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„Bin gar keine Kundin“: Volksbank warnt vor Betrug per E-Mail

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Von: Johannes Opfermann

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Eine E-Mail der Volksbank machte eine Plettenbergerin stutzig, denn sie ist gar nicht Kundin des Bankinstituts. Später stellte sich heraus, dass die Mail gar nicht von der heimischen Volksbank, sondern von einem Betrüger versandt worden war.
Eine E-Mail der Volksbank machte eine Plettenbergerin stutzig, denn sie ist gar nicht Kundin des Bankinstituts. Später stellte sich heraus, dass die Mail gar nicht von der heimischen Volksbank, sondern von einem Betrüger versandt worden war. © DPA/ MONTAGE: CHRISTOGEROS

Mit immer neuen Betrugsmaschen versuchen Kriminelle, Menschen um ihr Geld zu bringen. Derzeit sind wieder gefälschte E-Mails im Umlauf, die Kunden auf eine angebliche Webseite der Volksbank locken sollen. Eine Plettenbergerin macht auf den Betrugsversuch aufmerksam, der ihr glücklicherweise schnell auffiel. Doch Volksbank und Polizei raten zu erhöhter Vorsicht.

Plettenberg – Die ST-Leserin (Name ist der Redaktion bekannt) berichtet von einer E-Mail, die sie am vergangenen Dienstag (25. Januar) in ihrem Posteingang fand. Angeblich stammte sie von der Volksbank. „Ich sollte neuen Änderungen der Geschäftsbedingungen zustimmen und auf irgendeinen Button drücken“, erzählt die Plettenbergerin. Der sollte sie zu einer vorgetäuschten Volksbank-Internetadresse weiterleiten. www.volksbank.de/zustimmung, berichtet sie. „Das ist wieder nur ein Trick, um an Pins und Daten zu kommen.“ Für die Plettenbergerin war der Betrugsversuch schon aus einem ganz einfachen Grund offensichtlich: „Ich bin überhaupt keine Kundin bei der Volksbank.“ Doch auch die ellenlange Email-Adresse imen.rahmouni@register-enterprise.tn – „.tn“ ist das Länderkürzel von Tunesien – und zwei angegebene Telefonnummern mit Berliner Vorwahl machten sie misstrauisch. Sie meldete den Betrugsversuch per Email an die Volksbank in Südwestfalen.

Dort fragten wir nach, ob derartige Betrugsversuche im Moment vermehrt vorkomme. Solche Fake-, Spam- oder Phishing-Mails seien immer wieder mal im Umlauf, bestätigt Thomas Sommer von der Pressestelle der Volksbank in Südwestfalen. Häufig versuchten Banden, Menschen telefonisch oder per Email „aufs Glatteis zu führen und auf dubiose Seiten zu locken“.

Weit gestreute Phishing-Mails

Schon Anfang des Jahres machte die Volksbank über die Sozialen Medien auf derartige Spam-Mails aufmerksam, die auf Kunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken abzielten, berichtet Sommer. „Es scheint immer noch eine gewisse Flut von diesen Mails zu geben“, stellt der Pressesprecher fest. „Diese scheinen aber sehr weit gestreut zu sein und gehen nicht nur an Volksbank-Kunden, sondern beispielsweise auch an Kunden der Sparkasse.“ So wie in diesem Fall ja auch die Plettenbergerin als Nicht-Kundin der Volksbank eine Mail erhielt. „Die Absender hoffen darauf, dass ihnen dann doch der ein oder andere ins Netz geht.“

Sommer rät Kunden zu erhöhter Vorsicht bei Mails, die ihnen verdächtig erscheinen. „Wenn man sich nicht sicher ist, ob eine Mail wirklich von der Volksbank stammt, sollten Kunden lieber zum Telefonhörer greifen und ihren Berater in der Volksbank anrufen, um sich rückzuversichern.“ Ein Anruf mehr sei besser als unabsichtlich irgendwo draufzuklicken. Mit dem Berater könnten die Kunden auch besprechen, ob es möglicherweise sinnvoll ist, einen Screenshot der Mail zu sichern. Im Zweifelsfall rät Sommer aber zur Löschung der Mails.

