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Gewerbe- und Industrieansiedlung: Pläne stoßen auf Skepsis 

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Von: Olaf Moos

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Geplantes Gewerbegebiet im Elsetal in Plettenberg
Das geplante Gewerbegebiet im Elsetal im groben Umfang mitsamt dem vor dem Abriss stehenden Bauernhof Schulte (rechter Bildrand) und dem Bachverlauf der Else (Bildmitte). © Georg Dickopf

Die Umwidmung des Landschaftsschutzgebietes „Oberes Elsetal I“ zu einem Gewerbe- und Industrie-Areal ist längst keine beschlossene Sache. Im Naturschutzbeirat des Märkischen Kreises stößt das Vorhaben der Stadt Plettenberg, den Flächennutzungsplan zu ändern, weiter auf Widerstand.

Plettenberg – Die Stadt hat die 8,5 Hektar große Fläche bekanntlich erworben, um ein rechnerisches Defizit an gewerblichen und industriellen Grundstücken auszugleichen. Das Plangebiet wird laut Beschlussvorlage des Naturschutzbeirates bisher überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Die Fläche entlang des Bachlaufs der Else sei durch „Gehölzbestände und extensives Grünland“ geprägt. Am nördlichen Rand sei das Überschwemmungsgebiet der Else tangiert. Zudem, so die Kreisverwaltung, gebe es im Plangebiet eine „Fläche zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft“.

Das Vorhaben, den kommunalen Flächennutzungsplan entsprechend abzuändern, um den Mangel an Nutzflächen für Gewerbe und Industrie in Plettenberg zu beheben, scheitert bislang nicht nur an ökologisch begründeten Bedenken, sondern auch an planungsrechtlichen Hürden. Denn das Gebiet liegt im Geltungsbereich des Landschaftsplans „Plettenberg-Herscheid-Neuenrade“ des Märkischen Kreises. Darin, heißt es in dem Papier aus dem Kreishaus, sei der Bachlauf der Else als „Verbundbiotop und im Kataster schutzwürdiger Biotope ausgewiesen“. Eine Neufassung des kommunalen Flächennutzungsplans ist ohne die Zustimmung des Kreises und seines Beirates also nach Aussagen aus dem Kreishaus nicht ohne weiteres möglich.

Aus den Reihen des Naturschutzbeirates war die Skepsis gegenüber den Plettenberger Plänen nicht zu überhören. Beiratsmitglied Klaus Brunsmeier etwa bezeichnet die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie im Plangebiet als „brachiale Inanspruchnahme von Landschaft“. Das stehe „gegen alles, was gewollt ist“. Zudem bedeute die Umwidmung des Gebietes „aus Fischereisicht eine Katastrophe“, hieß es weiter.

Auch Bernd Bunge vom Naturschutzzentrum des Kreises sieht das Ansinnen der Stadt Plettenberg kritisch. „Das Vorhaben wurde 2017 schon einmal behandelt. Unsere Argumentation hat sich seither nicht geändert.“ Beiratsvorsitzender Hans-Georg Humpert plädierte dafür, das Elsetal langfristig zu schützen. „Es gibt noch keinen gültigen Regionalplan. Zuerst muss geltendes Recht geschaffen werden!“

Der Naturschutzbeirat hat nun eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, deren Mitglieder sich erneut eingehend mit den offenen Fragen rund um Gewerbe und Industrie im Oberen Elsetal befassen sollen.

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