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Baumfällungen in der Innenstadt: Warum am Plettenberger Kirchplatz Änderungen nötig sind

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Von: Johannes Opfermann

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Der Baum links soll gefällt und durch einen neuen ersetzt werden. Die beiden Bäume hinten sollen bleiben erhalten und bekommen außen herum mehr pflasterfreie Fläche.
Der Baum links soll gefällt und durch einen neuen ersetzt werden. Die beiden Bäume hinten sollen bleiben erhalten und bekommen außen herum mehr pflasterfreie Fläche. © Opfermann, Johannes

Seit einigen Monaten schon dauern die Bauarbeiten rund um die Christuskirche an. Bei der Umgestaltung des Kirchplatzes im Zuge der Innenstadtsanierung sorgen nicht nur die dort gefundenen Gräber für Verzögerungen, sondern auch das Wurzelwerk der Bäume. Nun teilt die Stadt mit, dass sich einige Baumaßnahmen verschieben – im wörtlichen Sinn – und auch zwei weitere Bäume gefällt werden müssen.

Plettenberg – Um böse Überraschungen für die Bürger zu vermeiden, wenn wohl schon in der kommenden Woche die fraglichen Bäume gefällt werden, wollte Till Hoffmann, Fachgebietsleiter Stadt- und Umweltplanung, die Öffentlichkeit im Vorfeld darüber informieren, wie die Änderungen gegenüber den ursprünglichen Planungen aussehen. „Es ist wichtig, dass die Leute wissen, dass wir zwei Bäume fällen – aber es kommen wieder zwei neue hin.“

Kirchplatz hat Wurzelproblem

Bei diesen gehe es um die Frage der Baumstellung und des Wurzelbereichs, so Hoffmann. Zum Teil kämen die Wurzeln, weil sie unmittelbar unter dem alten Pflaster verlaufen, dem fachgerechten Einbau des neuen Pflasters in die Quere. Gleiches gilt für die Fundamente der Betonbänke rund um die Pflanzbeete. Diese reichen, wie an der Nordseite der Kirche bereits erkennbar ist, tief in den Boden, auch wenn es dort kein Wurzelproblem gibt.

Fachgebietsleiter Till Hoffmann erläuterte die Änderungen gegenüber den ursprünglichen Planungen.
Fachgebietsleiter Till Hoffmann erläuterte die Änderungen gegenüber den ursprünglichen Planungen. © Opfermann, Johannes

Dieses stellt sich jedoch am geplanten Beet an der Südseite. „Die Wurzeln des großen Baums hätten dort wenig Platz gehabt, deswegen verschieben wir das Beet ein Stück in Richtung Osten – zum Gemeindezentrum hin – und nach Süden“, erklärt Hoffmann. Etwa anderthalb Meter nach Osten und einen halben nach Süden werde das Beet wandern, was dem Betrachter hinterher kaum auffallen werde, dem Baum im Zentrum aber mehr Platz zum Wurzeln gibt.

Für den kleineren im Beet befindlichen Baum sieht man keine Probleme. Nachdem ein Baumgutachter sich die Wurzeln anschaute – diese wurden zur Untersuchung mit einem Saugbagger schonend freigelegt –, habe man mit dem Planungsbüro BBZ entsprechende Änderungen vorbereitet. Die Unterlagen seien noch am Dienstag während der Ratssitzung eingegangen, sodass die Änderungen noch im nicht-öffentlichen Teil von der Politik beschlossen werden konnten, berichtet Hoffmann: „Manchmal kann es auch schnell gehen.“

Zwei Bäume werden gefällt

Ein bislang nicht zur Fällung vorgesehener kleiner Baum direkt an der Kirchstraße soll allerdings gefällt werden, erklärt Hoffmann, da dieser in das noch zu verlegende Mobilitätsband schneiden würde. Als Ersatz soll – vom alten Standort ein Stück versetzt nach Westen – ein neuer Baum gepflanzt werden.

An der Nordseite liegt das Problem anders. Hier stehen die vorhandenen Bäume nicht im geplanten Beet, sondern in der Pflasterfläche. Die Wurzeln des Baums im Nordwesten des Kirchplatzes liegen hier so hoch, dass das Pflaster nicht eingebaut werden kann. Laut Baumgutachter wachse dieser Baum so schlecht, dass er wohl noch fünf Jahre zu leben hätte.

Man habe sich entschieden ihn zu fällen und – leicht nach Südwesten verschoben – durch einen neuen zu ersetzen. „Die beiden anderen Bäume wollen wir auf jeden Fall erhalten“, betont Hoffmann. Gemeint sind die Bäume Richtung Diakoniestation. Der Innenradius um die Bäume solle aber deutlich größer gefasst und nicht gepflastert werden, sondern aus einer wassergebundenen Decke bestehen. An dieser Stelle sei dies im Unterschied zu dem anderen Baum möglich, weil die dortige Fläche nicht befahrbar sein muss.

An der Südseite wird dieser Baum gefällt.
An der Südseite wird dieser Baum gefällt. © Opfermann, Johannes

Verzögerungen durch Gräber

Auch das Gräberfeld im Umfeld der Christuskirche sorgt für Verzögerungen, worauf schon Sebastian Jülich, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, in der Ratssitzung am Dienstag hingewiesen hatte. „Wir haben nicht mit einem so großen Umfang an Gräbern gerechnet“, erklärt auch Hoffmann. Diese liegen zudem nur 40 Zentimeter tief und damit höher als erwartet, und zwar genau in dem Bereich, in dem auch Leitungen verlegt werden. Immer wenn die Arbeiten auf Gräber stießen, müssten diese archäologisch dokumentiert werden, wodurch die Firma Boymann nur abschnittsweise arbeiten könne.

Zeitliche Verzögerungen durch diese Dokumentationspflichten sowie die Baumfällungen – wahrscheinlich kommende Woche – und Neupflanzungen werde es wohl geben; genauere Zeitangaben machte Hoffmann jedoch nicht. Da aber alle Baumaterialien vor Ort seien, sehe er keine großen Probleme. Auf die nächsten großen Bauabschnitte wie dem in der Planung befindlichen Maiplatz sollen die Verschiebungen am Kirchplatz keine Auswirkungen haben.

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