Streckelegen des Hegerings Plettenberg

Jäger erschießen schwer verletzten Hirsch

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Der Damhirsch muss bereits seit Tagen Qualen gelitten haben und wurde von Jägern erlöst.

Plettenberg – Für den Damhirsch war es wohl eine Erlösung: Im Rahmen des traditionellen Streckelegens des Hegerings stießen die heimischen Jäger unter anderem auf das schwer verletzte Tier.

Kleine Strecke, große Beteiligung: 85 Jäger hatten seit Freitag Jagd auf Wildschweine und Füchse gemacht. Wie im Vorjahr allerdings mit nur mäßigem Erfolg: Drei Sauen, zwei Füchse und ein Damhirsch bildeten am Sonntagmorgen die relativ kleine Strecke am Köbbinghaus.

Dass die Jäger eine wichtige Aufgabe haben, zeigte der erlegte Damhirsch, den laut der Jäger aufgrund seiner schweren Verletzungen ein qualvoller Tod erwartet hätte. Das Geweih war komplett in Pferdelitzen verheddert. Dies allein sei noch kein Todesurteil. Denn im besten Fall werfe der Hirsch die Litzen mit dem nächsten Geweihwechsel im Frühjahr ab. In diesem speziellen Fall hatte sich die dünne Schnur aber auch um die Läufe gewickelt.

Die Ausbeute der Jäger des Hegerings beim diesjährigen Streckelegen war nur mager.

„Das Tier konnte sich kaum noch bewegen“, erklärte Philip Plassmann, der den stark geschwächten Hirsch erlöst hatte. Ein Huf war halb abgefault, das Tier stark abgemagert. Mehrere Wochen musste es wohl schon unter den starken Schmerzen gelitten haben, schätzte Plassmann. Das Problem sei nicht neu: In den vergangenen Tagen hätten die Jäger mehrere Tiere mit Litzen im Geweih gesehen, erklärt Plassmann. Unserem Leser Heinz Korreck war vor wenigen Tagen erst noch ein solches Tier vor die Kamera gelaufen.

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Schweinepest bereitet Sorgen

Die Jäger hatten die letzten Tage das Licht des Vollmondes für die revierübergreifende Jagd genutzt. 85 Jäger, darunter auch Gäste aus der Umgebung, waren dabei. „Die Beteiligung war super“, freute sich Plassmann. Das Ziel des Hegerings: Die Bestände von Fuchs und Schwarzwild zu regulieren. Viele Füchse seien an Räude erkrankt, einer tödlichen Krankheit, an der sich auch Hunde anstecken können.

In Polen und weiteren europäischen Ländern grassiert zudem die Afrikanische Schweinepest (ASP). Ein Ausbruch in Deutschland ist nicht ausgeschlossen. Der Hegering ist bemüht, den hohen Wildschwein-Bestand zu verringern, um das Risiko zu minimieren. Diese Tiere legten die Jäger am Sonntag allerdings nicht zur Strecke.

Gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es keinen Impfstoff. Infizierte Haus- und Wildschweine sterben häufig nach kurzer Krankheit. Für Menschen ist der Virus ungefährlich.

Nach den Signalen der Jagdhornbläser am Sonntag gingen die Jäger zum gemeinsamen Frühstück ins Köbbinghaus. Dank der positiven Kassenlage ging das Frühstück in diesem Jahr auf Kosten des Hegerings, verkündete Hegeringleiter Hartmut Tengler.

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