Hauswald kann allerdings Gegenteiliges berichten: Sie ist froh, dass ihre Patienten während der Corona-Pandemie weiterhin zu wichtigen Vorsorgeuntersuchungen gekommen sind.

 „Wir haben die meisten Termine so gut es geht durchgezogen und das ist auch gut so, denn wir würden es gar nicht schaffen, die jetzt alle im Nachhinein nachzuholen“, ist die Ärztin froh, die hauptsächlich Kinder behandelt. Generell hätten die vergangenen Wochen während der Pandemie positive Auswirkungen auf den Praxisalltag gehabt. „Ich arbeite seit 28 Jahren in diesem Beruf und hab in all den Jahren noch nie so routiniert gearbeitet“, ist sie froh. Dadurch, dass Patienten nur mit Anmeldung gekommen seien, habe man viel koordinierter arbeiten können. Das sei auch für die Arzthelferinnen ein strukturierterer Arbeitsalltag gewesen. 

Natürlich habe man darüber hinaus seine Arbeitsweise anpassen müssen: Im Wartezimmer dürfen nur bis zu vier Personen gleichzeitig Platz nehmen, das Desinfizieren und Abstand halten gehört zur täglichen Routineaufgabe der Mitarbeiter mit dazu. „Die Patienten, die sonst mit Kleinigkeiten in die Praxis gekommen sind, sind jetzt größtenteils weggeblieben. Auch generell ist eigentlich niemand ohne Voranmeldung gekommen, sodass man sich genug Zeit für die Patienten nehmen konnte, ohne die anderen lange warten zu lassen. Das war schon gut so“, erklärt Kornelia Hauswald rückblickend im Gespräch mit der Redaktion. „Auch die Patienten haben sich viel sensibler in der Praxis verhalten und sind stets darauf bedacht, die Hygienevorschriften einzuhalten. Wir alle wären sehr froh, wenn es auch nach der Krise so ablaufen könnte“, hofft Hauswald.

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