CDU-Vorsitzender äußert Kritik an Ulrich Schulte

Viteritti: „Bürgermeister hat keinen Grund, zu jammern“

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Adrian Viteritti (2.v.re.) sparte nicht mit Kritik.

Plettenberg – Es waren klare Worte, die CDU-Ortsparteivorsitzender Adrian Viteritti für den amtierenden Bürgermeister Ulrich Schulte fand. Er sparte nicht mit Kritik.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Gasthof Zur Post am Mittwochabend sagte er: „Unsere Befürchtungen aus dem Jahre 2015 haben sich in den letzten Jahren leider bewahrheitet, da unser aktueller Bürgermeister weder agiert und gestaltet, sondern lediglich reagiert und verwaltet.“ Man habe das Handeln Schultes neben den großen Themen Feuerwehr und P-Weg auch in Bezug auf weitere Themen „doch sehr in Frage stellen müssen“. 

Viteritti verwies auf das ST-Interview „Wie wird man eigentlich Bürgermeister?“, das im Dezember 2019 erschienen ist, in dem die Frage gestellt wurde, ob Schulte noch einmal zur Bürgermeisterwahl 2020 antreten werde. Bei der Beantwortung der Frage habe Schulte laut Viteritti „auf die Tränendrüse gedrückt“, indem er angab, er würde bei einem Verzicht auf die zweite Amtsperiode seinen Beamtenstatus auf Lebenszeit verlieren. Viteritti, der selbst Beamter ist, kommentierte die Aussage Schultes in seiner Ansprache am Mittwochabend wie folgt: „Bürgermeister, die zuvor Beamte auf Lebenszeit waren, haben die Möglichkeit, Ruhegehalt zu bekommen. Bei unserem Bürgermeister sind dies 32 Jahre im öffentlichen Dienst, die kurz gesagt dazu führen, dass unser Bürgermeister nach Ablauf seiner Amtszeit in diesem Jahr einen Anspruch auf ein Ruhegehalt von über 5 000 Euro monatlich hat. Unser Bürgermeister muss also definitiv nicht von einer kleinen Pension leben, wenn er nicht wiedergewählt wird.“ 

Mit solchen Aussagen in einem Zeitungsinterview Mitleid erregen zu wollen, sei in Viterittis Augen kein guter Stil. Es sei „erschreckend“, dass der Bürgermeister zu solchen Mitteln greifen müsse, um wiedergewählt zu werden. Adrian Viteritti führte weiter aus: „Sollte unser Bürgermeister sich jedoch nicht für den Ruhestand entscheiden, sondern eine Tätigkeit bei einer anderen Behörde oder in der Privatwirtschaft ausüben, so würde die Versorgungskasse den Differenzbetrag zu dem, was er verdient, bis zu dem, was er zuletzt als Bürgermeister bekommen hat, erstatten. Das heißt, selbst wenn er in einer Behörde beispielsweise eine Tätigkeit als Sachbearbeiter aufnimmt, so bekommt er tatsächlich monatlich dann genau das, was er zuletzt als Bürgermeister bekommen hat.“

 Viteritti findet: „Das ist kein Grund zu jammern!“ Zu Patrick Hansmann als Kandidaten zur Wahl 2020 fand Viteritti ebenfalls deutliche Worte: „Patrick ist nun bereits seit einigen Jahren stellvertretender Vorsitzender des Stadtverbandes und seit fast sechs Jahren für die CDU im Rat der Stadt Plettenberg, wo er zudem der Geschäftsführer der Fraktion ist. Damit bringt er die dringend benötigte politische Erfahrung mit, die den Bürgermeistern der jüngeren Vergangenheit gefehlt hat. Patrick schafft es, Brücken zu bauen und sieht immer das Wohl Plettenbergs als Maxime seines Handelns. Insofern bin ich sehr froh, ihn als unseren Kandidaten präsentieren zu dürfen.“ Aber auch ein Blick auf die Zukunft der Bundespolitik ließ Viteritti am Mittwoch nicht außen vor. 

Das Thema Wohlstand in Deutschland nahm in seiner Ansprache einen großen Stellenwert ein. Er zeigte anhand von anschaulichen Beispielen auf, wo Deutschland im Jahr 2030 stehen könnte und stellte die dafür bedeutende Frage: „Wovon wollen wir 2030 leben?“ Der Wohlstand fiele selbstverständlich nicht vom Himmel. dazu ergänzte er: „Unser Wohlstand wird erarbeitet, Tag für Tag, Nacht für Nacht. Er wird erarbeitet von Leistungsträgern. Das sind Millionen hart arbeitende Frauen und Männer. Unser Staat unterstützt – aber er verlangt dafür auch, dass sich Menschen anstrengen. Fördern ohne Fordern ist das Gegenteil.“ Viteritti warf anschließend einen „Blick nach links“ auf die SPD und kritisierte anschließend das Handeln der „ganz weit rechts“ stehenden AfD: „Diese Partei interessiert nur, mit welchen Themen man gegen andere Menschen hetzen und unsere Gesellschaft spalten kann. Daher kann es mit dieser Partei keine Zusammenarbeit geben.“ Auch das Handeln der Grünen kritisierte der CDU-Ortsvorsitzende und kam schließlich zu dem Entschluss: „Unser Land ist nur so stark, wie wir es machen. Und wir meint: CDU! Und da müssen wir jetzt ganz dringend anpacken“.

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