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Abschluss am Albert-Schweitzer-Gymnasium: „Ums Abi gerungen und gekämpft“

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Von: Johannes Opfermann

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84 Schülerinnen und Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums konnten am Freitag ihre Abschlusszeugnisse in Empfang nehmen. 19 schafften sogar einen Einser-Schnitt im Abitur.
84 Schülerinnen und Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums konnten am Freitag ihre Abschlusszeugnisse in Empfang nehmen. 19 schafften sogar einen Einser-Schnitt im Abitur. © Opfermann, Johannes

Das Albert-Schweitzer-Gymnasium verabschiedete am Freitagnachmittag seinen Abiturjahrgang 2022. Insgesamt 84 junge Frauen und Männer verlassen die Schule mit einem Abschlusszeugnis in der Hand.

Plettenberg – „Besonders hat mich beeindruckt, wie einige von euch noch gerungen und gekämpft haben um das Abi“, zollte Schulleiterin Elisabeth Minner ihrer Abiturientia 2022 Respekt. Von den 84 Abgängern erwarben 80 die Schule mit der Allgemeinen Hochschulreife, vier verlassen die Schule mit dem schulischen Teil der Fachhochschulreife. Besonders erfreulich aus Sicht der Schulleiterin: „19 Schülerinnen und Schüler haben einen Durchschnitt mit einer Eins vor dem Komma.“

In ihrer Rede ging sie auf das Abi-Motto „Abi Royale“ ein – angelehnt an den Bondfilm „Casino Royale“. An dem Zusatz „Gepokert um jeden Punkt“ hatte Minner jedoch Zweifel. Die gesammelten Punkte für das Abi seien auch das Ergebnis des Fleißes, des zielstrebigen Lernens und des Talents. Das Thema Hoffnung war das Leitmotiv einer Rede, gerade in einer von Krisen und einem Krieg in Europa geprägten Zeit. Ohne Hoffnung könne menschliches Miteinander nicht gelingen. „Am Ende eurer Schulzeit möchte ich euch Mut machen, dass ihr hoffnungsvoll ins Leben schreitet, es bewusst gestaltet und Mensch bleibt.“

Die Schulabgänger erhalten ihre Zeugnisse von den Stufenleiterinnen Anette Hagebölling (links) und Jeanette Grünewald (2.v. rechts).
Die Schulabgänger erhalten ihre Zeugnisse von den Stufenleiterinnen Anette Hagebölling (links) und Jeanette Grünewald (2.v. rechts). © Opfermann, Johannes

Nachdenkliche und kritische Töne in Reden

Die Stufenleiterinnen Anette Hagebölling und Jeanette Grünewald blickten zurück auf eine von der Pandemie geprägte Oberstufenzeit, die Studienfahrt nach Berlin, die trotz Corona möglich gemacht wurde, und griffen ebenfalls das Abimotto auf. Es würden wohl nicht aus allen Schulabgängern Geheimagenten, trotzdem hätten sie die Chance, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Im Gegensatz zu vielen Menschen in anderen Ländern könnten die Abiturienten frei wählen, wer sie sein möchten. „Versteht euch als Agenten für die Menschlichkeit und macht euch zu den Menschen, die ihr sein möchtet.“

Ähnlich nachdenklich zeigte sich Sophie Wehr, die zusammen mit Okan Acikgöz und Ilayda Dogan die Rede der Stufe hielt. „Seid frei für all die jungen Erwachsenen auf der Welt, die es nicht sein können, und setzt euch für das Gute in der Welt ein“, sagte Wehr. Okan Acikgöz sprach von dem Glauben der Eltern in ihre Kinder und der Lehrer in ihre Schüler, dass sie das Abitur irgendwie meistern würden. „Die Eltern sind wahrscheinlich so überrascht wie wir selbst, dass aus unsicheren Schulanfängern Abiturienten geworden sind.“

Ilayda Dogan als dritte Rednerin aus Reihen der Abiturientia dankte insbesondere Schulleiterin Minner dafür, dass sie sich so für die Studienfahrt nach Berlin eingesetzt habe. Auch dafür, dass wieder eine Motto-Woche und ein Abi-Ulk möglich waren, zeigte sie sich dankbar. Daran, wie Corona ab März 2020 das Schulleben völlig auf den Kopf stellte, erinnerte Dogan ebenfalls. Was die Schwierigkeiten auf digitalen Unterricht umzustellen anging, übte sie deutliche Kritik – allerdings nicht an ihrer Schule. Schuld sei die Unterfinanzierung der Schulen seitens der Politik. „Darunter hat unser Jahrgang besonders gelitten“, so Dogan.

