„Es ist jetzt nicht die Zeit für Partys“ - Ordnungsamt Plettenberg hat klare Meinung zu Corona-Einschränkungen

Mit den neuen Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern kommt auch auf die Mitarbeiter des Plettenberger Ordnungsamtes wieder mehr Arbeit zu. 
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Mit den neuen Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern kommt auch auf die Mitarbeiter des Plettenberger Ordnungsamtes wieder mehr Arbeit zu. 

Die neuen Beschlüsse von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Corona-Pandemie werden im Plettenberger Rathaus „ausdrücklich“ begrüßt.

Plettenberg – Ordnungsamtschef Thorsten Spiegel erwartet zwar durch die beschlossenen Maßnahmen einen immensen Mehraufwand, in mancher Hinsicht hätten die Verschärfungen aber noch weitergehen können.

Schärfere Maßnahmen

Man sei überzeugt, „dass die Einschränkungen bei den Kontaktbeschränkungen noch schärfer hätten ausfallen können, um der derzeit zahlenmäßig wuchtigen Pandemieentwicklung kurzfristig wirksam entgegenzutreten“, teilt Ordnungsamtschef Thorsten Spiegel mit. Er ergänzt: „Man muss sich klar machen, dass die Anzahl Infizierter und in Anhängigkeit davon auch Erkrankter selbst nach rigideren Einschränkungen immer erst mit zehntägiger Verzögerung beeinflusst werden kann. Mit anderen Worten: die Pandemielage wird sich voraussichtlich zunächst trotz rigiderer Einschränkungen verschärfen.“

Als Ordnungsamt begrüßte man vor allem, dass Paragraf 13 Absatz 5 der Coronaschutz-Verordnung so geändert wurde, dass – nach einer kurzen Übergangsfrist – zum Beispiel runde Geburtstage und Hochzeiten unabhängig von der Sieben-Tages-Inzidenz keinesfalls mehr mit 150 Personen gefeiert werden dürfen. Bei solchen Feiern kämen Menschen aus vielen Städten zusammen, Nähe sei kaum vermeidbar. „Hier ist das Risiko der Coronavirusübertragung trotz entsprechender Hygienemaßnahmen immens“, so Spiegel. Dass NRW hier nachjustiert habe, sei äußerst notwendig gewesen.

Mehraufwand

Der Mehraufwand, der nun auf die Stadt zukomme, sei immens, aber zurzeit noch gut beherrschbar, so Spiegel: „Wir überwachen stichprobenartig die Einhaltung von Quarantäne-Anordnungen, führen Kontrollen in Geschäften, Kneipen und Sportstätten durch, besuchen Feste (z.B. Hochzeiten), um die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren, leiten Bußgeldverfahren ein.“ Dabei leiste die Polizei Vollzugshilfe.

Zur Umsetzung der neuen Vorgaben benötige man zurzeit keine weiteren Mitarbeiter. „Wir schichten aber Personal um. Da müssen dann, um auch zu ungünstigen Zeiten notwendige Kontrollen durchführen zu können, Routineaufgaben länger warten“, erklärt Spiegel.

Überzeugungsarbeit

„Die Herausforderung besteht darin, nicht nur zu kontrollieren, sondern sich in jedem Einzelfall auch die Zeit zu nehmen, ,Überzeugungsarbeit’ zu leisten“, erklärt Spiegel. „Die Pandemie wird sich nur dann zurückdrängen lassen, wenn möglichst viele Bürgerinnen und Bürger ein Einsehen haben, dass jetzt nicht die Zeit für größere Partys, Hochzeiten und Geburtstage ist.“ Auch müsse eingesehen werden, dass neben dem Abstandhalten das Tragen einer Maske immer dann, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, höchste Bedeutung hat. Gefragt sei ein solidarisches und achtsames Verhalten insbesondere Risikogruppen wie Älteren und Vorerkrankten gegenüber.

Maskenpflicht

Zur erweiterten Maskenpflicht für den öffentlichen Raum, wenn Menschen eng oder dicht gedrängt beisammen sind, schreibt Spiegel: „Während das in Großstädten auf jeden Fall die Fußgängerzonen sind, halten wir in Plettenberg zum Beispiel den Wochenmarkt für besonders relevant.“

Blick in Nachbarschaft

Im Nachbarkreis Olpe, wohin ein starker Pendelverkehr herrscht, liegt der Inzidenzwert bereits über 50. Dazu meint Spiegel: „Das dortige Infektionsgeschehen ist zu bedauern, erfüllt uns bezogen auf Plettenberg aber nicht mit übergroßer Sorge.“ Die „Super-Spreading-Events“ seien vielmehr größere Partys, Hochzeiten, Geburtstage und sonstige Ereignisse, bei denen eine größere Anzahl von Menschen Mindestabstände unterschreitet oder bei schlechter Durchlüftung ohne Mund-Nase-Bedeckung länger in geschlossenen Räumen verweilt.

Abstand und Lüften

Das Ordnungsamt empfiehlt daher dringend das Tragen einer Maske, wenn viele Menschen aus unterschiedlichen Kohorten (z.B. Haushalten, Lerngruppen) zusammenkommen und dabei der Mindestabstand nicht immer eingehalten werden könne, insbesondere in Innenräumen. Dort sei zudem gutes Lüften wichtig, um die Virusübertragung begünstigende Atemluft-Aerosole zu reduzieren, so Spiegel. Ob die für dieses Jahr noch in Plettenberg geplanten Veranstaltungen nach wie vor stattfinden können, müsse jeweils kurzfristig entschieden werden.

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