„Ja, ich war enttäuscht“

Wie aus den Party-Konkurrenten Andrea Saladdino und Christian Burghaus Partner wurden

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Christian Burghaus und Andrea Saladdino machen gemeinsame Sache: Bei der Eröffnung der Strandbar an der Oesterhalle legte Burghaus im Auftrag von Saladdino als DJ auf. Das soll nur der Anfang sein.

Plettenberg – Vor allem Ende des letzten Jahres waren sie nicht gut aufeinander zu sprechen. Andrea Saladdino und Christian Burghaus – zwei Partyveranstalter, die zum Beispiel mit ihren Pietro-Lombardi oder Sixxpaxx-Abenden um die Gunst der Feiernden in Plettenberg buhlten und sich über die Medien gerne den ein oder anderen indirekten Seitenhieb gaben. 

Doch jetzt ist auf einmal alles anders. Aus den Konkurrenten sind Partner geworden, was die Zusammenarbeit bei der Strandbar im Oestertal zeigt, bei der Burghaus am Freitag zum wiederholten Male auflegen wird. Was ist da in den letzten Monaten zwischen den beiden passiert? Sebastian Schulz traf Andrea Saladdino und Christian Burghaus zum Doppelinterview.

Herr Saladdino, Herr Burghaus, wie ist es dazu gekommen, dass Sie nun plötzlich gemeinsame Sache machen?

Burghaus: Andrea hat mich zu Beginn der Coronakrise mal angerufen. Ich war mir sicher, dass wir mal die Nummern getauscht hatten, denn wir sind uns mal auf einer Blacklight-Party in der Oesterhalle begegnet, die Andrea veranstaltet hat und bei der ich die Technik gemacht habe. Aber mein Handy zeigte nur eine anrufende Nummer an und keinen Namen. Dann bin ich dran gegangen...

Und? 

Burghaus: Dann haben wir uns zwei Stunden lang ausgesprochen.

Was hat Sie zu diesem Anruf bewogen, Herr Saladdino?

Saladdino: 

Gerade die Krisenzeit durch Corona hat mir die Augen geöffnet: Warum arbeiten wir gegeneinander, wenn wir doch auch zusammen etwas machen könnten!? Die Diskrepanzen zwischen uns sollten aus der Welt geschafft werden.

Welche Diskrepanzen gab es zwischen Ihnen?

Saladdino: Auslöser war die Terminkollision meiner Coyote-Ugly-Party in der Oesterhalle und Christians Aprés-Ski-Party in der Schützenhalle im Dezember letztes Jahr. Ich hatte meinen Termin fest und schon angekündigt und habe – als ich von der Aprés-Ski-Party erfahren habe – Chris angerufen und ihn gebeten, dass er seine Veranstaltung verschiebt.

Burghaus: Das ging allerdings nicht, weil ich seit einem Monat alle Verträge fest hatte. Ich habe mich dann entschuldigt, dass ich als Veranstaltungstechniker aus Lennestadt nichts von seinem Termin in Plettenberg mitbekommen hatte. Ich habe ihm angeboten, dass wir uns in Zukunft besser absprechen, weil ich ja ohnehin nur vier Veranstaltungen im Jahr in Plettenberg durchführen wollte.

Das war aber nicht die Antwort, die Sie hören wollten, oder Herr Saladdino!?

Saladdino: Ja, ich war enttäuscht.

Am Ende kam es ja leider so, wie zu befürchten war: Die beiden Partys haben sich gegenseitig die Besucher genommen. Damit nahm der Konkurrenzkampf dann Fahrt auf.

Burghaus: Ja, und er wurde durch die Medien noch ein bisschen befeuert, denn wir haben ja dann gar nicht mehr direkt miteinander gesprochen.

Dafür gab es dann über Zeitungsinterviews und Facebook-Posts immer mal einen Seitenhieb für den anderen...

Burghaus: Und das noch nicht mal bewusst. Ich habe nach der Pietro-Lombardi-Party in der Schützenhalle aufgezählt, was alles gut gelaufen ist. Das waren sechs Punkte – zum Beispiel, dass der Einlass reibungslos funktioniert hat, dass es keine Auseinandersetzungen in der Halle gab und dass keine Jacke in der Garderobe weggekommen ist. Ohne dass ich es wusste, hat Andrea den Satz mit den Jacken dann leider in den falschen Hals bekommen.