Wenn man sich nicht sicher ist, ob eine Mail wirklich von der Volksbank stammt, sollten Kunden ihren Berater in der Volksbank anrufen, um sich rückzuversichern.

Thomas Sommer, Pressesprecher der Volksbank in Südwestfalen

Anders als die E-Mail-Betrüger würde die Volksbank aber niemals versuchen, per Email Daten abzufragen. Sensiblere Angelegenheiten – wie Zustimmung zu Vertragsänderungen beispielsweise – gingen nie an die privaten E-Mail-Adressen der Kunden heraus. „Das würde immer per Post oder bei Kunden, die Online-Banking machen, über das Online-Postfach geschehen“, betont Sommer.

Das Thema Phishing bezeichnet auch Christof Hüls, Pressesprecher der Polizei im Märkischen Kreis, als „Dauerbrenner“. Auch wenn in den letzten Tagen kein erhöhtes Aufkommen festgestellt wurde, so gebe es immer wieder regelrechte Wellen, wenn die Betrugsmails massenweise verschickt werden. Aufgrund der Masse an Mails und weil die Täter häufig vom Ausland aus operieren, sei es allerdings selten, dass Täter ermitteln werden können.

Professionellere Betrugsversuche

„Was wir feststellen ist, dass die Mails professioneller werden“, so Hüls. Früher hätten sich die Urheber durch viele Rechtschreibfehler verraten. Das sei nicht mehr so. „Heute werden die Opfer häufig auch direkt mit Namen angesprochen, die die Absender aus irgendwelchen Namensverzeichnissen abgegriffen haben“, weiß Hüls. Auch die Internetseiten, auf die Menschen gelockt werden sollen und welche die Internetauftritte zum Beispiel von Banken imitieren, seien immer professioneller nachgebaut. „Wenn man dort seine Zugangsdaten eingibt, werden sie gespeichert und im Zweifel werden sie gegen den Kunden verwendet und das Konto missbraucht“, so der Polizeisprecher, der dringend davon abrät, in dubiosen Mails auf Links zu klicken und Daten preiszugeben.

Bei verdächtigen Mails zum Beispiel der eigenen Bank sollte man stattdessen über den Browser auf die bekannte Internetseite gehen und sich im dortigen Postfach vergewissern, ob auch dort eine entsprechende Nachricht eingegangen ist. Die Phishing-Versuche beträfen vor allem Banken, aber auch andere Dienste wie Online-Kaufhäuser, so Hüls. „Bei 99,9 Prozent der Mails dieser Art handelt es sich um Fakes.“

Man muss auf allen Kanälen, auf denen man unterwegs ist – in Sozialen Medien und Messenger-Diensten – damit rechnen, dort von Betrügern kontaktiert zu werden.

Christof Hüls, Pressesprecher Polizei MK

Die Betrugsversuche, darauf weist Hüls ausdrücklich hin, beschränken sich nicht auf E-Mails. „Man muss auf allen Kanälen, auf denen man unterwegs ist – in Sozialen Medien und Messenger-Diensten – damit rechnen, dort von Betrügern kontaktiert zu werden.“ Als Beispiel nennt er Whatsapp-Nachrichten nach dem Schema „Hallo Mama, ich habe ein Problem“, bei dem die vermeintlichen Kinder ihren Eltern – meist der Mutter – eine angebliche Notlage schildern, in der sie dringend einige hundert Euro benötigen.

Der einfachste Weg, um Betrugsversuche anzuzeigen, ist laut Hüls das Online-Anzeigenportal. Unter https://maerkischer-kreis.polizei.nrw/internetwache können dort im Bereich „Anzeige erstatten“ auch direkt Anlagen übermittelt werden, wie beispielsweise die als Screenshot oder Pdf-Datei abgespeicherte Betrugsmail.

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