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„Blatt kann sich schnell wenden“: Kitas wegen Omikron-Welle vorsichtig

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Von: Johannes Opfermann

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Viele Plettenberger Eltern schicken ihre Kinder derzeit lieber nicht in den Kindergarten und versuchen, diese zuhause zu betreuen. Dabei sei die Corona-Lage in den heimischen Kitas derzeit verhältnismäßig ruhig.
Viele Plettenberger Eltern schicken ihre Kinder derzeit lieber nicht in den Kindergarten und versuchen, diese zuhause zu betreuen. Dabei sei die Corona-Lage in den heimischen Kitas derzeit verhältnismäßig ruhig. (Symbolfoto) © Monika Skolimowska/dpa

Der Kita-Betrieb wird durch Corona derzeit kaum eingeschränkt, heißt es auf Nachfrage aus den Einrichtungen. Trotz vereinzelter Fälle in den Familien sei die Lage ruhig – auch dank einer guten Zusammenarbeit mit den Eltern, die beim Thema Testen gut mitziehen und sich sehr vorsichtig verhalten würden. Doch trotz der derzeit relativ guten Nachrichten: „Das Blatt kann sich schnell wenden“, sagt beispielsweise Petra Möwes, Leiterin des Städtischen Papilio-Familienzentrums Stadtmitte.

Plettenberg – Die Corona-Situation hier beschreibt die Leiterin derzeit als eher ruhig. Aufgrund der hohen Inzidenzen gebe es natürlich auch Infektionsfälle von Familienangehörigen der Kita-Kinder, doch für den Betrieb der Kita selbst habe das bisher keine Auswirkung gehabt.

Es gibt aktuell drei Corona-Fälle, die eine Teststrategie nach sich ziehen, die für alle Kinder in der Einrichtung verbindlich ist: Innerhalb von 14 Tagen müssen die Kinder sechsmal zuhause getestet werden und die Eltern müssen dies dokumentieren.

Problematisch sei es allerdings, dass Eltern gesetzlich zwar ein Kind krankmelden, aber nicht mitteilen müssen, aus welchen Gründen oder ob es Kontaktperson einer infizierten Person ist, erklärt Möwes. Es sei also möglich, dass beispielsweise am Tag vor einem positiven Coronatest eines Elternteils das Kind noch in der Einrichtung war, möglicherweise auch engen Kontakt zu anderen Kindern und Erziehern hatte.

Mitarbeiter sind angespannt

Man merke, wie angespannt die Lage bei den Kollegen sei, die in der pädagogischen Arbeit mit den zu 95 Prozent ungeimpften Kindern meist keine Maske tragen. Deswegen ist es aus ihrer Sicht „ganz wichtig, die Kita zu informieren, wenn Angehörige infiziert sind, damit wir in den Gruppen schauen können, ob es Anzeichen für Ansteckungen gibt“.

55 von 70 Kindern waren in dieser Woche in der Einrichtung, was zeigt, wie sehr die Familien auf die verlässliche Betreuung angewiesen sind. Denn in den meisten Fällen seien beide Elternteile berufstätig, verdeutlich Möwes. Deswegen sei auch die Unterstützung bei den freiwilligen Tests sehr hoch, damit die Kita offenbleiben kann und die Eltern ihrer Arbeit nachgehen können. „Sie machen das mit Bravour. Es klappt super“, sagt Möwes. „Sie sind froh für jeden Tag, den wir geöffnet sind.“

Omikron wird noch „über uns schwappen“

„Wir hatten in den letzten drei bis vier Wochen nur sehr wenige Kinder in der Einrichtung, allerdings war bisher nicht ein Corona-Fall dabei“, sagt Jennifer Brehm, Leiterin des Evangelischen Familienzentrums Eiringhausen. Dass die Omikron-Variante irgendwann die Kita erreichen könnte, schließt sie aber nicht aus. „Ich habe die Vermutung, dass diese Welle auch noch zu uns rüberschwappt.“

Für den Moment ist sie froh, dass die Einrichtung bislang nicht direkt von Corona betroffen ist. Zwar gebe es vereinzelte Corona-Fälle in den Familien, bei denen die Eltern und in einem Fall auch ein Kind positiv getestet wurden, doch da die Kinder schon frühzeitig nicht mehr in der Kita waren, sei die Einrichtung davon nicht betroffen gewesen.

Damit das so bleibt, testen sich die durchweg geboosterten Mitarbeiter täglich und auch das Testangebot für die Kinder werde von den Eltern sehr gut angenommen und die zur Verfügung gestellten Schnelltests mitgenommen. „Den Korb mit den Schnelltests füllen wir mehrmals täglich nach“, so Brehm, die sich einer breiten Unterstützung der Elternschaft für das Testen sicher sein kann.

Die Eltern verhielten sich sehr ehrlich und informierten die Kita über Corona-Infektionen in der Familie und würden ihre Kinder dann nicht in die Einrichtung schicken. „Die Eltern sind sehr vorsichtig und lassen ihr Kind lieber einen Tag länger zuhause“, so Brehm.

Der Grund, warum in den letzten Wochen statt 60 teilweise nur 20 Kinder in der Kita waren, ist nicht nur der Vorsicht wegen Corona geschuldet, sondern auch Magen-Darm-Infekten und Fieber, die derzeit die Runde machten.

Magen-Darm-Viren auf dem Vormarsch

In den Junior-Kitas in Ohle und Köbbinghausen ist die Lage seit Wochen unverändert. „Gottseidank“ sei man nur minimal von Corona betroffen, teilt Geschäftsführer Thomas Junior mit. Gruppenschließungen drohen demnach nicht. Durch Magen-Darm-Erkrankungen sei die Kita derzeit stärker betroffen als durch Corona.

Zum Schutz vor dem Virus würden alle Mitarbeiter regelmäßig getestet. Auch den Eltern würden Tests zur Verfügung gestellt mit der Aufforderung die Kinder zu testen. „Mehr können wir da nicht machen“, betont Junior. In Köbbinghausen hätten die Eltern allerdings eine Selbstverpflichtung zum Testen unterschrieben, um so zu ermöglichen, dass ein Kind mit einer Mehrfachbehinderung in einem normalen Gruppensetting teilnehmen kann, was sonst nicht gewährleistet wäre. Am Standort Ohle sei die Akzeptanz der Eltern für das Testen der Kita-Kinder ebenfalls hoch, so Junior.

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