Coronavirus

Chefarzt erwartet Verschärfung: "Wettrennen um Ressourcen" wie Desinfektionsmittel

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Sascha und Vincenza Wißen (vorne) sowie Dr. Thorsten Ratzke (re.) und Marc Kudera (3.v.li.) spendeten FFP2-Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel an das Radprax-Krankenhaus in Plettenberg.

Plettenberg – Der Aufruf des Plettenberger Krankenhauses zeigte Wirkung, als in der letzten Woche die Vorräte an Desinfektionsmitteln knapp wurden.

Andrzej Ploch, Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Anästhesie, musste in dieser Phase Desinfektionsmittel zum Literpreis von 35 Euro ordern (sonst 5 Euro/Liter). Doch am Freitag gab es dann die erste große Spende durch die Fachhochschule Iserlohn. Maria Nawrath, Inhaberin der Mühlen Apotheke in Altena, hatte vom Bedarf in Plettenberg gehört und ihren Sohn Niklas angesprochen, der an der FH promoviert. 

Dort wurden die verfügbaren Bestände gesammelt und von ihm am Freitag an Betty Pilsner und Andrzej Ploch vom Radprax-Krankenhaus übergeben. Das Duo aus Plettenberg konnte dabei 180 Liter Hautdesinfektionsmittel, drei Liter Flächendesinfektionsmittel, 40 FFP2-Masken, 200 einfache Mundschutzmasken und 50 Anzüge entgegen nehmen. 

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Am Montag wurde der Vorrat dann noch eine weiteres Mal aufgestockt. Privatmann Marc Kudera spendete sechs Liter Desinfektionsmittel und Handschuhe, Zahnarzt Dr. Thorsten Ratzke stellte dem Krankenhaus zehn Liter Desinfektionsmittel zur Verfügung und Sascha Wißen beseitigte mit seiner Spende von 1250 (!) FFP2-Masken auf einen Schlag einen großen Fehlbedarf in diesem Bereich. Der Geschäftsführer des Labors für Messtechnik freute sich bei der Übergabe mit Ehefrau Vincenza Wißen, dem heimischen Krankenhaus mit den Masken helfen zu können. Dr. Sebastian Vieregge hatte den Kontakt hergestellt und freute sich ebenfalls über eine Handvoll Masken für seine Praxis. 

Dr. Georg Krupp, der leitende Chefarzt in Sachen Coronavirus am Krankenhaus Plettenberg, glaubt, dass es ein „Wettrennen um Ressourcen geben wird. Spätestens nach dem rasanten Anstieg der Fallzahlen in den USA könnte sich die Lage weiter verschärfen. Im Plettenberger Krankenhaus sind nach seinen Angaben derzeit nur Verdachtsfälle untergebracht. „Das ist ein bisschen wie die Ruhe vor dem Sturm“, glaubt Krupp, der sich spätestens nach den neuerlichen Sachspenden nun gut gerüstet sieht, für einen Anstieg der Fallzahlen.

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