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Pflicht zur Dachbegrünung: Grüne mit Forderung für Industriebetriebe

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Von: Christos Christogeros

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Eine Pflicht zur Dachbegrünung im Elsetal und eine Ausweitung der Möglichkeit zur Anlage von Solaranlagen auf Dächern in der Innenstadt fordern die Grünen.
Eine Pflicht zur Dachbegrünung im Elsetal und eine Ausweitung der Möglichkeit zur Anlage von Solaranlagen auf Dächern in der Innenstadt fordern die Grünen. © Archiv

Eine Pflicht zur Dachbegrünung und zur Nutzung von Solarenergie auf Dächern fordert die Plettenberger Grünen-Ratsfraktion für das Elsetal. Hier sollen weitere Gewerbeflächen ausgewiesen werden, deren Notwendigkeit für die Grünen zwar unstrittig seien. Allerdings müsse ein Ausgleich zur dann weiter entstehenden Flächenversiegelung geschaffen werden.

Plettenberg – Denn mit der fortschreitenden Ausweitung der Industrieflächen im Elsetal gingen wertvolle Grünflächen und deren ökologische Funktionen verloren, schreibt die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Rittinghaus. Darüber hinaus besitze das Elsetal „auch eine wichtige Funktion für die Frischluftzufuhr des Innenstadtgebietes“. Um die Folgen der zunehmenden Flächenversiegelung abzufedern, fordern die Grünen die Festsetzung zur Pflicht von Dachbegrünung und der Errichtung von Solaranlagen – unter bestimmten Voraussetzungen – für die Bebauungspläne 414 (Oberes Elsetal I) und 415 (Gewerbegebiet Mühlhoff).

Zu den Forderungen zählt, dass nutzbare Dachflächen von Flachdächern bis 20 Grad Neigung und ab zehn Quadratmetern Flächengröße der Gebäude und baulichen Anlagen innerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen einen Mindestanteil von 60 Prozent Begrünung aufweisen müssen. Die Begrünung sei dauerhaft zu erhalten. Darüber hinaus sollen nutzbare Dachflächen ab einer Flächengröße von 20 Quadratmetern der Gebäude und baulichen Anlagen innerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen zu mindestens 50 Prozent mit Photovoltaikmodulen ausgestattet werden müssen.

Ausnahmen soll es demnach nur wenige geben, beispielsweise wenn Dachflächen für erforderliche haustechnische Einrichtungen zur Verfügung stehen müssten oder wenn der wirtschaftliche Mehraufwand für eine Begrünung unverhältnismäßig sei. Natürlich müssten auch die Voraussetzungen vorhanden sein, um beispielsweise Solaranlagen sinnvoll zu nutzen. Ein Dach dürfe daher zum Beispiel nicht verschattet sein.

„Die genaue Formulierung in der Begründung der Bebauungspläne muss rechtssicher sein“, schreibt Rittinghaus. Viele Kommunen hätten bereits solche Festsetzungen umgesetzt, an diesen könne man sich orientieren. Beispiele seien die Stadt Essen für Dachbegrünungen und die Stadt Marburg für Solarpflichten auf Dächern.

„Als Grüne Partei in Plettenberg ist uns die nachhaltige Entwicklung der Industrie vor Ort ein besonderes Anliegen. Die Festlegung von Dachbegrünungen und Nutzung von Solarenergie in den Bebauungsplänen ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung und kann das neue Gewerbegebiet zu einem Vorbild für Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit machen“, heißt es im Antrag weiter.

Laut Grünen würden Gründächer eine höhere Lebensdauer als konventionelle Dächer aufweisen. Darüber hinaus regulierten sie an heißen Tagen die Umgebungs- und die Gebäudeinnentemperatur. Außerdem handele es sich um ökologisch wertvolle Naturräume. cc

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