„Jumbo“ aus Plettenberg

Autos, Drogen, Geld: Wie ein einst gefürchteter Verbrecher die Kehrtwende vollzog

Schon als Kind beschloss Dirk „Jumbo“ Michgehl Rocker zu werden.
+
An dieser Fichte am Spielplatz auf der Burg beschloss Dirk „Jumbo“ Michgehl als Kind, dass er ein Rocker werden möchte. Heute bereut er seine Taten. Die Tattoos am ganzen Körper zeugen noch immer von seiner Zeit als Berufsverbrecher.

Er war einer der gefürchtetsten Verbrecher Plettenbergs und berüchtigt im ganzen Sauerland: Dirk Michgehl alias „Jumbo“. Doch von seinem alten Leben hat er sich längst abgekehrt und arbeitet mit Jugendlichen, um sie davon abzuhalten, die gleichen Fehler zu machen wie er selbst.

Plettenberg – Die Geschichte von Dirk Michgehl ist die von funkelnden Harley Davidson, von Achtzylinder-Luxuslimousinen, von Geld im Überfluss, von einem Leben im Rausch. Sie beinhaltet fast alles, was das Strafregister hergibt: Diebstähle, Körperverletzungen, Drogenhandel, organisierte Kriminalität. Dirk Michgehl, Spitzname Jumbo, war einer der gefürchtetsten Verbrecher Plettenbergs, berüchtigt im ganzen Sauerland. Ein Mann, dem scheinbar niemand etwas anhaben könnte.

Aber die Geschichte von Jumbo hat auch eine andere Seite. Sie spielt in Krankenbetten, auf Intensivstationen, sie erzählt vom Drogentod seiner Ehefrau und vieler Freunde, von fünfeinhalb Jahren im Gefängnis. Sie hält eine unrühmliche Begegnung mit seinem Sohn hinter Gittern ebenso bereit wie die Begegnung mit einem Mann, der in Jumbo einen Sinneswandel auslöste.
All diese Erfahrungen haben aus Dirk Michgehl einen Jumbo geformt, der heutzutage sein Leben für andere einsetzt. Er ist zu einem Mann geworden, der andere vor jenen Fehlern bewahren möchte, die er selbst gemacht hat. Das ist die Geschichte des Plettenbergers Dirk „Jumbo“ Michgehl, 54, der heute in Werdohl lebt.

„Ich warte auf den Weckruf. Ich warte auf Frühstück. Ich warte auf Briefmarken. Ich warte auf die Freistunde. Ich warte, dass die Tür aufgeht.“ *

Gedanken und Erinnerungen aus der Haft

Die kursiven und mit * markierten Sätze stammen von Dirk „Jumbo“ Michgehl selbst, der während seiner Haft viele Gedanken und Erinnerungen niedergeschrieben hat. Dazu gebracht hat ihn vor allem der Anstaltspfarrer Dirk Harms. Mit ihm ist Jumbo noch heute befreundet. Er ist ihm dankbar: „Alles, was ich jetzt habe, hätte ich ohne ihn nicht geschafft.“

„Jumbo“ aus Plettenberg: Die Kehrtwende eines einst gefürchteter Verbrechers

An einem regnerischen Tag im Mai lehnt sich Dirk Michgehl an den Stamm einer alten Fichte am Spielplatz der Wohnsiedlung Burg. Einer wirkt so breit wie der andere; links der Baum, ein unerschütterlicher Zeitzeuge, der sich über den Spielplatz erhebt; rechts der nicht minder beeindruckende Mann mit der Irokesen-Frisur auf dem sonst kahlrasierten Schädel, den Narben von den vielen Drogenspritzen in der Ellenbeuge und den Tätowierungen am ganzen Körper, die von seinem Leben erzählen. Beim letzten Mal, als Dirk Michgehl hier stand, war er noch ein Kind – ein äußerlich ganz normaler Nachbarsjunge, der beschlossen hatte, auf die dunkle Seite des Lebens zu wechseln.

