Doch keine Kandidatur als Bürgermeister

Paukenschlag in Plettenberg: Dirk Kieslich zieht sich von der politischen Bühne zurück

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Der Grünen-Vorstand mit Marco Störmann, Dirk Kieslich und Jan Wölkerling

Plettenberg - Dirk Kieslich ist mit viel Furore gestartet, wurde zum neuen Vorsitzenden der wiedererstarkten Grünen in Plettenberg gewählt und überlegte, sogar als Bürgermeister zu kandidieren. Nun verkündet er die überraschende Kehrtwende: Kieslich legt alle politischen Ämter mit sofortiger Wirkung nieder.

Als Grund gibt Kieslich in einer Mitteilung an die Heimatzeitung die Coronakrise an, die vieles verändert habe – unter anderem seinen Beruf als Produktionsleiter und Patentmanager der Firma Gerhardi in Lüdenscheid: „Ich bin meinem Unternehmen in dieser schweren Zeit mehr verpflichtet als der Politik oder der Stadt Plettenberg. Zu viel hat Gerhardi in den letzten fast 16 Jahren für mich und meiner Familie getan und ermöglicht. Ich werde mich daher mit sofortiger Wirkung, und bis auf weiteres, komplett aus der Politik zurückzuziehen, also alle Ämter niederzulegen und meine ganze Kraft, Kreativität und Motivation dem Unternehmen Gerhardi und meinen knapp 2000 Kollegen hier widmen. Das bin ich allen einfach schuldig!“, schreibt Kieslich.

Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und lange überlegt, sei letztlich aber zu dem Schluss gekommen, die Firma zu unterstützen, die „vor großen Herausforderungen, noch mehr als sowieso schon, stehe“. „Hier war und hier bin ich in Zukunft massiv gefragt, mit neuen Ideen und Innovationen neue Absatzmärkte zu erschließen und zu unterstützen.“

Hinzu komme eine selbstauferlegte 14-tägige Quarantäne, die sich Kieslich nach grippeähnlichen Symptomen selbst auferlegt hat, danach die Schließung der Schulen und des Kindergartens und die dadurch bedingte Neuorganisation des häuslichen Alltags. Auch das habe ihn in den letzten Tagen viel beschäftigt und zu dem Schluss kommen lassen, dass seine politischen Aktivitäten nun hinten anstehen müssen.

Wie es damit nun für die Grünen weiter geht, die sich im Februar mit einem Ortsverband in Plettenberg wieder gegründet haben, ist völlig offen. Das Team steht nun ohne Vorsitzenden da. Im Vorstand verbleiben der junge Kassierer Jan Wölkerling und Beisitzer Marco Störmann. Auch die langjährige Grünen-Vorsitzende Bärbel Keiderling ist nach zwischenzeitlichem Austritt wieder Mitglied, hatte sich bei der Neugründung aber bewusst für kein Vorstandsamt gemeldet.

Klar sein dürften dagegen die Kandidaturen für das Bürgermeisteramt. Weil Dirk Kieslich nun definitiv nicht antreten wird, werden sich Amtsinhaber Ulrich Schulte, der von der PWG, der FDP und wahrscheinlich auch der SPD gestützt wird, und der CDU-Kandidat Patrick Hansmann einen Zweikampf liefern – zumindest, wenn die Kommunal- und Bürgermeisterwahl angesichts des Coronavirus im September überhaupt wie geplant stattfinden kann.

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