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Wenige Stunden bis zum EM-Finale: Diese Tifosi sind siegessicher

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Von: Sebastian Schulz

Fußball-EM Finale Italien England Pietro Guerrieri Plettenberg
Nein, Michele, Isabella und Pietro Guerrieri befinden sich nicht in London, wo am Sonntag das Europameisterschafts-Endspiel zwischen Englang und Italien im Wembley-Stadion ausgetragen wird. Stattdessen zeigen sie unserem Fotografen ihre Leidenschaft für die italienische Nationalmannschaft an der englischen Telefonzelle am Alten Markt in Plettenberg. © Schulz

In wenigen Stunden wird im Wembley-Stadion das EM-Finale zwischen Italien und England angepfiffen. Diese Plettenberger werden dann besonders mitfiebern.

Plettenberg - Als Jorginho den goldenen Elfmeter für die italienische Nationalmannschaft zum Finaleinzug versenkt hatte, kannte die Freude im Hause Guerrieri keine Grenzen mehr. Michele, 9, kugelte sich vor Freude auf dem Boden, Vater Pietro jubelte und riss die Arme in die Höhe. Kurz noch die Emotionen aus dem Stadion aufgesogen, das erste Interview mitangehört, dann ging es für die beiden mit den Italien-Fahnen ins Auto, ab auf die Straße, mit Hupkonzert durch Plettenberg. Italien steht im Finale der Fußball-Europameisterschaft. „Einfach geil“, sagt Pietro Guerrieri.

Seitdem er ein Kind ist, fiebert er mit der Squadra Azzurra. Seine Eltern haben Pietro, der in Deutschland geboren worden ist, diese Begeisterung mitgegeben. Dieser typische Nationalstolz, die Farben der Italiener zu tragen, hat sich längst auf ihn übertragen.

„Alleine, wenn die Italiener zu Beginn die Hymne singen“, schwärmt Pietro Guerriere, „da ist so viel Herzblut dabei. Und so gehen sie dann auch in die 90 oder 120 Minuten.“

Dass die Nationalmannschaft nach der verpassten Weltmeisterschaft 2018 so zurückgekommen ist, „reißt die Landsleute vom Hocker“, sagt Guerrieri, der selber Spielertrainer des TuS Lenhausen ist und deshalb auch taktisch ein genaues Auge auf die Spiele wirft. Was er da sieht, lässt ihn schwärmen – eine ausgeglichene Mannschaft, die diszipliniert und leidenschaftlich zugleich agiert.

Wie groß die Begeisterung bei den Tifosi – den Iatlien-Fans – auch vor Ort ist, war schon nach den Siegen zuletzt gegen Belgien und Spanien zu sehen, als sich ein Autokorso mit etlichen Fahrzeugen bildete, dessen Fahrer schließlich hupend und fahneschwenkend am Busbahnhof in Eiringhausen oder am Wieden feierten. Die Anzahl der Korso-Teilnehmer habe dabei selbst Guerrieri überrascht: „Ich habe gar nicht gewusst, dass hier so viele Italien-Fans leben“, sagt er.

Jetzt geht der Blick natürlich auf den kommenden Sonntag, wenn Italien im Finale auf EM-Gastgeber England trifft. 60000 Fans sind im Wembley-Stadion zugelassen, der überwiegende Teil wird England anfeuern. „Italien muss sich steigern“, sagt Guerrieri nach dem Halbfinale gegen Spanien, in dem man sich glücklich im Elfmeterschießen durchgesetzt hatte. Aber wenn die Squadra Azzurra so spiele wie im Viertelfinale gegen Belgien, dann sei er guter Dinge, dann stünden die Chancen 50:50, sagt Guerrieri und ergänzt: „Aber insgeheim hofft man, wie jeder Italiener, dass wir das Dingen [den EM-Titel] dieses Jahr im Wohnzimmer der Engländer in Wembley holen werden.“

Auch Sohn Michele glaubt fest an den Titel. Sein Tipp: Keine Verlängerung, kein Elfmeterschießen. „2:1 für Italien“, grinst er und reckt schon mal die grün-weiß-rote Landesfahne in die Höhe.

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