Neuer Tiefpunkt am Beiese

Anwohner verzweifeln am Müllproblem, das immer schlimmer wird

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Berge von Müll liegen auf dem Grundstück am Beiese, direkt neben einem Spielplatz. Sie locken schon erste Pfandflaschensammler an.

Plettenberg – Wer diese Bilder sieht, traut seinen Augen kaum. Auf einem Privatgrundstück vor den Häusern Am Beiese 1 bis 11 und damit direkt neben einem Spiel- und Bolzplatz türmen sich die Abfallberge. 

Ein Pfandflaschensammler durchkämmt die Säcke auf der Suche nach wiederverwertbaren Flaschen. Szenen, wie man sie ansonsten nur aus vermüllten Großstädten kennt.

Dass es am Beiese Müllprobleme gibt, darüber berichtet die Heimatzeitung nun schon seit gut einem dreiviertel Jahr. Doch aktuell ist ein neuer Tiefpunkt erreicht. 

Alle drei Rollcontainer – jeder von ihnen fasst in etwa das Volumen von drei Mülltonnen – quillen über, darüber hinaus platzt auch ein großer Container aus allen Nähten. Der war eigentlich für Bauschutt vorgesehen, der nach einem Wasserschaden im Haus Nummer 5 entstanden ist. Doch dieser Bauschutt lagert aktuell im Hausflur, weil der Container voll ist. 

„Es tut sich nichts“, ärgert sich Tobias Klein, einer der Anwohner, der schon seit Monaten versucht, die Situation zu verbessern. „Wir stoßen immer nur auf taube Ohren.“ Der Märkische Kreis und die Stadt Plettenberg seien längst informiert und an den Vermieter habe er erst zwischen den Feiertagen einen neuen Hilferuf gesendet, auf den er bisher noch keine Reaktion bekommen habe. 

Und wenn nicht so langsam jemand etwas unternehme, so fürchtet der junge Familienvater, werde sich die Situation weiter verschlimmern. Es sei ein schleichender Prozess gewesen, berichtet Tobias Klein. Über Wochen und Monate seien die Müllberge immer weiter angewachsen, verursacht durch Anwohner und durch sogenannte Mülltouristen, die hierher kommen, um ihren Müll abzuladen. 

Kaum habe die Müllabfuhr die Müllsäcke abgefahren, seien die Container schon wieder voll. Erst am Freitag seien Mitarbeiter der Müllentsorgungsfirma vor Ort gewesen. Den Müll ließen sie liegen, stattdessen schossen sie Fotos. 

Doch wie kann man der Lage Herr werden? Mehr Mülltonnen würden auch höhere Nebenkosten für die Mieter bedeuten. Einige haben jetzt schon angekündigt, sich dagegen wehren zu wollen. Der Märkische Kreis, der für illegale Müllentsorgungen auf Privatgeländen zuständig ist, und auch die Stadt Plettenberg, die weiter oben am Beiese an der öffentlichen Straße immer wieder mit unangemeldeten Sperrmüll-Bergen zu kämpfen hat, kennen das Thema schon lange. 

Das Problem: „Ansatzpunkte für Ermittlungen ergeben sich leider nur selten, da die Täter entweder in flagranti durch Polizei oder ordnungsamtlichen Außendienst erwischt werden müssen“, sagte Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel schon vor Monaten zu der Situation. 

Ein bisschen Hoffnung macht immerhin die Ankündigung, dass das Ordnungsamt ab diesem Jahr den Außendienst stärken wolle, um „Hinweisen zeitnäher nachgehen zu können und auch zu ungünstigen Zeiten wieder stichprobenhaft Kontrollen durchführen zu können“, kündigte Thorsten Spiegel an.

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