Pfarreienprozess in St. Laurentius

Wie sehen die Gemeindemitglieder ihre Kirche in zehn Jahren?

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Plettenberg/Herscheid - Um festzustellen, wie Kirche in den nächsten zehn Jahren lebendig gestaltet werden kann, startete die Pfarrei St. Laurentius Plettenberg-Herscheid eine Umfrage. Der Gottesdienst an Werktagen schnitt in der Umfrage eher schlecht ab.

"Insgesamt nahmen 347 Personen an der Umfrage teil", erklärte Prof. Dr. Peter Vieregge, Geschäftsführer des Forschungsinstituts für Regional- und Wissensmanagement, diese Woche bei der Vorstellung der ausgewerteten Ergebnisse des Pfarreienprozesses im Pfarrsaal von St. Johann Baptist. "Die durchschnittliche teilnehmende Person war eine katholische Frau zwischen 40 und 50 Jahren", erläuterte Vieregge.

Die Personen mussten auf einer Skala von eins bis vier angeben, was zutrifft (1) und was eher weniger für sie zutrifft (4). Im Bezug auf die Angebote und Traditionen der katholischen Kirche vor Ort, waren den meisten Teilnehmern Beerdigungen, Taufe/Erstkommunion, Hochzeiten und Gottesdienste zu Feiertagen am wichtigsten. "Man könnte diese Dinge auch als sogenannte Serviceleistungen bezeichnen", sagte Prof. Dr. Peter Vieregge. Am weitesten unten in der Kategorie der Angebote standen hingegen Wallfahrten und regelmäßige Werktagsgottesdienste, mit einer Bewertung von 2,67 und 2,80.

"Wenn sich katholische Kirche vor Ort verändern muss, was sollte in Ihrer bisherigen Gemeinde erhalten bleiben?" Bei dieser Frage antworteten die meisten, dass ihnen der Versammlungsort für Gottesdienste am wichtigsten sei. Die Gemeindebücherei bildete hingegen das Schlusslicht. Es stellte sich bei dieser Frage jedoch auch heraus, dass die Mehrheit in diesem Fall auch am Gemeindeleben einer anderen Gemeinde teilnehmen würde (Bewertung 2,75, auf dem vorletzten Platz).

Gut angenommen wird in der Pfarrei übrigens die Ökumene. Als Vorschlag, wie die Ökumene in der Pfarrei aussehen könnte, antwortete ein Teilnehmer: "Das Gemeinsame betonen. Wir sind erst mal Christen."

Infotelegramm: Fakten zur Kirchenumfrage

Insgesamt wurden 347 Fragebögen ausgefüllt, 327 davon in gedruckter Form und 20 im Internet. Im Fragebogen gab es auch die Möglichkeit einige Zeilen zu schreiben. Vielen reichte dies jedoch nicht aus und sie legten daher einen Brief dazu.

83 Prozent waren katholisch, wobei nur 143 Teilnehmer im Augenblick aktiv mit der kath. Kirche verbunden sind, 149 gelegentlich und 48 gar nicht. 295 der Teilnehmer kamen aus Plettenberg, 36 aus Herscheid und 13 aus anderen Wohnorten. 29 Prozent aller Teilnehmer waren unter 20 Jahre alt, 36 Prozent zwischen 21 und 60 Jahren und 36 Prozent über 60 Jahre alt.

Erstellt wurde der Fragebogen von der Agentur siegerbrauckmann aus Halver. Die Fragen wurden gemeinsam mit der Pfarrei entwickelt und ein sogenannter "Selfmailer" (Karte mit Kleberändern) erstellt, um die Teilnahme möglichst angenehm zu machen, wie Peter Sieger, Inhaber der Agentur, am Montag erklärte.

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