Schützenverein Landemert

Auch ohne Schützenfest: Dieser Verein kann auf seine Mitglieder bauen

Zwei Jahre in Folge gibt es in Landemert kein Schützenfest.
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Im Mai 2019, als sich Frank und Stefanie Schmellenkamp (Mitte) als neue Majestäten der Landemerter Schützen präsentierten, dachte noch niemand daran, dass in den folgenden zwei Jahren coronabedingt kein Schützenfest mehr gefeiert werden könnte.

Nicht nur das Landemerter Schützenfest, das eigentlich am vergangenen Wochenende hätte stattfinden sollen, musste coronabedingt abgesagt werden. „Das Vereinsleben wurde bei uns wegen Corona auf Null runtergefahren. Die Gesundheit unserer Mitglieder geht vor“, erklärte der 1. Vorsitzende des Landemerter Schützenvereins, Helge Hessmer. Er weiß, wovon er spricht: „Ich hatte mich auch infiziert, was sich aber glücklicherweise nur wie ein Schnupfen bemerkbar gemacht hat.“

Plettenberg – Diese Erfahrung bestärkte den 1. Vorsitzenden nur noch mehr, kein Risiko durch allzu enge Kontakte einzugehen. Ein geplanter Frühschoppen für die Vier-Täler-Stadt oder ein Schützenfest in kleinstem Kreise – alles Ideen, die wie Seifenblasen zerplatzten.

Dennoch konnte Hessmer von vielen Aktivitäten des Vereins berichten.

Dazu lag ein Termin schon weiter zurück: der Antrag auf Förderung zur Umgestaltung der Schützenhalle im Rahmen der Leader-Projekte. Dem Antrag in Höhe von 125 000 Euro wurde stattgegeben. Bei einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung, die im September 2020 unter Einhaltung der Corona-Schutzbestimmungen stattfand, wurde dem Projekt zugestimmt, das 35 Prozent Eigenkapital erforderlich macht. Es folgte die Leader-Freigabe und schon ging es los.

Das bisher die Halle dominierende, schlichte Braun wich einem frischen Grau-Weiß: Das Holz kam raus und ein neuer Vinylboden hinein, die Heizung wurde auf Gas umgestellt, die Licht- und Tontechnik erneuert, die Theke gänzlich neu gestaltet und ist auch schon fast fertig. Ganz wichtig sind die senioren- und behindertengerechten Toiletten, die sich bereits in Planung befinden.

Hessmer zeigte sich über die Unterstützung bei den Arbeiten aus den Reihen der Mitglieder sehr erfreut: „Wir konnten viel in Eigenleistung bei den anstehenden Aufgaben mit einbringen. Verabredet hatten wir uns jeweils über unsere Whats-App-Gruppe. Auch Mitglieder, die sonst eher selten bei solchen Einsätzen zu sehen sind, haben kräftig mit angepackt. Dafür möchte ich mich bei allen schon jetzt einmal herzlich bedanken.“

Auch der amtierende Schützenkönig, Frank Schmellenkamp, ließ es sich nicht nehmen, bei den Arbeiten zu helfen. „Das ist Ehrensache, mit Hand anzulegen.“ Und auf die Frage, was ein seit 2019 immer noch aktueller Schützenkönig in den Corona-Zeiten für Aufgaben zu erfüllen hat, kam die Antwort: „Eine liebe Pflicht ist es, unseren Altmajestäten, die ein Jubiläum oder einen runden Geburtstag zu begehen haben, die Glückwünsche des Schützenvereins und ein kleines Präsent zu überbringen, immer unter Beachtung der aktuellen Corona-Schutzbestimmungen und meist vor der Haustür.“ Die gleichfalls immer noch amtierende Schützenkönigin Stefanie nimmt ebenso ihre Gratulationstermine wahr. Schmunzelnd fügt er hinzu: „Zu diesen Terminen fahren wir immer gemeinsam. Es trifft sich nämlich ganz gut, dass Stefanie meine Frau ist.“

Zu den anstehenden Plänen sagt Hessmer: „Wir haben vor, im Herbst unsere dringend erforderliche reguläre Jahreshauptversammlung einzuberufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Wir werden das Schützenfest 2022 planen und stehen mit dem Musikverein Sondern in ständigem Kontakt. Er begleitet unsere Schützenfeste schon seit Jahren und wird es auch in Zukunft tun.“

Ein weiteres, von Leader unterstütztes Kleinprojekt ist der Austausch des Hallenmobiliars. Hessmer: „Es hat sich sehr gut bewährt, aber ist nun auch in die Jahre gekommen und bedarf dringend der Erneuerung. Wir freuen uns, wenn unsere Gäste und wir demnächst an den neuen Tischen und auf den neuen Stühlen sitzen können.“

Einen Schatten wirft der angedachte Verkauf der Gaststätte Käsebrink (wir berichteten) auf die Zukunftsplanungen. „Es ist sehr schade, aber auch nachvollziehbar und wird, weil es unser Vereinslokal und unsere Traditionsgaststätte ist, auch unsere Planungen beeinflussen.“

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