Neuen RTW auf Mercedes-Fahrgestell für 200 000 Euro bestellt

Patient wird wie von Geisterhand in RTW gezogen

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So ähnlich dürfte im September der neue Rettungswagen auf einem Mercedes-Fahrgestell aussehen.

Plettenberg - Wenn der Rettungsdienst der Feuerwehr einen Patienten transportieren muss, der deutliches Übergewicht hat, dann leidet der Rücken der Einsatzkräfte. Bislang muss der Patient mit Muskelkraft von der Trage in den Rettungswagen geschoben werden.

Ab September ist das Vergangenheit, denn der Rat der Stadt Plettenberg stimmte am Dienstag in nichtöffentlicher Sitzung dem Kauf eines neuen Rettungswagens zum Gesamtpreis von 200 000 Euro zu. Im Preis enthalten ist das automatische Tragensystem „Stryker Pro XT“, mit dem bis zu 320 Kilogramm schwere Patienten automatisch in den Rettungswagen gezogen werden. 

Die Trage wird dabei wie bisher zur Tür des Rettungswagens gefahren und mit dem Schienensystem der Tragenhalterung verbunden – der Rest geht automatisch. „Auch im Sinne des Arbeitsschutzes ist das für die Mitarbeiter eine echte Entlastung“, sagte Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel. Die höheren Mehrkosten seien gerechtfertigt, zumal er dadurch mit weniger krankheitsbedingten Ausfällen rechnet. Eine weitere Besonderheit der Trage ist die halb-aufrechte Sitzposition. „Bisher mussten alle Patienten liegend transportiert werden, dabei haben wir auch rund 15 Prozent Krankentransportfahrten“, sagte Spiegel. 

„Chauffiert“ werden die Patienten ab September diesen Jahres in einem Mercedes 519 CDI mit Alltradantrieb, Sieben-Gang-Automatik und 190 PS. Auf dem Mercedes-Fahrgestell wird ein Spezial-Kofferaufbau der Firma GSF (Gute Sonder-Fahrzeuge) aus Twist montiert, der alle Erfordernisse des Rettungsdienstes erfüllt. Während das Mercedes-Fahrgestell mit Kofferaufbau rund 170 000 Euro kostet, werden für die neue Spezial-Trage rund 30 000 Euro fällig. 

Finanziert wird das Fahrzeug über die Gebühren im Rettungsdienst bei einer siebenjährigen Abschreibungsdauer. Der aktuelle Rettungswagen ist acht Jahre alt und soll demnächst auf dem freien Markt veräußert werden. „Wir erhoffen uns dafür noch einen Erlös von rund 15 000 Euro“, betonte Spiegel.

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