...weil kurz zuvor auf einer Party von Andrea Saladdino Jacken gestohlen worden sind...

Burghaus: Ja, aber davon wusste ich gar nichts. Wie gesagt: Wir sind eigentlich eine reine Veranstaltungsfirma, deswegen verfolgen wir nicht alles, was in Plettenberg passiert. 

Saladdino: Ja, ich habe diesen Satz wirklich in den falschen Hals bekommen. Aber ich kann Chris im Bezug auf die Pietro-Lombardi-Party nur zustimmen, denn ich war selber auch da. Über die sozialen Medien wird viel kaputt geredet, sodass die positiven Dinge ganz schnell vergessen werden.

Trotzdem fühlten Sie sich seinerzeit bemüßigt, verbal zurückzuschlagen, Herr Saladdino.

Saladdino: Ja, aber ich weiß gar nicht mehr was es war...

Burghaus: Interessant. Das würde mich jetzt auch mal interessieren (lacht).

Saladdino: Irgendetwas mit Auftrittszeiten in Anspielung darauf, dass Pietro Lombardi so spät aufgetreten ist und so schnell wieder weg war...

Burghaus: ...weswegen ich übrigens auch versucht habe, rechtliche Schritte gegen das Management von Pietro Lombardi prüfen zu lassen, aber die Verträge sind durch die künstlerische Freiheit gesichert...

Saladdino: Wie dem auch sei. Im Endeffekt habe ich irgendwann gedacht: Es gibt so viele Veranstaltungen in Plettenberg, warum bündeln wir nicht einfach unsere Kräfte?

Werden wir nun in Zukunft noch öfter Veranstaltungen erleben, bei denen Andrea Saladdino und Christian Burghaus zusammenarbeiten werden?

Saladdino: Na klar! Ich habe Chris beauftragt, die komplette technische Dienstleistung in der Halle zu übernehmen.

Burghaus: Ich statte Andrea aus, er organisiert die Partys.

Saladdino: Wir arbeiten jetzt als nächstes an einer Schaumparty und einer 90er-Trashpop-Party, die auf jeden Fall stattfinden sollen. Für nächstes Jahr habe ich Chris schon als technischen Dienstleister für ein Festival eingeplant.

Ein Festival in Plettenberg!?

Saladdino: Ja, ein reines Deutsch-Hip-Hop-Festival. Aber mehr kann ich dazu noch nicht verraten...

Wir sind gespannt.

Erstes Zwischenfazit zur Strandbar im Oestertal

Mit großen Ambitionen ist Veranstalter Andrea Saladdino in das Projekt Strandbar vor der Oesterhalle gestartet – und er wurde nicht enttäuscht. „Die Idee wird sehr gut von den Leuten angenommen“, freut er sich, dass in den ersten fast zwei Wochen vor allem an den Wochenenden kein freier Platz mehr zu bekommen war. Auch wenn die Dekoration inzwischen vollständig ist – am Anfang fehlten noch die Palmen, die mittlerweile geliefert und aufgestellt worden sind – hat Saladdino die Sitzplätze und das DJ-Pult in der Strandbar neu angeordnet.

Ebenso will der Betreiber die bisherige Reservierungspflicht lockern. Bisher war es nur möglich, mit vorheriger Anmeldung einen Platz zu bekommen, jetzt könne man auch einfach so vorbeikommen, sagt Saladdino. „Die, die unbedingt einen Platz haben möchten, sollten trotzdem vorher reservieren.“

Themenabende sollen auch in den nächsten Wochen dafür sorgen, dass es den Besuchern nicht langweilig wird. So ist für den kommenden Freitag, 31. Juli, eine 90er-Jahre-Party geplant, bei der Saladdinos neuer Partner Christian Burghaus alias DJ Loca an den Plattentellern stehen wird. Am Samstag geht es dann ein Jahrzehnt weiter, wenn DJ Maniac die besten Hits aus den 2000er Jahren spielen wird. Der Eintritt an beiden Abenden kostet jeweils 5 Euro. Auch Live-Musik ist geplant. Am 8. August spielen Andy Creek (Andreas und Andrea Wiehle) Country, Folk und Rock in der Strandbar.

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