Coronavirus

Viele ungeklärte Fragen: Wie geht es in den Kirchengemeinden weiter?

+
Nicht jede Kirche bleibt weiterhin zu. In der Evangelischen Gemeinde öffnen die Kirchen so langsam wieder. 

Plettenberg/Herscheid – Am Sonntag, 17. Mai, steht um 10 Uhr eine Premiere in der Evangelischen Kirchengemeinde Eiringhausen an. Der erste Gottesdienst wird nach mehrwöchiger Corona-Zwangspause in der Johanniskirche gefeiert. „Das ist etwas ganz Neues für uns und wir sind alle sehr gespannt, wie es so wird“, freut sich Pfarrer Uwe Brühl, dass er am Sonntag endlich wieder vor einer körperlich anwesenden Gemeinde predigen darf.

Allerdings wird sicher vieles anders sein als sonst, darauf stellt sich der Pfarrer jedenfalls schon einmal ein, denn: Es darf nicht gesungen werden und strenge Hygienevorschriften müssen eingehalten werden. „Wir dürfen 50 Besucher in die Johanniskirche lassen. Das ist schon eine ganze Menge“, ist Brühl zuversichtlich, dass er keine Personen wieder wegschicken muss. „Ich vermute mal, dass sich noch nicht so viele trauen, wieder in die Kirche zu kommen und deshalb vielleicht erst einmal noch zuhause bleiben. Die Menschen sind sehr vorsichtig geworden“, schildert der Pfarrer seine persönliche Wahrnehmung. In einer Konferenz mit dem Superintendenten Klaus Majoress habe man gemein-deintern nach Lösungen gesucht, wie man die vielen ausfallenden Termine wieder nachholen könne. „Es ist sehr, sehr schwierig, denn es sind ja nicht nur die Konfirmation, die nachgeholt werden muss, sondern auch Taufen und Hochzeiten“, erklärt Pfarrer Brühl.

Die aktuellsten Entwicklungen im MK gibt es hier...

Die Konfirmation sei vorbehaltlich für den 20. September angesetzt. „Die Frage ist allerdings, wie sich die Coronasituation entwickeln wird. Was macht ein Kollege, wenn er in eine Kirche nur 15 Personen hineinlassen darf, es aber 20 Konfirmanden gibt? Wie ist es mit der anschließenden Feierlichkeit zuhause oder in einem Restaurant? Wie viele dürfen dort zusammen feiern?“, fragt er sich. Es bleibe der Gemeinde also erst einmal nichts anderes übrig, als die Entwicklungen weiter abzuwarten und dann Pläne zu entwickeln. Im Bezug auf die Gottesdienste verspricht Brühl aber eines: Das während der Krise erweiterte Online-Angebot mit Podcast-Predigten bleibe weiterhin bestehen. „Wir möchten auch die Menschen erreichen, die nicht in die Kirche kommen können, das ist uns ganz wichtig“, erklärt Brühl.

Der Herscheider Pfarrer Bodo Meier schließt sich den Ausführungen Brühls an. Auch er findet die aktuelle Situation sehr schwierig, was Planungen beträfe. „Es tut mir sehr leid für die jungen Konfirmanden, die sich lange auf diesen Tag vorbereitet haben und jetzt im Ungewissen stehen!“, erklärt er. Deshalb sei es ihm sehr wichtig, engen Kontakt zu allen Eltern zu halten, um irgendwann eine vernünftige und gute Entscheidung für alle zu treffen. Dennoch gelte: „Eine endgültige Lösung für die Konfirmationen ist noch nicht in Sicht. Wir hoffen, dass sich die Coronalage entspannt und wir im September wieder wie gewohnt feiern können“, so Meier. In der Ebbegemeinde soll am kommenden Wochenende noch kein Gottesdienst stattfinden. Die Entscheidung, wie es in dieser Angelegenheit weitergehen solle, fiele vermutlich in den nächsten Tagen. Das Online-Angebot solle aber darüber hinaus ebenso bestehen bleiben. Auch Zuhause können Menschen also die Predigt hören und sich ausführlich über Gemeindeaktivitäten informieren, verspricht der Pfarrer.

Auch in der Katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius herrscht Ungewissheit. Zu Christi Himmelfahrt möchte die Gemeinde wieder einen richtigen Gottesdienst feiern (wir berichteten). Das sei aber, laut Pfarrer Patrick Schnell, lediglich mit Voranmeldung über das Pfarrbüro möglich. Außerdem gelten auch bei den Katholiken selbstverständlich die Hygienevorschriften. Auch dort sind gesungene Lieder erst einmal tabu. „Es ist leider im Moment nicht anders durchführbar, die Gemeindemitglieder sind aber bereits über die Maßnahmen in Kenntnis gesetzt worden“, erklärt Pfarrer Schnell.

Für die Kommunionen und Firmungen, die üblicherweise im Frühling stattfinden, gibt es schon konkrete Ausweichtermine im September. „Das ist erst einmal der angedachte Fahrplan. Wir müssen aber auch abwarten, wie sich alles entwickelt“, hat auch er noch viele ungeklärte Fragen im Gepäck. Eines stehe aber schon fest: Sobald wieder in der Kirche Gottesdienst gefeiert werden könne, würde das Onlineangebot vonseiten der heimischen Gemeinde wieder weniger werden. „Über das Bistum können aber auch in Zukunft die Angebote aufgerufen werden und natürlich werden weiterhin TV-Gottesdienste ausgestrahlt für diejenigen, die nicht zur Kirche kommen können“, verspricht Pfarrer Patrick Schnell allen Gemeindemitgliedern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare