Kritik von Einwohnern und Politikern

Pflastersteine treiben auf hoher See: Sanierung der Innenstadt verzögert sich

Sanierung der Plettenberger Innenstadt am Alten Markt
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Kurz vor der Eröffnung der kleinen Plewo wurde mit Hochdruck im Bereich Alter Markt gearbeitet. Jetzt tue sich dort nur noch wenig, monierten Anwohner im Ausschuss. Ein Grund ist die verzögerte Lieferung der Pflastersteine, die sich von Portugal aus noch auf dem Seeweg befinden und erst Ende des Monats eintreffen sollen.

In den Tagen vor der kleinen Plettenberger Woche wurde in der Innenstadt in Rekordtempo und mit voller Mannstärke gearbeitet. Zwei Wochen später sieht es dort relativ unverändert aus. Die Ende der letzten Woche an die Stadt gestellte Frage, ob es Probleme mit dem Pflastermaterial gibt, musste im Bauamt zunächst geprüft werden. Im Planungs- und Umweltausschuss gab es am Mittwoch nun Antworten. Und die wurden auch von den beiden Innenstadt-Anwohnerinnen Sonja Thiemig und Britta Boosch eingefordert.

Plettenberg - „Vor der Plettenberger Woche ging in der Innenstadt alles sehr schnell voran, aber jetzt ist Stillstand, dabei sollte der Alte Markt doch im August fertiggestellt werden“, sagte Sonja Thiemig. Derzeit seien maximal zwei bis drei Mitarbeiter im Einsatz und es tue sich sehr wenig, bemängelte die Anwohnerin. Nervig seien auch die permanenten Klopfgeräusche bei der Pflasterverlegung und die mitunter auch freitags laufenden Arbeiten.

Was den Alten Markt angehe, existiert laut Bauamtsleiter Sebastian Jülich ein Bauvertrag mit festgeschriebenen Terminen mit der Firma Boymann. Durch nachträglich auf politischer Ebene gefasste Beschlüsse zu den Wasserspielen habe es aber diverse Planänderungen und damit verbunden Verzögerungen im Ablauf gegeben. Dennoch habe die Firma Boymann für den Alten Markt die Zusage gegeben, die Arbeiten bis Ende August fertigzustellen. „Das ist nicht eingehalten worden, trotz diversen Schriftverkehrs“, bedauerte Jülich.

Noch dazu habe die Firma Boymann Probleme, Fachkräfte zu finden, die die Pflastersteine vernünftig verlegen könnten. Und nun sei noch hinzugekommen, dass die Pflastersteine aus Portugal aufgrund logistischer Probleme noch nicht da seien. Gegenüber unserer Zeitung erklärte Jülich, dass insbesondere das Kleinpflaster für die außen liegenden Flächen vor dem Zoogeschäft Steinmann fehlten.

Nach den Angaben des Boymann-Bauleiters befindet sich das Kleinsteinpflaster auf dem Seeweg von Portugal. Die Steine seien nicht wie vereinbart verschifft worden. „Wir sind mit dieser Entwicklung wenig zufrieden und haben für nächste Woche Herrn Boymann zu einem Gespräch eingeladen, um das Thema Termine und den weiteren Ablauf mit ihm direkt zu besprechen“, sagte Jülich im Ausschuss und brachte seinen Ärger darüber zum Ausdruck: „Das ist auch für uns wenig schön.“

Dass die Verlegung des Natursteinpflasters nerven könne, gestand Jülich ein, gab aber zu verstehen, dass der Arbeitsaufwand bei einem Natursteinpflaster eben höher sei, weil jeder Stein angefasst und eingeschlagen werden müsse.

Eine von Martin Seuthe (CDU) angesprochene mögliche Vertragsstrafe lasse sich laut Jülich nicht ohne Weiteres anwenden, da der Ursprungsplan mehrfach geändert worden sei.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Patrick Hansmann verwies in dem Zusammenhang auf die Anwohner in der Innenstadt, die stark belastet seien und auf ein baldiges Ende der Arbeiten hofften. Deshalb frage er sich, ob die Baufirma nun angesichts der mehrwöchigen Verzögerung bei den Pflastersteinen nicht auch andere Arbeiten vornehmen könnte. So finde man in der gesamten Fußgängerzone gerade einmal zwei Mülleimer.

Jülich erklärte, dass er bis Ende September auf die Lieferung der Pflastersteine hoffe, damit der Alte Markt im Oktober vollendet werden könne. Der Bauamtsleiter stimmte Hansmann zu, dass die Arbeiter statt nach Hause zu fahren, sich um Nachverfugungen und andere Dinge kümmern sollten.

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