Coronakrise

Neubewohner im Altenheim: Erst Test, dann Quarantäne

+
Eine Acrylglas-Scheibe trennt Heim-Bewohner und Besucher am Seniorenheim auf der Bracht voneinander. Näher können sich beide aufgrund des Coronavirus nicht kommen.

Plettenberg - Es ist ein bisschen so, als ob man derzeit in ein fremdes Land reist: Auch Neu-Bewohner von Seniorenheimen müssen erst Tests und Quarantäne über sich ergehen lassen, ehe sie sich an ihrem neuen Domizil erfreuen können. Ein Umstand, der bisher jedoch kaum Probleme bereite, wie es aus den Seniorenheimen heißt.

Der Corona-Test muss negativ sein – andernfalls dürfen Betroffene nicht als neue Bewohner in ein heimisches Seniorenheim ziehen. So sehen es die neuesten Bestimmungen vor. Ebenfalls müssen die „Neuankömmlinge“ nach dem Test auf das Coronavirus sicherheitshalber erst einmal sieben bis 14 Tage auf ihren Einzelzimmern in Quarantäne verbleiben. „Bis jetzt haben wir kein Problem damit. Die neuen Bewohner haben Verständnis dafür und es läuft eigentlich gut“, ist Corinna Flüs vom Altenzentrum St. Josef froh. 

Die aktuellsten Entwicklungen zur Coronakrise im MK gibt es hier...

Auch am Eiringhauser Seniorenheim würden Angebote wie Videotelefonie sehr gut angenommen. „Besonders freuen sich die alten Leute über selbstgemalte Bilder von Enkelkindern oder Grüße auf jegliche Art und Weise und natürlich über die zahlreichen Spenden, die uns im Moment erreichen“, erklärt Pflegedienstleiterin Flüs, die sich auf diesem Wege für diese besonderen Aufmerksamkeiten im Namen aller Senioren bedanken möchte. Elke Reperich, Leiterin des Seniorenzentrums am Radprax-Krankenhaus, ist besonders stolz über das eigens eingerichtete Besucherfenster neben dem Eingangsbereich, das seit Ostern eine direkte Kommunikation von Bewohnern und Angehörigen durch eine Acrylglasscheibe ermöglicht (wir berichteten). „Unsere Haustechniker haben oben Löcher reingebohrt, sodass man sich jetzt auch gut hören kann. Wir müssen die Sprechzeiten wirklich koordinieren, damit sich keine Staus bilden“, freut sich Reperich darüber, wie gut das Angebot angenommen wird. 

Durch die Scheibe sei ein Tragen von Mund- und Nasenschutzmasken nicht unbedingt notwendig. Eine große Erleichterung vor allem für die Senioren, die nicht mehr so gut Hören können und auf das Lippen-Ablesen angewiesen sind. In den vergangenen Tagen habe sich eine weitere Neuerung am Seniorenheim eingebürgert, über die sich alle Beteiligten sehr freuen würden: „Vor dem Haus legen mittlerweile immer mehr Besucher bunte Sauerlandstones ab. Das ist eine schöne Idee“, so Reperich. Kleine bunte Geschenke im Garten – eine willkommene Abwechslung im tristen Corona-Alltag der Senioren. Allgemein sei die Stimmung in den Plettenberger Seniorenheimen auch nach wochenlanger Abschirmung für Nicht-Bewohner weitestgehend entspannt. „Wir können uns nicht beschweren“, erklärt Corinna Flüs vom Altenzentrum St. Josef. 

Auch in den anderen beiden Plettenberger Heimen – am Radprax-Krankenhaus auf der Bracht und im Matthias-Claudius-Haus (MCH) – seien alle Bewohner gesund, zumindest was das Coronavirus betreffe. Im Matthias-Claudius-Heim freut man sich in dieser Woche über eine Neuerung. Seit gestern sei es den Bewohnern nämlich möglich, mit Angehörigen und Freunden per Live-Video zu kommunizieren. „Wir haben mehrer Tablets angeschafft, sodass man sich jetzt beim Telefonieren auch sehen kann“, verkündet Melanie Aderhold die Neuerung. Die Leiterin sei sehr froh über den Service, denn die Nachfrage sei groß. „Die Bewohner sind wirklich technisch interessiert und neugierig auf diese für sie teilweise ganz neuen, digitalen Angebote“, erklärt Aderhold.

 Eine Mitarbeiterin des Matthias-Claudius-Hauses sei jetzt mit der Aufgabe betraut worden, Konferenz-Termine zu koordinieren und somit sicherzustellen, dass die Bewohner auch genügend Zeit hätten, um mit ihren Liebsten in Kontakt zu kommen. Das Tragen von Schutzmasken sei keine wirkliche Neuerung im MCH. „An sich sind die Pflegekräfte das Tragen von Masken gewohnt. Bei den Bewohnern musste aber schon eine Umgewöhnung stattfinden. Vor allem bei den dementiell veränderten Bewohnern war das schon eine Umgewöhnung. Generell läuft das aber ganz gut“, ist Melanie Aderhold zufrieden. „Das ist jetzt einfach so, wir können ja nichts dagegen machen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare