Der Plettenberger Pfarrer Andreas Hirschberg verlässt die heimische Gemeinde

Pfarrer Andreas Hirschberg schlägt nach elf Jahren "neues Kapitel" auf

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2009 hielt Pfarrer Andreas Hirschberg seinen Einführungsgottesdienst in Plettenberg.

Nach gut elf Jahren ist Schluss: Pfarrer Andreas Hirschberg wird zum 1. Juni die Evangelische Kirchengemeinde Plettenberg verlassen und eine Pfarrstelle in der evangelischen Kirchengemeinde Roxel in Münster übernehmen. Am kommenden Sonntag wird er seinen letzten Gottesdienst in Plettenberg halten. Im Interview mit Christos Christogeros erklärt Pfarrer Hirschberg unter anderem die Gründe für den Abschied.

Warum verlassen Sie die Plettenberger Gemeinde?

Es bot sich für mich, mit der Gemeinde in Münster, die Gelegenheit, nach elf Plettenberger Jahren, privat und beruflich ein neues Kapitel aufzuschlagen. Die Pfarrstelle in Roxel, am westlichen Rand von Münster, wird dann meine dritte Pfarrstelle sein.

Was nehmen Sie aus Ihrer Zeit in Plettenberg mit?

Dankbarkeit. Ich bin dankbar allen, die sich mit so viel Engagement in das Gemeindeleben und in die Entwicklung mancher neuer Formate eingebracht haben. Dankbar bin ich auch für ganz viele sehr intensive Begegnungen im seelsorgerischen Gespräch und für die Bereitschaft der Gemeinde, sich auf manche Neuerungen einzulassen. Ich habe mich in meiner Arbeit vielfach unterstützt gefühlt.


Was wird Ihnen in bleibender Erinnerung bleiben?

Sehr viel! Zum Beispiel die vielen lebendigen Gottesdienste, die ich gemeinsam mit ehrenamtlichen Teams vorbereitet und gestaltet habe: Familienkirche und Minikirche, Oase-Andachten, Jugendgottesdienste und mehr. Die erste Israelstudienfahrt, die ich persönlich spirituell sehr bereichernd empfand. Fröhliche Nachmittage im Gemeinderaum unter der Martin-Luther-Kirche mit der Frauenhilfe oder bei Geburtstagsfeiern. Und die intensiven Gespräche im Bibelgesprächskreis. Die gute ökumenische Zusammenarbeit, der Konfirmandenunterricht mit den engagierten und quirligen Teilnehmern. Die vielen Freizeiten, aber auch die Zusammenarbeit mit den Schulen. In Erinnerung wird mir auch die fröhliche Atmosphäre bei den ersten Krippenspielmusicals in der Martin-Luther-Kirche bleiben: Manche Eltern probten mit ihrem Baby auf dem Arm.


Was ist das Besondere an der Plettenberger Gemeinde?

Die unglaublich vielen, engagierten Ehrenamtlichen. Auch die vielen Jugendlichen, die sich im Laufe der letzten zehn Jahre als Teamer für den Konfirmandenunterricht haben ansprechen lassen – ich finde, das ist ein wirklicher Schatz der Gemeinde. Darüber hinaus habe ich es als etwas Gutes und Besonderes empfunden, dass die hauptamtlichen Mitarbeiter ihren eigenen Fachbereich sehr deutlich auf die Gemeinde ausgerichtet haben und das gottesdienstliche Leben im Blick haben. Das war ein gutes Miteinander zum Wohle der Gemeinde. Ich habe zu Beginn die Plettenberger Gemeinde als recht traditionsbewusst erlebt, bald aber gemerkt, dass es auch die hohe Bereitschaft gibt, sich auf „neue Traditionen“ einzulassen. Wenn man etwas neu einführte, dann war es nach dem dritten oder vierten Mal schon völlig etabliert.


Welche Worte würden Sie gerne zum Abschluss an die Gemeindeglieder richten?

Ich wünsche der Gemeinde, dass es ihr weiter gelingt, lockere Weltoffenheit und geistliche Tiefe miteinander zu verbinden. Und ich wünsche ihr Gottvertrauen für die Zukunft – gerade auch angesichts schwerwiegender Entscheidungen – dass die Zukunft auch „gut“ werden kann, selbst wenn es anders kommt, als man es sich selber jetzt vorstellt. Ich wünsche der Gemeinde, in der ich gerne gelebt und gearbeitet habe, von Herzen alles Gute und Gottes reichen Segen.


Gibt es eine Verabschiedung?

Es tut mir leid, dass ich mich nicht ordentlich von den Kreisen und Gruppen verabschieden kann, die ich jahrelang begleitet habe. Es ist schade, dass diese Abschiedswochen unter den Coronabedingungen nicht richtig gelebt werden können. Aufgrund der Beschränkungen während der Pandemie wird es keine offizielle Verabschiedung geben. Ich werde aber an meinem letzten Tag in der Plettenberger Gemeinde noch Gottesdienste halten: Pfingstsonntag um 10 Uhr in der Martin-Luther-Kirche und um 15 Uhr in der Christuskirche.

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