Nur einen Steinwurf entfernt von der Fichte ist Dirk Michgehl in einem der Mehrfamilienhäuser am Königssiepen aufgewachsen. Die Nachbarn sind damals für ihn Tanten und Onkels, die ihn immer willkommen heißen. Im Spielplatz-Sandkasten formt er mit seinen Freunden Straßen, auf denen die Spielzeugautos brummen. Nur zuhause, da fühlt sich der junge Dirk ausgeliefert, oft verdroschen von seinem Vater, vernachlässigt von seiner Mutter, die sich lieber dem Alkohol zuwandte und ihrer Spielsucht nachkam, so erzählt er es heute.

„Jumbo aus Plettenberg“ - „im Land der fliegenden Messer“

Er muss früh lernen, sich zu verteidigen – nicht nur Zuhause, sondern auch auf dem Spielplatz, wenn „im Land der fliegenden Messer“, wie die Gegend zu dieser Zeit genannt wird, die großen Jungs kommen und den Kleinen die Spielzeugautos abnehmen wollen. Kurz nach seiner Einschulung ist Dirk klar: In seiner Welt, in der er von der Gesetzmäßigkeit des Stärkeren überzeugt ist, möchte er lieber Täter als Opfer sein.

Dieser Gedanke brennt sich endgültig in ihm ein, als er sich den Easy Riders anschließt – einer Gruppe von Jugendlichen, die sich mit ihren Mofas, später mit ihren Mopeds, regelmäßig am Spielplatz auf der Burg treffen. Die Jungs trinken Bier, rauchen Joints und sehen mit ihren Tattoos aus wie harte Hunde. Dirk, damals sechs, will dazu gehören. Also bringt er auf dem Herd zuhause eine Zigarette zum Glimmen, läuft zum Spielplatz und lehnt sich in James-Dean-Manier mit Kippe auf dem Zahn an die Fichte neben dem Spielplatz.

Schlägerei der Easy Riders - Jumbo beschließt Rocker zu werden

Sie nehmen ihn auf, der kleine, etwas dickliche Jungen heißt jetzt nicht mehr Dirk, sondern Jumbo. Er hängt mit den deutlich älteren Jugendlichen rum, darf mitfahren, wenn die Easy Rider mal wieder irgendwo in eine Schlägerei verwickelt sind. Und spätestens als Jumbos Vater mal wieder besoffen auf ihn eindreschen will und sich „der Holger“ von den Easy Riders vor ihn stellt, dem alten Mann Schläge androht und ihm sagt, er solle sich verpissen, da legt sich bei Dirk Michgehl ein Schalter um. Sein Vater, der Mann, der immer die Macht über ihn hatte, muss plötzlich zurückstecken, weil es da draußen einen gibt, der stärker ist als er.
Neben jener Fichte, die heute noch an dem Spielplatz steht, beschließt Jumbo seinerzeit, ein Rocker zu werden.

„Ich warte aufs Duschen. Ich warte auf das Mittagessen. Ich warte auf Post. Ich warte auf den Umschluss. Ich warte auf Abendbrot.“ *

Jumbo tauscht in den Folgejahren die Sandkasten-Idylle gegen die Unterwelt. Er klaut Tiefkühlpizza und Schokoriegel aus dem Milchwagen, weil zuhause der Kühlschrank leer ist. Er pirscht sich durch fremde Gärten, um Grünkohl zu stehlen, weil er Hunger hat. Er sticht sich seine ersten Tattoos selbst oder lässt sie von Freunden stechen, weil er cool sein will.

Auf dem Schulhof der Breddeschule ist Jumbo der, um den die meisten lieber einen Bogen machen. Der Junge, der früher zuhause regelmäßig Schläge einstecken musste, macht jetzt die Ansagen.

Einst gefürchteter Verbrecher: Mit 13 beginnt Jumbo Drogen zu verkaufen

Mit 13 beginnt Jumbo, Drogen zu verticken. Es beginnt mit dem Verkauf von Haschisch auf dem Schulhof, geht später über zu Kokain und Amphetaminen („Pep“) bis hin zu Heroin, das er sich mit 17 auch selber spritzt.

