Rückkehr zum Regelbetrieb

Alles bleibt, wie es ist: Settings in Kitas bleiben bestehen

Im Evangelischen Familienzentrum bleiben die festen Gruppensettings.
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Die Kinder des Familienzentrums Eiringhausen genossen am Dienstag das schöne Wetter und spielten auf dem kitaeigenen Spielplatz. Aus verschiedenen Gründen wird das Familienzentrum darauf verzichten, zur sonst üblichen offenen Arbeit zurückzukehren und die bestehenden Settings beibehalten.

Seit zwei Wochen sind die Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb, ab Montag, 7. Juni, sollen sie nun ganz zum Regelbetrieb zurückkehren. Im Evangelischen Familienzentrum Eiringhausen sollen die im Pandemiebetrieb eingerichteten Gruppen allerdings vorerst bestehen bleiben.

Plettenberg – Aus Sicht von Einrichtungsleiterin Jennifer Brehm kam die Ankündigung, dass die Kitas ab kommenden Montag in den Regelbetrieb zurückkehren, doch „relativ spontan“. Und diese hat für die Eiringhauser Kita weitreichende Folgen.

Betroffen ist nicht die Rückkehr zum vollen Betreuungsumfang, denn selbige habe man durchgängig anbieten können, sondern die offene Arbeit.

„Normalerweise arbeiten wir komplett offen. Eine Trennung in Gruppen wie in anderen Kitas – zum Beispiel eine Bären- und eine Tigergruppe – gibt es bei uns gar nicht“, erklärt Brehm. Nur die Kinder unter drei Jahren seien etwas von den Ü 3-Kindern getrennt.

Während der Einschränkungen durch die Pandemie musste das Familienzentrum Eiringhausen allerdings die offene Arbeit unterbrechen und feste Gruppensettings bilden.

Infektionsfall träfe komplette Einrichtung

Mit der Rückkehr zum Regelbetrieb, so ist es im Schreiben von NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) zu lesen, wird die landesweite Vorgabe der verbindlichen Gruppentrennung aufgehoben. Davon wäre auch das Familienzentrum betroffen und könnte die eigens gebildeten Gruppen ab kommenden Montag auflösen und wieder zur offenen Arbeit zurückzukehren. Das wird aber nicht geschehen.

Der Grund: Wenn ab kommenden Montag wieder 60 Kinder in der Einrichtung sind – momentan sind es bereits 51 – hätte bei der offenen Arbeit eine einzige Neuinfektion weitreichende Folgen. „Bei einem Infektionsfall müsste die ganze Einrichtung geschlossen werden“, erklärt Brehm.

Da ab Montag nur noch vier Wochen bis zu den Sommerferien und sieben bis zur Schließungszeit der Kita verbleiben, gebe es die Befürchtung, dass dann gleich 60 Familien betroffen wären und in Quarantäne müssten – und das möglicherweise zum Urlaubsstart.

Abschlusswoche für die Schulanfänger

Um das zu vermeiden, habe man nach ein paar Tagen Bedenkzeit für die Eltern gemeinsam mit dem Elternbeirat beschlossen, die drei Gruppensettings bis zum Sommer beizubehalten. „Die Mehrheit war dafür, die Gruppen vorsorglich so zu lassen, wie sie sind“, erklärt Brehm. Eine Woche vor der Schließungszeit, wenn ohnehin nicht mehr so viele Kinder in der Einrichtung seien, sollen dann aus drei zwei Settings werden. In einem davon werden dann alle Schulanfänger-Kinder zusammengefasst. „Statt einer Abschlussübernachtung haben sie dann eine komplette Abschlusswoche miteinander und können etwas von dem, das sie verpasst haben, nachholen.“

Ein weiterer Grund für das Beibehalten der Settings sei außerdem, dass die Infektionszahlen erneut steigen könnten und dann innerhalb weniger Wochen wieder Settings neu gebildet werden müssten. „Da kommen die Kinder komplett durcheinander“, so Brehm.

Selbsttests nur noch wenig genutzt

Weiterhin gibt es in der Kita das Angebot regelmäßiger Selbsttests für die Kinder. Die dafür nötigen Tests sind inzwischen reichlich in der Kita vorhanden, wobei es sich allerdings noch nicht um Lolli-Test handelt, mit denen laut Brief des Familienministeriums fortan getestet werden soll und die erst noch geliefert werden müssten. Allerdings würden die Testungen in der Kita laut Brehm nicht mehr so angenommen wie noch vor wenigen Wochen. „Es sind weniger als zehn Prozent, die unsere Kita-Tests nutzen“, sagt die Kita-Leiterin, wobei sich ein Teil der übrigen Familien anderweitig testen lasse.

Familienzentrum Eschen

Auch das städtische Familienzentrum Eschen bleibt bei den Gruppensettings. Im eingeschränkten Regelbetrieb werden dort bereits 50 Kinder in vier Gruppen betreut. „Normalerweise sind hier bis zu 65 Kinder, aber wir nähern uns langsam der Zahl“, sagte Leiterin Ilka Trauzettel. Ähnlich wie im Familienzentrum Eiringhausen wird auch am Eschen die in Pandemiezeiten eingeführte Aufteilung in Gruppen vorerst beibehalten, auch wenn dies ab kommenden Montag, 7. Juni, nicht mehr unbedingt notwendig wäre. Auch hier soll mit dem Verzicht auf die sonst üblichen gruppenübergreifende Betreuung vermieden werden, dass ein infiziertes Kind die gesamte Einrichtung in Quarantäne versetzt.

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