Die Vertreter der Stufe Sophie Wehr (von links), Ilayda Dogan und Okan Acikgöz schlugen in ihrer Rede nachdenkliche, aber auch kritisch Töne an.
Die Vertreter der Stufe Sophie Wehr (von links), Ilayda Dogan und Okan Acikgöz schlugen in ihrer Rede nachdenkliche, aber auch kritisch Töne an. © Opfermann, Johannes

Eltern müssen lernen loszulassen

Die Elternvertreterinnen Heike Barwich und Teresa Beyer sprachen das Thema Corona ebenfalls an, dankten hier aber Schule, Kollegium und auch ihren Kindern dafür, wie sie die Herausforderung des Homeschoolings gemeistert hätten. Mit einem wehmütigen Blick nach vorn sagte Barwich: „Wir Eltern müssen nun lernen loszulassen und darauf vertrauen, dass unsere Kinder die richtigen Entscheidungen treffen.“

Bürgermeister Ulrich Schulte forderte die Abiturienten in seinem Grußwort auf, sich das in der Schule erlernte kritische Denken zu bewahren, neugierig und hartnäckig zu bleiben. Er wünschte den Schülern Erfolg und Glück für berufliche und persönliche Ziele und formulierte noch eine Bitte: „Kappen Sie die Wurzeln in die Heimat nicht völlig.“

Den musikalischen Rahmen gestaltete die Musik-Fachschaft, die mit „Walk Tall“ die Feier eröffnete, und die Abiband 22. Diese spielte „Wake me up when September ends“ – dazu wurde eine Dia-Show aus Kinderfotos der Abiturienten abgespielt – und „The best day of my life“.

Nach der Zeugnisausgabe wurden die Jahrgangsbesten geehrt bis zu einem Schnitt von 1,5: Eylem Bektas, Sanja Cormann, Theresa Ernst, Feriha Ince, Johanna Keller, Liva Turhan sowie mit der Bestnote 1,0 Elisabeth Kogan und und Sophie Wehr.

Für herausragende Leistungen in einzelnen Fächern wurden Leonie Bellacerka, Lukas Eckert, Justin Jütte, Eda Öztürk und Richard Richter ausgezeichnet; außerdem wurde das soziale Engagement von Okan Acikgöz, Marielle Barwich und Ilayda Dogan sowie David Leven hervorgehoben.

Den Schlusspunkt setzten die beiden Stufenleiterinnen mit einem Überraschungs-Video, in dem sie gemeinsam mit den anderen Tutoren zu dem Hit „Macarena“ tanzten.

Der Abiturjahrgang 2022 des Albert-Schweitzer-Gymnasiums

Hanan Abbi, Karl Philip Altenkämper, Jannick Christian Angerman, Phoebe Marie Bahrstadt, Kim Sofie Bartsch, Marielle Barwich, Marius Barwich, Eylem Zara Bektas, Leonie Bellacerka, Hanna Lena Beyer, Lara Helin Bostan, Ilias Bouqayoua, Angelina Colle, Sanja Fiona Cormann, Selin Demirova Ilayda Dogan, Lara Dogan, Lukas Eckert, Derya Eraslan, Theresa Ernst, Adrian Fischer, Gabriel Fuchs, Tom Führt, Leon Vincent Gleitze, Anastasia Glittenberg, Roman Gloth, Sude-Hira Göktas, Ertugrul Güzelbilen, Leon Haßler, Leon Jakob Henseler, Carl Jonathan Heßmer, Nele Heßmer, Amelie Hinz, Feriha Ince, Thomas Jacques, Justin Jütte, Elisabeth Kogan, Max Kolberg, Niklas Kornobis, Natalia Krystosik, Jannik Lappe, John Leibel, Maximilian Leuschke, David Maria Leven, Yannik Lübke, Natalie Vanessa Mainka, Edonid Duran Matoshi, Lea Michelle Mertens, Marius Werner Müller, Amro Myassar, Eda Öztürk, Sophia Page, Anabel Prill, Alexander Rebrik, Richard Richter, Colin Röhrig, Robin Röther, Jonathan Malte Rottmann, Anatoli Schäfer, Marcel Schmellenkamp, Jakob Leonhard Schwermann, Keno Benjamin Staat, Anna Stein, Ben Strassmann, Tim Teckhaus, Yara Tengler, Michail Toulas, Liva Tuana Turhan, Gian Luca Utermann, Priya Vijayan, Melina Vogelsang, Katharina Vogt, Sophie Wehr, Jannik Wiechowski, Jan Wieseler, Sophie Luise Wieseler, Ceyda Yildiz, Melisa Yildiz.

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