Er versucht es trotz seiner Drogenabhängigkeit mit einem normalen Beruf in einem Plettenberger Industriebetrieb, kommt aber schnell an seine Grenzen. Also wird er lieber zum „Chef der Faulen“, wie er heute selbst sagt. Er wird Präsident bei einem großen Motorradclub im Sauerland.

„Ich warte auf einen guten Film. Ich warte auf den Schlaf. Ich warte auf Ruhe. Ich warte auf einen schönen Traum.“ *

Der Style gehört dazu. Auf der Harley oder in der Mercedes S-Klasse fährt er zu den Sitzungen jeden Donnerstag ins Clubheim, mit dem 850er BMW cruist er über den Maiplatz.

Drogengeschäfte, Raub - immer wieder landet Jumbo vor Gericht

Die Drogengeschäfte laufen, nebenbei rauben Jumbo und seine Clubmitglieder Firmen aus oder sichern Geldübergaben als Sicherheitsleute ab. Immer wieder landet Jumbo deshalb vor Gericht, immer schafft er es, mit Geld- oder Bewährungsstrafen davonzukommen. Wenn es mal enger wird, dann bezahlt er einen Top-Anwalt, der ihn irgendwie rausboxt.

„Ich kann hier gewinnen“, denkt er und macht sich einen Spaß daraus, beim Sozialamt Sozialhilfe zu beantragen, weil er für eine Gerichtsverhandlung ein geregeltes Einkommen nachweisen möchte. Natürlich fährt er im dicken, auf anderen Namen angemeldeten Mercedes vor, weil er’s kann. Die Schattenseiten, die sein Lebensstil einfordert, nimmt er in seinem Rausch kaum wahr.

„Ich warte auf den Arzt. Ich warte auf CDs. Ich warte auf eine Spielesammlung. Ich warte auf den Einkauf. Ich warte auf den Wäschetausch.“ *

Freunde kommen und gehen. Bei Jumbo gehen sie mehr, als dass sie kommen, und zwar für immer. Sie werden tot aufgefunden, oft wegen einer Überdosis. Der Drogenkonsum rafft auch seine Ehefrau dahin, mit der er zwischenzeitlich Drogen genommen hatte, aber mit der er zum Zeitpunkt ihres Todes Jahre danach keinen Kontakt mehr hatte. Er selbst wacht nach der ein oder anderen Überdosis im Krankenhaus auf, erleidet einen Herzinfarkt und springt dem Tod von der Schippe, als er ins Koma versetzt wird. Die Ärzte hatten ihn da schon aufgeben. Sie ahnten wohl nicht, dass sie es hier mit Jumbo, dem schier Unverwundbaren, zu tun hatten.

Überdosis, Herzinfarkt, Koma: Eine Tätowierung erinnert Jumbo an das schicksalhafte Daturm

Am 18. Dezember 2009 wacht Jumbo aus dem Koma auf, sein Körper erholt sich wie durch ein Wunder fast vollständig. Das Datum trägt er heute noch immer als Tätowierung auf dem Hals.

Er rechnet nicht damit, dass seine Glückssträhne vor Gericht enden könnte. Bewaffneter Drogenhandel steht diesmal im Raum, Höchststrafe 15 Jahre. Am Tag der Urteilsverkündung im März 2011 lässt er die Notfalltasche mit Tabak, Klamotten und Traubenzucker, die er für den Fall der Fälle für einen Gefängnisaufenthalt gepackt hat, siegessicher zuhause.

Das Gericht verurteilt Jumbo zu acht Jahren Haft. Er glaubt in diesem Moment immer noch, er hätte gewonnen, weil es weder die Höchststrafe, noch die Forderung der Staatsanwaltschaft von zehn Jahren geworden ist. Er würde jetzt einfach in Revision gehen und weiter auf freiem Fuß leben. Doch er irrt sich.

Acht Jahre Haft - er glaubt noch, er könne in Revision gehen

„Ich warte auf die Genehmigung der Anträge. Ich warte auf Besuch. Ich warte auf einen schönen Tag.“ *

Schritte hallen durch den Flur. Der Geruch von Männerschweiß liegt in der Luft. Schlüsselbunde klimpern, Zellentüren werden auf- und abgeschlossen. In einer dieser Zellen sitzt Jumbo, Mitte 40, berüchtigt und gefürchtet im ganzen Sauerland, jetzt ein ganz kleines Licht in Untersuchungshaft.

Er hasst diese Geräusche, er hasst seine Zelle, er hasst den ungesalzenen Kleister aus Kartoffelpüree mit Bohnengemüse und Tofu-Wurst, der ihm zum Mittagessen vorgesetzt wird. Er lässt seinen Frust mit den Fäusten an Mitgefangenen aus, von denen er überzeugt ist, dass sie noch viel schlimmere Verbrechen als er begangen haben.

Jumbo ist ein Fall, dem die Justiz wenig Hoffnung auf einen Sinneswandel einräumt. Man stuft ihn als „in hohem Maße dissozial“ ein. Und auch Jumbo selbst schmiedet schon Pläne, wie er nach der Gefängniszeit einfach genau so weitermachen will wie bisher – im Club, mit Drogengeschäften und dicken Autos. Um seine Haftbedingungen zu verbessern, stellt er einen Antrag auf Behandlungsvollzug, versichert schriftlich, dass er sich ändern wolle - und lacht sich ins Fäustchen, als dieser bewilligt wird.

Im neuen Gefängnis kennt man diese Spielchen schon. Solche Leute wie ihn wolle man hier nicht, lassen ihn die Verantwortlichen gleich am ersten Tag wissen. Und doch gibt es einen, der Jumbo eine Chance geben will. Einen, der sein Leben für immer verändern sollte.

Ist er wirklich ein besserer Mensch als ein Mörder?

„Ich warte auf die Verhandlung. Ich warte auf schlechtes Wetter. Ich warte auf die Entlassung. Ich warte darauf, dass die Zeit vergeht.“ *

Ausgerechnet der Pfarrer, denkt sich Jumbo. Er selbst ist nicht gläubig. Sicher mag es da jemanden geben, der über uns wacht, aber die Kirche, Andachten oder Gottesdienste brauchte Jumbo für diesen Gedanken nie.

Dirk Harms, der Anstaltspfarrer, ist nicht so, wie Jumbo die Geistlichen immer vor Augen hatte. Harms stellt ihm die richtigen Fragen zur richtigen Zeit. Er gestaltet Andachten, in denen sich Jumbo wiederfindet, ohne, dass er direkt angesprochen wird. Andachten, die ihn zum Nachdenken bringen.

Ist dieser Mensch mit bürgerlichem Namen Dirk Michgehl als Kind wirklich immer nur das Opfer gewesen? War es richtig, zu stehlen, weil er Hunger hatte? Drogen zu verkaufen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten? Leute zusammenzuschlagen, nur weil er selbst kassiert hatte?

Ist er wirklich ein besserer Mensch als ein Mörder, so wie er es immer dachte? Oder hat er nicht auch unzählige Menschen ins Unglück gestürzt, indem er ihnen Drogen schmackhaft machte? Hat er nicht auch indirekt Menschenleben auf dem Gewissen, weil er sie immer weiter mit Heroin versorgt hat? Ist Jumbo in dieser Geschichte gar nicht das Opfer? Sondern der Täter?

Tag für Tag wirbeln Fragen wie diese durch seinen Kopf. Die Erkenntnis schmerzt. Aber noch mehr als diese Gedanken durchbohrt ihn die Begegnung mit seinem eigenen Sohn hinter Gitter. Der Junge, vor dem er seinen Drogenkonsum und seine illegalen Geschäfte immer so gut wie möglich versucht hatte, zu verheimlichen – natürlich vergeblich –, saß plötzlich selbst hinter Gitter. Spätestens jetzt beschließt Jumbo, sein Leben zu ändern.

Nach fünfeinhalb Jahren kommt Jumbo aus dem Gefängnis - er ist ein anderer

„Ich warte auf die Freiheit.“ *

Nach fünfeinhalb Jahren kommt Jumbo wegen guter Führung aus dem Gefängnis. Er steht mit Verantwortlichen des Vereins „Gefangene helfen Jugendlichen“ in Kontakt und willigt ein, als ehemaliger Häftling Kindern und Jugendlichen die Folgen von Gewalt und Straftaten zu vermitteln. Seitdem sitzt Jumbo, dieser „dicke, tätowierte Typ“, wie er sich selber beschreibt, in Jugendzentren in ganz Nordrhein-Westfalen und plaudert mit Jugendlichen über die Schattenseiten seines Lebens.

