Pfarrer Hirschberg geht

Ein Abschied im Zeichen von Corona

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Abschied mit Abstand: Viele Plettenberger nutzten am Sonntag noch einmal die Gelegenheit, sich von Pfarrer Andreas Hirschberg zu verabschieden.

Plettenberg – Kein Händedruck, keine Umarmung – es war ein Abschied ganz im Zeichen von Corona. Pfarrer Andreas Hirschberg verabschiedete sich am Sonntag von der Evangelischen Kirchengemeinde Plettenberg. Auch wenn ein „ordentlicher“ Abschied nicht möglich war, war der Seelsorger doch froh, zumindest in eingeschränkter Form „Danke“ sagen zu können.

Denn vor wenigen Wochen wäre sein Abschied vermutlich fast heimlich, still und leise über die Bühne gegangen. Hirschberg sei dementsprechend froh, dass inzwischen überhaupt wieder Gottesdienste stattfinden könnten. Mehr als zehn Jahre hatte Hirschberg das Gemeindeleben in Plettenberg mitgestaltet und geprägt. Nun wird er eine Pfarrstelle in der Evangelischen Kirchengemeinde Roxel in Münster übernehmen.

 „Ich habe es immer als ein Privileg empfunden, in der Christuskirche Gottesdienst feiern zu dürfen“, eröffnete Hirschberg am Sonntagnachmittag seinen letzten Gottesdienst in Plettenberg. Mehr als 40 Personen waren gekommen, um sich zu verabschieden. Damit war die Kapazität der Christuskirche zwar nicht ganz ausgereizt, doch war es auch nicht Hirschbergs einziger Gottesdienst an seinem letzten Tag. Bereits am Vormittag hatte er einen Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche gefeiert, der gewissermaßen ausgebucht war. Natürlich sei es schade, dass er sich nicht ordentlich in den Kreisen und Gruppen verabschieden könne, die er jahrelang begleitet habe, so Hirschberg. Auch ein großer Verabschiedungsgottesdienst wäre sicher schön gewesen, um noch mal allen „Danke“ zu sagen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben.

 Immerhin konnten viele Gemeindemitglieder im Anschluss an den Gottesdienst die Möglichkeit nutzen, Pfarrer Hirschberg noch einmal persönlich zu danken und ein paar gute Worte und Wünsche mit auf den Weg zu geben. Sichtlich schwer fiel es einigen, dabei auf eine herzliche Umarmung oder einen festen Händedruck verzichten zu müssen, denn die Abstandsregelung von anderthalb Metern galt natürlich auch hier. Zuvor hatte Hirschberg seine Zeit in Plettenberg Revue passieren lassen: das Reformationsjubiläum, ökumenische Gottesdienste und Oase-Andachten, Tauffeiern, Familienkirche und Bibelkreise. 

Dabei stellte er eines besonders positiv heraus: „Die Gemeinschaft in der Gemeinde“, die im Übrigen auch in Corona-Zeiten gelte. Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes, die Geburtsstunde der Kirche. Hirschberg betonte, dass man durch den Heiligen Geist nicht nur mit Gott verbunden sei, sondern auch in der Gemeinschaft. „In dieser Gemeinschaft des Heiligen Geistes bleibe ich mit Ihnen verbunden!“, gab Hirschberg den Gottesdienstbesuchern zum Abschied mit auf den Weg. Genauso dankbar und lobend, wie Hirschberg sich über das Gemeindeleben in Plettenberg geäußert hatte, richteten einige Vertreter der Gemeinde ihre Worte an Hirschberg.

 „Ich wusste immer, wenn es wackelig wird, sind Sie da“, sagte beispielsweise Sandra Becker vom Familienzentrum. Pfarrer Dietmar Auner lobte Hirschbergs „Ideenreichtum“, seine Bereitschaft, „neue Wege in Plettenberg zu gehen“ sowie seine „Ermutigung, Gemeinde zu leben“. Außerdem sprach Auner nur von einem „vorläufigen Abschied“. Er vertraue darauf, dass ein standesgemäßer Abschiedsgottesdienst zu gegebener Zeit nachgeholt werden könne. 

So ganz verlassen wird Hirschberg die Plettenberger Gemeinde ohnehin noch nicht: Er hat versprochen, die von ihm betreuten Konfirmandenjugendlichen auch noch zu konfirmieren – coronabedingt musste die Konfirmation verschoben werden. So war es am Sonntag kein endgültiges „Leb wohl“, sondern erstmal ein „Auf Wiedersehen“.

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