Situation an der Kaiserstraße eine „Katastrophe“

Parkscheinautomat zur „Gefahrenabwehr“

Die Dichte der Parkverstöße ist laut Ordnungsamt in der Kaiserstraße deutlich höher als andernorts
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Die Dichte der Parkverstöße ist laut Ordnungsamt in der Kaiserstraße deutlich höher als andernorts.

Nicht nur der lahmende Ausbau der Innenstadt, bei dem es mangels Pflastersteinen derzeit nur schleppend weitergeht, ist derzeit ein Reizthema in Plettenberg. Auch die geplanten Parkscheinautomaten an der Kaiserstraße stoßen offenbar nicht überall auf Begeisterung.

Ein Anwohner der Kaiserstraße machte seinem Ärger in der Einwohnerfragestunde des Planungs- und Umweltausschusses Luft: „Die Parksituation an der Kaiserstraße ist eine totale Katastrophe.“ Es müssten dort mehr Parkmöglichkeiten geschaffen werden. „Dass ich jetzt auch noch zahlen muss, damit ich da wohnen darf, finde ich eine Frechheit“, fand der Plettenberger.

Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel gab zu verstehen, dass man die gesamte Situation an der Kaiserstraße unter dem „Stichwort der Gefahrenabwehr“ betrachten müsse. Hier gehe es nicht lediglich darum, eine Straße zu bewirtschaften und damit hohe Einnahmen zu erzielen, denn so viel käme da nicht zusammen. Vielmehr sei es so, dass er selbst diverse Kontrollen dort durchgeführt habe. Die Dichte an Parkverstößen sei hier deutlich höher, was an der vielfältigen Gemengelage an Geschäften, Ärzten und Dienstleistern liege. Gerade die Arztpraxen würden viel Quell- und Zielverkehr verursachen. Gleiches gelte auch für den Postshop.

In der Summe sei es so, dass zeitweise die 35 Parkplätze an der Straße und die elf Parkplätze neben der Metzgerei Steinhoff stark überlastet seien. Das führe zu gefährlichen Situationen und dem Parken in zweiter Reihe, was gefährliche Überholmanöver in den Gegenverkehr nach sich ziehe. Zudem würden Einfahrten zugeparkt und auch der Gehweg werde verbotenerweise als Parkfläche genutzt, teilweise auch in Gegenrichtung. Angereichert würde die Situation durch Lieferdienste und den Schulbusverkehr.

„In der Summe ist das eine gefährliche Gemengelage, bei der es nur noch eine Frage der Zeit ist, bist ein Fußgänger überfahren wird“, mahnte Spiegel. Deshalb erfolge auch die Einordnung in den Bereich der präventiven Gefahrenabwehr.

Ein Problem seien auch die Anwohner, die die Parkuhren weiterdrehten, was aufwendig nachzuweisen sei. Das führe dazu, dass viele Parkplätze halb- oder ganztägig tägig belegt seien und der allgemeinen Nutzung entzogen würden.

Übliche Lösungsansätze würden hier nicht greifen. Die Höchstparkdauer von zwei auf eine Stunde zu reduzieren, verfehle das Ziel und sei realitätsfern, da viele Patienten eine längere Zeit für den Arztbesuch benötigten.

Alternativ müsste die Anzahl der Parkplätze erhöht werden. Doch da sehe man keine Möglichkeit. „Wo sollen die auch herkommen?“, fragte Spiegel und gab zu verstehen, dass die Situation noch erschwert würde, weil für einige Häuser aus den 20er Jahren seinerzeit kein Stellplatznachweis geführt werden musste.

Hinzugewinnen könne man Parkplätze durch den Brückenschlag von der Schlieffenstraße zum Wall. Dies sei ein Projekt, das seit längerer Zeit in der Planung sei und könne zu einer Entlastung führen, sei aber allein nicht ausreichend.

Ziel sei es, eine hohe Fluktuation herbeizuführen, in dem ein kleines Parkentgelt abverlangt würde. Kernidee sei, einen Großteil der Bürger dazu zu bewegen, für eine längere Parkdauer Stellplätze zu suchen, die die Allgemeinheit weniger belasten.

Selbst geringe Entgelte würden dafür sorgen, dass schneller Parkplätze frei würden. „Wir bekommen dadurch die Dauerparker dort weg“, glaubt Spiegel. Die Menschen seien durchaus bereit, 50 Cent zu bezahlen, wenn dadurch die Chance auf einen Parkplatz steige.

Der Ausschussvorsitzende Klaus Ising (CDU) erinnerte daran, dass zehn Parkplätze an die GWU abgegeben worden seien und „ein enormer Parkdruck an der Kaiserstraße herrscht“. Von daher begrüße er auch den Vorschlag von Thorsten Spiegel zum Brückenschlag an der Schlieffenstraße.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Patrick Hansmann bemängelte in diesem Zusammenhang das immer noch fehlende Parkraumkonzept für die Innenstadt.

Von der CDU gebe es für die Parkautomaten keine Zusage, wenn nicht zuvor ein vernünftiges Konzept ausgearbeitet werde, das auch den Umlauf mit einbeziehe. Hansmann glaube nicht, dass jeder, der mal eben eine Fleischwurst hole, einen Brief abgebe oder etwas vom Schneider hole, sofort den Parkautomaten bediene. Insofern sei offen, ob sich die Situation im Bereich Kaiserstraße zwangsläufig verbessere. Grundsätzlich dürfe man den zweiten Schritt nicht vor dem ersten machen, bat Hansmann abschließend um eine Gesamtbetrachtung des Themas Parken.

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