Silent Rider

Plettenberg beteiligt sich an neuer Initiative gegen Motorradlärm

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Gegen den Lärm, den Motorräder erzeugen, wendet sich die Aktion „Silent Rider“.

Plettenberg – Im Grunde genommen ging es nur um eine Ausgabe in Höhe von 500 Euro, doch das Thema Motorradlärm und die Initiative „Silent Rider“ erhitzte die Gemüter im Haupt- und Finanzausschuss.

CDU-Fraktionschef Heiko Hillert erinnerte in dem Zusammenhang an seinen einstigen Vorschlag, die Affelner Straße für Motorräder zu sperren, der aber nicht auf breiter Front unterstützt worden sei. „Die CDU begrüßt den Weg, auf die Betroffenen zuzugehen“, sagte Hillert, der dabei auch den Lkw-Verkehr auf der dafür gesperrten Affelner Straße in Erinnerung rief.

FDP-Ratsherr Michael Schulte sah das anders. „Wir brauchen keine Kampagnen gegen Lkw- oder Motorradfahrer, es würde helfen, einfach die bestehenden Gesetze anzuwenden. Ich bin sehr dafür, das Bußgeld zu erhöhen“, sagte Schulte, der sich selbst als Motorradfahrer outete und dem es auch ein Anliegen sei, den Lärm zu senken. „So einen wie Ritzel-Radtke bräuchten wir heute noch mal hier“, sagte Schulte und meinte damit den lange pensionierten Polizisten Wolfgang „Ritzel“ Radtke, der in den 80er und 90er Jahren der Schreck aller getunten Zweiradfahrer in Plettenberg war und viele lärmende Mofas, Mopeds und Motorräder stilllegen ließ. Ungeachtet dessen werde sich die FDP der Kampagne aber nicht verschließen.

Heiko Hillert kommentierte Schultes Ausführungen mit „Gut gebrüllt Löwe, aber die Polizei wird sagen, dass sie für verstärkte Kontrollen personell unterbesetzt ist“, sagte Hillert. In dem Zusammenhang sei angemerkt, dass der Plettenberger Wolfgang Klein die Ausschussmitglieder in der Hauptausschuss-Sitzung am 21. Januar um 17 Uhr über die polizeilichen Maßnahmen in diesem Zusammenhang informieren wird.

Abschließend stimmten die Ausschussmitglieder der Aktion zu, die Bürgermeister Ulrich Schulte als „schönes Symbol“ bezeichnete. Die Initiative für „Silent Rider” ging von den Kommunen und Kreisen der Eifel-Region aus. Daraufhin trafen sich Anfang Juni rund 50 Vertreter der Polizei, des Landesbetriebes Straßen NRW, des Forstes und des Bundesverbandes der Motorradfahrer sowie zahlreicher Kommunen aus ganz Deutschland im Dürener Kreishaus.

Die Initiative sucht weitere Mitstreiter, um eine bundesweite Kampagne durchführen zu können, deren Kosten bis März 2021 auf rund 200.000 Euro zuzüglich der Kosten für ein etwaiges „Silent Rider Symposium“ geschätzt werden.

Da beispielsweise an der Affelner Straße, im Bereich Leinschede, Selscheid und Pasel Bewohner darüber klagen, dass der Motorradlärm ihre Lebensqualität stark beeinträchtigt, ist die Thematik auch für Plettenberg ein wichtiges Thema.

Nach Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses soll die Stadt Plettenberg der Initiative „Silent Rider” beitreten und einen einmaligen Unterstützungsbeitrag von 500 Euro zahlen.

Andere Städte im Kreis haben ihren Beitritt ebenfalls angekündigt; auch der Märkische Kreis plant, dem Aktionsbündnis beizutreten und dieses mit 5 000 Euro zu unterstützen.

Die Initiatoren von „Silent Rider” bemängeln, dass Aktionen gegen Motorradlärm bisher unabhängig voneinander und nur regional begrenzt stattfänden. Außerdem werde die Kraft der sozialen Medien nicht genutzt. Genau hier möchte „Silent Rider” ansetzen und eine bundesweite Informations-, Image- und Aktionskampagne gegen Motorradlärm fahren. Die Thematik soll in eine breite Öffentlichkeit getragen werden, um Druck auf die Politik auszuüben.

 

Was fordert „Silent Rider”?

Der Forderungskatalog der Initiative umfasst 10 Punkte:

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