Schweigeminute für getötetes Kleinkind in Plettenberg

Bürgermeister Schulte: "Pflegefamilie nicht unter Betreuung des Jugendamtes"

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Mit diesem Nachtflug-Helikopter der Johanniter wurde das Kleinkind noch von Lüdenscheid nach Essen geflogen, doch das Kind erlag seinen schweren Verletzungen.

Plettenberg – Aus aktuellem Anlass nahm Ulrich Schulte am Sonntag zu Beginn seiner Neujahrsansprache Stellung zum gewaltsamen Tod eines Kleinkinds, das bei Pflegeeltern aus Plettenberg untergebracht gewesen war.

„Wenn einer der Schwächsten und Kleinsten aus unserer Gesellschaft auf unnatürliche Weise zu Tode kommt, dann ergreift uns das alle. Gerade in den sozialen Netzwerken sind sehr viele Emotionen hochgekocht. Es gab dabei auch Fragen und Vorwürfe, warum sich das Jugendamt nicht gekümmert hat. Wie kann das Jugendamt einen Säugling solchen Personen in die Hände geben? 

Ich kann ihnen hier und heute zu den Personen und zum Verfahren keine Informationen geben, weil auch die Polizei das Jugendamt noch nicht offiziell informiert hat. Das ist aber auch ein Hinweis darauf, dass das Plettenberger Jugendamt in den Fall nicht involviert ist. 

Es ist also durchaus möglich, dass andere Träger der Jugendhilfe die Eheleute als Pflegeeltern vermitteln, ohne dass das örtliche Jugendamt zuständig ist. 

Hinzu kommt – die Kollegen vom Jugendamt haben auch deswegen am Freitag sehr rege telefoniert – dass wir eigentlich kein Kind in dem Alter in einer Pflegefamilie untergebracht haben. 

Deshalb kann ich heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass es sich bei diese Pflegefamilie nicht um einem Fall unter den Betreuung des Plettenberger Jugendamtes handeln dürfte.

Bürgermeister Ulrich Schulte bezog Stellung zum gewaltsamen Tod des Kleinkinds.

 Das soll keine Entschuldigung sein und macht das Kind nicht wieder lebendig. Es war mir aber wichtig, sie im Vorfeld einer solchen Veranstaltung darüber zu informieren, dass es eben nicht unser Jugendamt war. 

Wenn es die Stadt Plettenberg und das Jugendamt gewesen wären, hätte ich Probleme gehabt, diese Rede vorzutragen. Was ich ihnen nicht nehmen kann, ist der Kloß im Hals und die unterdrückten Tränen, wenn wir von einem solchen Fall hören.“ 

Abschließend bat Bürgermeister Ulrich Schulte alle 450 Anwesenden in der Böddinghauser Aula, sich für eine Schweigeminute zu Ehren des verstorbenen Kleinkindes zu erheben.

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