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Corona und Kultur: Veranstaltungsplanung mit „angezogener Handbremse“

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Von: Johannes Opfermann

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Erfreulich aus Sicht der Kultour GmbH: Alle Zeitrausch-Sommernächte konnten stattfinden, darunter auch das Sommerkino.
Erfreulich aus Sicht der Kultour GmbH: Alle Zeitrausch-Sommernächte konnten stattfinden, darunter auch das Sommerkino. © Wiechowski, Jona

Ohne die vierte Corona-Welle hätte am vierten Adventswochenende der Hüttenzauber angestanden, der jedoch bekanntlich doch der Pandemie zum Opfer fiel. Das galt auch für andere Veranstaltungen in diesem Jahr, doch insgesamt konnte 2021 ein großer Teil des geplanten Kulturprogramms stattfinden. So zieht Kultour-GmbH-Chefin Sylvia Eick auch insgesamt ein positives Fazit.

Plettenberg – „Das Jahr war ein großes Auf und Ab und sehr arbeitsintensiv“, berichtet die Geschäftsführerin der Kultour GmbH. „Es war bis kurz vor den Veranstaltungen immer ein großes Zittern.“ Hygienekonzepte mussten rasch angepasst, Planungen über den Haufen geworfen werden.

Der Gesamteindruck

Insgesamt bleibe aber beim Blick in den Veranstaltungskalender 2021 festzuhalten, dass viele Veranstaltungen trotz Corona stattfinden konnten. Zum Teil war dies mit großen Anstrengungen verbunden. Besonders lobt Eick die Zusammenarbeit mit Stadt und Ordnungsamt, die bei der Anpassung der Konzepte an die geltenden Corona-Bestimmungen immer wieder Hilfestellung gaben. Nur so habe vieles stattfinden können. „Es war in diesem Jahr noch nicht mit Vollgas, sondern mit angezogener Handbremse“, sagt Eick. Sie ist froh ist, dass zumindest ein kleines Angebot für die Bürger durchgeführt werden konnte, auch wenn die Veranstaltungen mit weniger Besuchern und Einlasskontrollen etwas anders waren als gewohnt. So fand etwa die Ausbildungsbörse in diesem Jahr digital statt.

Besonders erfreulich war aus Eicks Sicht der Sommer. „Die Zeitrausch-Sommernächte konnten wir alle machen, wenn auch mit weniger Leuten. Wir hatten die Coldplay-Coverband, die Udo-Jürgens-Show, NN-Theater und dann das Sommerkino bei Bombenwetter.“

Im Gegensatz zu anderen Städten habe man mit der kleinen Plewo auch ein Stadtfest auf die Beine stellen können, wenn auch mit einigen Anpassungen kurz vor dem Termin. „Wir mussten die Plewo kurzfristig noch auf links drehen“, erinnert sich Eick. In diesem Rahmen wurde auch das Stadtdinner, bei dem zu den ersten Termin bereits der Andrang sehr groß war, wiederholt.

„Wir konnten auch die Comedy Night mit Jaqueline Feldmann, den Foodtruckstop und das Candlelight Shopping stattfinden lassen und alle Theater-Vorstellungen durchführen“, bilanziert Eick weiter.

Und in der Adventszeit seien die Nikolaus-Aktion gut angenommen worden, ebenso die Wunschbaum-Aktion, bei der viele Wünsche erfüllt werden konnten.

Ein Wermutstropfen bleibt trotz vieler durchgeführter Veranstaltungen. „Wir haben leider dadurch, dass weniger Leute kommen konnten, nicht geringere Kosten gehabt, sondern nur geringere Einnahmen“, erklärt Eick. Hygienekonzepte umzusetzen, Bühnenaufbau oder die Künstler – all das muss bezahlt werden, egal wie viele Zuschauer kommen.

Die Höhepunkte

Als persönliches Highlight bezeichnet Eick den Familientag im Rahmen der kleinen Plewo. „Das war für die Kinder sehr schön, der Tag war fest in Kinderhand.“ Die große Freude bei den Kindern zu sehen, sei sehr berührend gewesen.

Als weiteren Höhepunkt bezeichnet Eick die Eröffnung des „W9“ beziehungsweise „Wilhelm 9“ in der Wilhelmstraße mit dem dazugehörigen Fahrradverleih.

Die Enttäuschungen

Hier nennt Eick die Absage des zusammen mit dem Märkischen Kreis organisierten Musikwettbewerbs „Beat the Band“. „Das wäre eine Veranstaltung für die jungen Leute und sicher ein Highlight gewesen, aus diesem Grund ist es sehr traurig, dass das nicht stattfinden konnte“, bedauert Eick. Im kommenden Jahr soll zusammen mit dem Kreis ein neues Angebot auf die Beine gestellt werden.

„Auch dass der Hüttenzauber, bei dem zum Jahresende noch einmal alle zusammenkommen ausfällt, ist sehr sehr schade“, nennt Eick den Verzicht auf das vorweihnachtliche Event, das in diesem Jahr eigentlich wieder unter dem Stephansdachstuhl stattfinden sollte.

Der Ausblick

Das Jahr 2022 steht im Zeichen des kleinen Stadtjubiläums, da sich die Verleihung der Stadtrechte zum 625. Mal jährt. Auswirkungen der aktuellen Corona-Welle auf die geplanten Veranstaltungen befürchtet Sylvia Eick nicht. Man sei gut auf alle Eventualitäten vorbereitet, habe für alle Events Hygienekonzepte und mehrere Alternativen in der Schublade. „Solange kein kompletter Lockdown kommt, sind wir so aufgestellt, dass wir Veranstaltungen durchführen können.“ Das ist das erklärte Ziel „Wir wünschen es uns groß und mit vielen Menschen.“ Ob sich das auch so umsetzen lässt, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall wolle man kulturelle Angebote schaffen. „Ich bin optimistisch“, so Eick.

Auch an der Beteiligung der Bürger und Vereine für das Jubiläumsjahr mangele es nicht. Für die „Plettenberger Meile“, ein zentraler Aspekt beim Jubiläumsstadtfest, bei dem sich Vereine, Stadtteile und Institutionen präsentieren, sei das Interesse und der Zuspruch vorhanden. Man müsse mit den Vereinen allerdings noch in die Detailplanungen gehen, sagt Eick. Ob ein gemeinsames Treffen Anfang Januar stattfinden kann, ist noch offen. Damit der Aufwand für die einzelnen Vereine nicht zu groß werde – viele konnten sich wegen Corona nur selten treffen, um Dinge zu planen oder zu proben – werde die Kultour GmbH Hilfestellung geben, kündigt Eick an.

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