Ein verlorenes Osterfest

Verlieren wir ein weiteres christliches Fest an die Kommerzialisierung?

+
Für viele rückt die eigentliche Bedeutung des Osterfestes immer weiter in den Hintergrund: Uwe Brühl, der hier den Osterhasen (li.) und die Bibel sowie Martin Luther zeigt, findet, dass es die Aufgabe der Christen ist, die Bedeutung von Ostern zu zeigen.  

Plettenberg - Man trifft sich zum Eiersuchen oder gemeinsamen Frühstücken: Das Osterfest hat für viele Familien eine große Tradition. Dennoch gerät der christliche Aspekt immer mehr in den Hintergrund. Stellt sich die Frage: Ist Ostern nach Weihnachten das nächste Fest, das kommerzialisiert wird?

„Es wissen immer weniger Menschen, was an Ostern gefeiert wird. Die Leute haben nicht mehr viel mit der Kirche zu tun“, moniert der Pastor der landeskirchlichen Gemeinschaft Holthausen, Johannes Westhoff. Der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Eiringhausen, Uwe Brühl pflichet Westhoff bei. „Dennoch ist es die Aufgabe der Christen, den Menschen zu zeigen, dass Ostern so viel mehr ist, als nur dieses Frühlingsfest“, plädiert er. Für das kirchliche Osterfest stünde das leere Kreuz oder auch das leere Grab und eben nicht nur Hase und Ei. 

„Wir dürfen nicht die Herkunft des Osterfestes vergessen. Es ist das wichtigste Fest der Christen und darf deshalb nicht verloren gehen“, meint der Eiringhauser Pfarrer. Eduard Mühlbacher, Pastor der katholischen Kirchengemeinde, sieht die Veränderungen nicht so eng und findet, dass die heutigen Ostertraditionen einfach dazu gehören: „Das hat sich einfach so entwickelt. Wir müssen die Gesellschaft so nehmen, wie sie ist.“ 

Osterhase und Ei gehören dazu 

Dazu gehörten eben Hase und Ei. Doch woher kommen die beiden typischen Symbole? Nach dem Winter taut die Natur auf und der Hase erwacht aus seinem Winterschlaf. Er ist eine Art Frühlingsbote. Das Ei symbolisiert dagegen Fruchtbarkeit und Leben. Und da an Ostern die Wiederauferstehung Jesu gefeiert wird, avancierte das Ei oder auch das Küken zu einem beliebten Zeichen für die Feiertage. 

Man kann also nicht zwangsläufig sagen, dass Ostern nur noch ein rein industrielles Fest ist. Der Hase und die Eiersuche sind keine Marketingaktionen von Süßwarenherstellern, sondern haben einen historischen Hintergrund. Natürlich nutzen die Firmen diese Symbole und produzieren kurz nachdem die Weihnachtsmänner aus den Regalen verschwunden sind, massenweise ihre buntverpackten Schoko-Hasen. Auch die Bezeichnung als Frühlingsfest gibt es schon seit einigen Jahrhunderten und diese kommt aus einer Zeit, als die Kirche eine deutlich größere Rolle in der Gesellschaft spielte. 

Eigentliche Sinn der Feiertage geht verloren 

Ostern ist zwar das wichtigste Fest der Christen, doch mittlerweile haben viele kirchliche Feiertage eine ganz andere Bedeutung bekommen – und es bestehe die Gefahr, dass der eigentliche Sinn verloren gehe, meint Pfarrer Brühl. „Heutzutage kann mir kaum einer mehr erklären, was an Pfingsten eigentlich gerfeiert wird. Die meisten Menschen freuen sich nur über die freien Tage“, führt Brühl weiter aus. Dass es für Christen um das Empfangen des heiligen Geistes geht, dürfte den meisten Kurzurlaubern mittlerweile egal sein. - von Tuba Nayir, Leonhard Wolff und Maximilian Fiedler

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare