Eigenartige Feiertage

Pfarrer berichten, wie sie das Osterfest in der Coronakrise empfunden haben

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Den Ostergottesdienst der Kirchengemeinde Plettenberg gab es in diesem Jahr per Video mit Pfarrer Andreas Hirschberg aus Martin-Luther-Kirche. Die Gemeindemitglieder zeichneten den Gottesdienst im Vorfeld auf und veröffentlichten diesen auf dem eigenen Youtube-Kanal (Bild).

Plettenberg – Leere Kirchen und Gottesdienste zuhause auf dem Computer: In diesem Jahr gab es ein merkwürdiges Osterfest. Wie nie zuvor haben die Kirchen ihre Online-Auftritte genutzt, um die Gemeindemitglieder auch in der Coronakrise zu erreichen.

„Ostern ohne Gottesdienst war eigenartig“, berichtet Pfarrer Patrick Schnell von der katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius. Über den Ostersonntag verteilt seien immer mal wieder Gemeindemitglieder in das Gotteshaus gekommen. „Mit den zwei Eingängen konnten wir das gut einrichten“, sagt der Pfarrer. In der Kirche fanden die Besucher dann Gebetszettel. Für diejenigen, die im E-Mail-Verteiler der Gemeinde sind, gab es weiteres Material zu Ostern. Auch hat die Kirchengemeinde Osterkarten verschickt. „Viele haben sich darüber gefreut“, berichtet Schnell von positivem Feedback aus der Gemeinde.

Von einem „ungewohnten Gefühl“ berichtet Pfarrer Andreas Hirschberg aus Holthausen: Einerseits hat die Gemeinde ihren Ostergottesdienst schon am Gründonnerstag mit der Videokamera aufgenommen. Zum anderen war das Gotteshaus bis auf Organist und Kameramann leer: „Das war schon eigenartig“, meint Hirschberg. Der knapp halbstündige Gottesdienst, der auf dem Youtube-Kanal der Kirchengemeinde Plettenberg hochgeladen wurde, sei gut angekommen, so der Pfarrer.

„Viele Gemeindemitglieder haben den Gottesdienst in der Kirche vermisst“, erklärt Pfarrer Uwe Brühl von der Kirchengemeinde Eiringhausen, die ebenfalls auf ein Online-Angebot gesetzt hat. Über die Feiertage wurden vier Gottesdienste als Podcasts (Audiodateien) auf der Kirchenhomepage hochgeladen. Je 30 Minuten waren diese lang und brachten wenigstens gewohnte Stimmen in die Häuser der Kirchgänger. Das kam an: Die ersten Podcasts, die Ende März hochgeladen wurden, seien hundertfach geklickt worden. „Mehr als wir gedacht hätten.“

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