Er erzählt ihnen: „Ja, ich habe 32 Jahre gekifft, weil ich es geil fand.“ Er sagt ihnen aber zum Beispiel auch, dass ein Kiffer zehn Euro am Tag für Gras ausgibt, dass er dazu noch 20 Euro ausgibt, um den typischen Heißhunger zu bekämpfen. „Schon mal von den Malediven gehört?“, fragt Jumbo oft junge Erwachsene mit Drogenabhängigkeit. „Zu teuer? Wenn ich nur 20 gesparte Euro am Tag rechne, dann sind die Malediven ganz nah.“ Er rechnet ihnen vor, wie man sich von einem ganz normalen Angestellten-Gehalt nicht nur solche Urlaube, sondern nach Jahren auch ein Haus und womöglich sogar das dicke Auto leisten kann, das man mit Drogendelikt in der Führerschein-Akte ansonsten gar nicht fahren könnte.

Er nimmt Freiwillige mit in den Knast, lässt sie von dem ungewürzten Essen probieren und schließt sie, wenn sie wollen, für einen Moment in eine siebeneinhalb Quadratmeter große Zelle, damit sie so eine Vorstellung davon bekommen, wie sich inhaftierte Straftäter fühlen müssen.

Jumbo engagiert sich: „Gefangene helfen Jugendlichen NRW“ und Genesungshelfer

Ab Juli tritt er neben seinem Beruf als Projektkoordinator von „Gefangene helfen Jugendlichen NRW“ einen weiteren neuen Job an: Wenn zu diesem Zeitpunkt die fünfjährige Berufssperre nach der Haftentlassung abgelaufen ist, um als Amtsperson zu arbeiten, ist er künftig an zwei Tagen die Woche in einer forensischen psychiatrischen Klinik als zertifizierter Genesungshelfer beschäftigt. Dort will er mit den oft verschlossenen Menschen im Maßregelvollzug ins Gespräch kommen und ihnen so helfen, sich zu öffnen, damit sie gezielter therapiert werden können. Für die Ausbildung musste er zwei Mal 120 Stunden Praktikum absolvieren, hat Prüfungen geschrieben und zwei Semester gepaukt.

Jumbo, der ehemalige Berufsverbrecher, saß dafür mit Anfang 50 am Schreibtisch und hat wieder Hausaufgaben erledigt. Auch das gehört zu seinem neuen Leben.

Es gibt viele, die Jumbo diesen Sinneswandel nicht zugetraut hätten, weil sie ihn noch aus seiner kriminellen Vergangenheit kennen. Michael Schröder zum Beispiel, heute Jugendamtsleiter im Plettenberger Rathaus, erinnert sich noch an die ein oder andere Begegnung mit ihm im Jugendzentrum. Schröder sagt heute über Jumbo: „Er war nie doof. Er hatte schon immer diese Energie und diese Cleverness, mit der er ganz andere Dinge hätte erreichen können.“ Dass er sich gewandelt hat, dass er jetzt sogar auch als Honorarkraft in Plettenberg tätig ist und Jugendliche in Einzelbetreuung davor bewahrt, auf die schiefe Bahn zu geraten, freut Schröder sichtlich. „Das, was er jetzt macht, ist ein ganz wichtiger Bestandteil für die Gesellschaft“, sagt er über Jumbo.
Beide können sich noch an das erste Telefonat kurz nach der Haftentlassung erinnern. Jumbo rief bei Schröder im Rathaus an.

„Hallo, hier ist Dirk Michgehl vom Verein Gefangene helfen Jugendlichen NRW. Ich wollte fragen, ob wir auch in Plettenberg...“

Schröder musste kurz überlegen, dann unterbrach er Dirk Michgehl. „Bist du das, Jumbo?“ Ja, er war es wirklich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare