Plettenberger Innenstadt

Aufenthaltsqualität und Lieferverkehr - kann das passen?

Bei der Beschaffung der Wassertechnik gab es Verzögerungen.
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Die Verzögerungen beim Bau der Wasserspiele in der Wilhelmstraße würden laut Bauamtsleiter Sebastian Jülich in der Verzögerung bei der Beschaffung der Wassertechnik begründet liegen.

Die Innenstadtsanierung macht zwar weiter Fortschritte – doch infolge von Lieferschwierigkeiten hinkt man dem Zeitplan etwas hinterher. Wenn die Arbeiten an der Wilhelmstraße abgeschlossen sind, droht ein neues Problem: Wie lassen sich die gewünschte Aufenthaltsqualität und der notwendige Lieferverkehr miteinander vereinen?

Plettenberg – Wie Sebastian Jülich, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, in der Ratssitzung am Dienstagabend erläuterte, werde aktuell in der Wilhelmstraße gearbeitet, und zwar ab Höhe des Geschäfts Schadwinkel bis zum Alten Markt. Bis zum Oberstadtgraben seien die Pflasterarbeiten abgeschlossen. An der linken Seite am Obertor sei man mit Erdarbeiten beschäftigt. Hier würden große Edelstahltöpfe eingesetzt, die den Unterbau für die Wasserfontänen darstellen sollen.

Fontänen

Ein Schacht für die Wassertechnik sei ebenfalls gesetzt und die Verrohrung für die Fontänen hergestellt worden. Die Kosten für den Tiefbau betragen 1,8 Millionen Euro, hinzukommen 200 000 Euro für die Wassertechnik, erläuterte Jülich in seinem Sachstandsbericht. Der Bauamtsleiter musste aber auch folgendes einräumen: „Bei der Bauzeit hinken wir etwas hinterher.“

Der Grund seien Verzögerung bei der Beschaffung der Wassertechnik. Erst in der letzten Ratssitzung vor Weihnachten 2019 sei die Entscheidung gefallen. Die Lieferzeit habe sich lange gezogen, sodass erst im Oktober dieses Jahres mit dem Einbau begonnen werden konnte. Die Folge: Voraussichtlich werde man erst im Frühjahr 2021 am Alten Markt fertig.

Weitergehen sollen die Arbeiten sowohl von der Wilhelmstraße Richtung Alter Markt, als auch vom Obertor Richtung Maiplatz. Auch am Kirchplatz würde in einigen Monaten losgelegt.

Kirchplatz

„Die Arbeiten am Kirchplatz sind ausgeschrieben und werden wohl im Januar vergeben“, so der Bauamtsleiter. Vermutlich nach Ostern könnten die Arbeiten dort beginnen. 

Lieferverkehr

Mit der Sanierung der Innenstadt hängt auch deren künftige Nutzung zusammen – unter anderem, zu welchen Zeiten dort Lade- und Lieferverkehr zugelassen werden soll. Im Arbeitskreis Innenstadt waren dabei sowohl ein Zeitfenster am Vormittag – montags bis samstags von 6 bis 11 Uhr – und am frühen Abend – montags bis freitags von 17 bis 19 Uhr – vorgeschlagen worden. Der Planungs- und Umweltausschuss hatte dazu am 18. November keine Entscheidung gefällt, da es unterschiedliche Ansichten zur Begrenzung des späteren Lieferzeitraums gab. Die Verwaltung hatte daher einen Kompromissvorschlag in zwei Varianten ausgearbeitet, die auch die Belange der Außengastronomie stärker berücksichtigen sollte.

Die erste sieht eine nach Jahreszeit wechselnde Lösung vor: In den Monaten ohne beziehungsweise mit untergeordneter Außengastronomie (November bis März) könnte die Befahrung bis 19 Uhr zugelassen werden, in den übrigen Monaten könnte sie bereits um 18 Uhr enden. Die zweite Alternative würde zunächst die Befahrung der Innenstadt durch Lieferverkehr bis 19 Uhr vorsehen. Im Sommerhalbjahr könnte dann bei den Zeiten nachjustiert werden, sofern seitens der Gastronomen konkrete Schwierigkeiten berichtet würden. In beiden Fällen würde dies eine Wechselbeschilderung erfordern, die mit etwa 500 Euro zu Buche schlüge.

Patrick Hansmann (CDU) übte Kritik daran, dass der Kompromissvorschlag erst vorgelegt wurde, nachdem der Arbeitskreis Innenstadt zweimal getagt hatte. „Das ist unglücklich gelaufen.“ Der Vorschlag selbst sei ein „gangbarer Weg“, wobei Hansmann sich für die zweite Variante aussprach. Der Lieferverkehr finde vor allem vormittags statt, die längere Öffnung der Innenstadt für den Verkehr bis 19 Uhr solle es dagegen hauptsächlich Anwohnern ermöglichen, Einkäufe mit dem Auto nach Hause zu fahren.

Carsten Hellwig (FDP) sah das anders. „Man muss lesen, was da steht.“ Und es sei eben von Ladeverkehr die Rede. Seine Sorge: „Wir würden dann im Sommer bis 19 Uhr Lieferverkehr haben. Das ist schlecht für die Außengastronomie. Wenn wir sie fordern und fördern wollen, macht es keinen Sinn, Lieferverkehr bis 19 Uhr zu haben.“

Martina Reinhold (SPD) stimmte dem zu. Sie verwies auf die Investitionen für die Innenstadtsanierung. „Wir reden seit sieben Jahren davon, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Da muss man der Gastronomie und allen Plettenberger Bürgern auch diese eine Stunde gönnen, damit die Aufenthaltsqualität zunimmt.“

Mit 19 Stimmen votierte der Rat für die Variante, die Lieferzeiten in den Sommermonaten nur bis 18 Uhr zuzulassen, 16 Ratsmitglieder stimmten dagegen.

Pollerlösung aus der Versenkung geholt

In der Debatte um den Lieferverkehr im Innenstadtbereich fragte Andreas Patry (PWG) nach versenkbaren Pollern für den Innenstadtbereich, damit dieser ab einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr befahren wird. Diese Poller seien 2012 diskutiert worden, auch 2015 und 2016 habe man daran erinnert, aber in die Planung seien sie nie eingeflossen. Patry wollte wissen wieso, und bat zudem um eine Kostenaufstellung, was ein nachträglicher Einbau kosten würde. Bürgermeister Ulrich Schulte verwies darauf, dass die Pollerlösung zu einem Zeitpunkt diskutiert wurde, als noch auf dem Alten Markt und auf der Wilhelmstraße geparkt werden sollte. 2016 sei der Beschluss gegen eine Parkmöglichkeit in der Innenstadt gefallen, daher sei auch die Pollerlösung nicht weiter verfolgt worden. Patrys Vorschlag stellte Schulte dem Rat aber zur Abstimmung. Einstimmig beauftragte der Rat die Verwaltung, zu ermitteln, wieviel ein nachträglicher Einbau versenkbarer Poller kosten und an welchen Stellen ein solcher infragekommen würde. 

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