Jürgen Beine will den SPD-Ortsvorsitz niederlegen

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Jürgen Beine (5.v.re.), hier bei einer SPD-Ortsbegehung im vergangenen Jahr, wird sich nicht mehr zur Wiederwahl als SPD-Ortsvorsitzender stellen.

Auf Bundesebene ist die SPD derzeit in aller Munde, vor allem weil sich das Personalkarussell unvermindert dreht. Doch auch auf Plettenberger Ebene deuten sich Umbrüche an: So wird der bisherige SPD-Ortsvorsitzende Jürgen Beine sich nicht mehr zur Wiederwahl stellen.

Man hätte meinen können, dass es zumindest auf lokaler Ebene ruhiger um die Sozialdemokratie sei, als in der großen Politik in Berlin. Doch weit gefehlt: Wie das ST am Wochenende erfuhr, möchte Jürgen Beine nicht mehr als Ortsvorsitzender kandidieren.

Der Plettenberger SPD-Chef erklärte auf Anfrage, dass er sich mit der Absicht trage, zur Kommunalwahl 2020 nicht mehr anzutreten. „Und ich finde, dass ein Parteivorsitzender auch im Rat sitzen sollte“, sagte Beine. Es handele sich nicht um eine Kurzschlusshandlung; den Entschluss habe Beine bereits vor längerer Zeit gefasst.

„In zwei Jahren bin ich 65, das ist eine besondere Grenze“, erklärte Beine, der als Dozent an der Universität Siegen tätig ist. „Ich habe hier ein neues Projekt angestoßen, das eine berufliche Herausforderung bildet und viel Arbeit erfordern wird“, erklärte der SPD-Ortsvorsitzende. Aus diesen Gründen wolle er es einem anderen, im besten Fall jüngeren Parteivorstand überlassen, die kommende Kommunalwahl vorzubereiten. „Die Vorbereitungen für diesen Wahlkampf laufen gerade an“, erklärte Beine.

Ganz aus der politischen Szene in Plettenberg wolle er jedoch nicht verschwinden: „Ich werde sicher für den Beirat der Partei kandidieren“, sagte Beine.

Beine war im März 2010 zum heimischen SPD-Ortsvorsitzenden gewählt worden und hatte damit Jan-Hendrik Marl beerbt, der den Vorsitz nach nur rund zwei Jahren wieder abgegeben hatte.

Nun müssen die Plettenberger Sozialdemokraten im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung einen neuen Ortsvorsitzenden finden. Parallel dazu steht auch die Neuwahl eines zweiten Vorsitzenden und weiterer Vorstandsmitglieder an.

Die Versammlung findet statt am 1. März um 18.30 Uhr am Plettenberger Awo-Haus an der Brachtstraße. Neben den Berichten, Ehrungen und notwendigen Wahlen will die hiesige SPD auch ihre Planungen und Projekte beraten. Als besonderer Gast konnte die Europaabgeordnete Birgit Sippel gewonnen werden.

Doch es tut sich noch mehr bei der Plettenberger Sozialdemokratie. Besonders durch die Aktionen von Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jungsozialisten (Jusos), gegen die geplante „GroKo“, ist die Jugendorganisation der SPD in den Blick weiter Teile der Bevölkerung gerückt. In der Vier-Täler-Stadt war es dagegen in den vergangenen Jahren recht ruhig um die Jusos geworden.

Das dürfte sich fortan ändern: Die Jusos wollen sich in der Vier-Täler-Stadt neu aufstellen. Die Gründunsgversammlung findet am 28. Februar um 18.30 Uhr in der Gaststätte Zur Lohmühle statt. Dabei stehen unter anderem Vorstandswahlen ebenso auf der Tagesordnung wie auch eine Beratung über die künftige Ausrichtung der jungen Sozialdemokraten vor Ort. Auch Diskussionen über die Projekte, die in Zukunft angestoßen werden sollen, stehen auf dem Plan für diesen Abend. Die konstituierende Sitzung, die unter dem Titel „Neue Jusos – neue Weg“ stattfinden wird, soll ebenso von Gästen aus der heimischen SPD, wie auch durch Besucher aus dem Kreis begleitet werden.

Der noch amtierende Ortsvorsitzende Jürgen Beine ist erfreut über die Neugründung der Plettenberger Jusos. „Das ist ein Weg, der absolut richtig und wichtig ist“, sagte Beine. Die Jusos würden die Plettenberger SPD sicher nach vorne bringen.

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