Erlebnisse für die Mitarbeiter des Ordnungsamts

Wenn die Maske weitergegeben wird: Kuriose Verstöße gegen die Corona-Regeln

Ordnungsamt Plettenberg Corona-Kontrollen Wochenmarkt
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Thorsten Spiegel (links) und seinen Kollegen vom Ordnungsamt sind in den letzten Wochen immer wieder auffällige Verhaltensmuster einiger Bürger aus Plettenberg aufgefallen.

Es sind erschreckende Zahlen, die der Märkische Kreis und die Stadt Plettenberg derzeit im Zusammenhang mit dem Coronavirus aufweisen. Trotzdem scheinen nicht alle die Corona-Regeln so ernst zu nehmen...

Plettenberg - Die derzeitigen Zahlen bereiten auch Thorsten Spiegel große Sorge. Als Leiter des Plettenberger Ordnungsamtes ist er Ansprechpartner für Bürger, Händler und Dienstleister, wenn es um Unklarheiten bei den Coronaregeln geht, und er koordiniert darüber hinaus die Kontrollen auf den Straßen und in den Geschäften.

Natürlich könnten die hohen Zahlen, gerade für Plettenberg, auch damit in Zusammenhang stehen, dass nun durch Schnelltests von Impfteams mehr Infizierte aufgedeckt werden – was auch gut sei, denn „mit jedem Infizierten, den man aus dem Verkehr ziehen kann, verhindert man zwei, drei Ansteckungen im Nachgang“, sagt Spiegel. Aber nichtsdestotrotz dürften auch Unvorsichtigkeiten oder argloses Verhalten zu den hohen Zahlen beitragen. Den Mitarbeitern des Ordnungsamts fallen jedenfalls bei ihren Kontrollen immer öfter einige Besonderheiten auf.

Wenn die Corona-Schutzmaske an den nächsten weitergegeben wird

„Ein mehrfach beobachteter gravierender Hygienefehler ist das Maskenteilen“, berichtet Thorsten Spiegel. Vornehmlich jüngere Kunden nutzten ein und dieselbe Maske, indem sie diese laut dem Ordnungsamtsleiter einfach weitergeben würden, um ein Geschäft nacheinander betreten oder einen Imbiss nacheinander abholen zu können. „Abgesehen davon, dass die Maskenpflicht schon vor dem Eingangsbereich besteht, ist das fast ein Garant dafür, sich das Virus zu holen, sofern der vorherige Träger der Maske gerade infektiös ist“, warnt Thorsten Spiegel vor einem solchen Vorgehen.

„Leicht steigender Prozentsatz ist nachlässiger geworden“

Wichtig bleibe, dass – auch vor und in Geschäften – weiterhin Abstand gehalten werde und eigene (!) OP- oder FFP2-Masken getragen werden. Diesbezüglich seien Kunden zu einem „leicht steigenden Prozentsatz“ nachlässiger geworden, beobachtet der Ordnungsamtsleiter.

Maskenbefreiungs-Atteste mit teilweise auffälligen Formulierungen

Bei Kontrollen in Geschäften und auf Parkplätzen ist dem Außendienst zudem aufgefallen, dass Kunden nicht selten ein „ärztliches Attest“ präsentieren, in dem es heißt, dass der Betroffene keine Maske tragen müsse. Mitunter fallen dem Außendienst dabei aber Formulierungen auf, zum Beispiel juristische Hinweise, die seltsam anmuten. „Abgesehen davon, dass wir besondere Auffälligkeiten – zum Beispiel auffällige Häufung von Attesten einer Praxis oder auffällige Hinweise in Attesten – bei Bedarf erfassen und eine Verdachtsanzeige erstatten: Von Attesten sollte nur zurückhaltend und selbstverständlich nur bei entsprechender medizinischer Indikation Gebrauch gemacht werden, zumal dann besonders auf das Mindestabstandhalten geachtet werden muss“, betont Thorsten Spiegel.

Beschimpfungen wie „Inquisitorischen Staatsterrorismus“

Dass die Ordnungsamtsmitarbeiter bei ihren Kontrollen beschimpft werden, komme immer wieder vor. In Einzelfällen erhalten wir auch krude Eingaben“, berichtet Thorsten Spiegel, der als Beispiel einen Vorwurf des „Inquisitorischen Staatsterrorismus“ nennt. „Um erhebliche Verstöße zeitnäher ahnden zu können, haben wir die Bußgeldstelle um zwei Kollegen, die uns jetzt tageweise unterstützen, aufstocken müssen“, erklärt der Ordnungsamtsleiter.

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