Ein französischer Sonntag

Operetten, Musicals und Straßenkünstler unterm Stephansdachstuhl

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Da es sich die Besucher lieber auf den Stühlen als auf der Bierzeltgarnitur bequem machten, kamen „Klara und Giselle“ einfach bis zum Publikum hin und sorgten mit ihrem Auftritt für viele Lacher.

Auch wenn mit 250 Besuchern nicht so viele Gäste wie am letzten Sonntag beim Kultursommer waren, war Kulturamtsleiterin Barbara Benner durchaus zufrieden mit der gestrigen Veranstaltung, die im Zeichen der französischen Kultur stand.

Der Nachmittag unter dem Stephansdachstuhl begann mit einer glamourösen Darbietung von Liedern aus Operetten und Musicals, wie dem bekannten Song „Memory“ aus dem Musical Cats, „Time to say goodbye“ oder „Durch dich wird diese Welt erst schön“ von Johannes Heesters aus den 40er Jahren. 

Dabei sang die französische Opernsängerin Marie Giroux vom Duo „Pariser Flair“, begleitet von der Pianistin Jenny Schäuffelen, sowohl solo, als auch im Duett mit Tenor Josef Schnur und umgekehrt. Die drei Künstler hatten ein Potpourri der verschiedensten Lieder zusammengestellt, um die Gäste am Alten Markt glänzend zu unterhalten. Während der musikalischen Pausen sorgten „Klara und Giselle“ auf der Bühne und im Publikum für Aufsehen. Die beiden schrägen Künstlerinnen, die eigentlich aus Wiesbaden kommen, gaben sich als Französinnen aus und dies nahm man ihnen auch prompt ab. 

Mit ihren Gags sorgten sie bei den Gästen für Lacher. So brauchten die beiden zum Beispiel Hilfe, als Klara einen Stein im Schuh hatte und diesen wieder anziehen wollte, sodass sie bei einem Handstand ihre Beine entblößte oder aus Versehen ihre Handtasche beim Schuhe zubinden an diesem festband. 

Eine lustige Auflockerung des Nachmittags. Den Besuchern am Alten Markt schien das Programm gefallen zu haben - sowohl Klara und Giselle als auch die Darbietung der Operetten und Musical-Songs honorierten die Gäste mit gebührendem Applaus. „Man muss ganz klar sagen, der letzte Sonntag mit den Schluchtenkrachern war bisher die am besten besuchte Veranstaltung des Kultursommers. 

Aber auch heute sind etliche gekommen und denen gefällt das Programm“, sagte Barbara Benner gestern. Sie vermutet, dass es an den anderen Veranstaltungen, wie dem Fahrtag bei der MME oder dem Sommerfest des SGV Eiringhausen, die gestern parallel stattfanden, lag, dass „nur“ 250 Gäste in die Innenstadt gekommen waren. Insgesamt ist Barbara Benner mit allen bisherigen Veranstaltungen des Kultursommers zufrieden. 

Das Publikum sei zu den Veranstaltungen durchwachsen gewesen, wie auch in den letzten Jahren und das qualitativ hochwertige Programm wolle man auf jeden Fall beibehalten. Eine kleine Änderung, die sich die Kulturamtsleiterin jedoch vorstellen könnte, betrifft die Bierzeltgarnitur direkt vor der Bühne.

Die Besucher, die nun doch eher aus älteren Bürgern bestehen, bevorzugen die aufgestellten Stühle, da diese eine Lehne haben und so bleiben die Bänke vorne oft frei. „Das wäre eine Überlegung, dies im kommenden Jahr zu ändern“, berichtet Barbara Benner. Die Veranstaltung gestern war übrigens die vorletzte des Kultursommers. Am kommenden Donnerstag, 10. August, endet dieser traditionell mit der Aufführung des NN-Theaters. 

Dieses Jahr wird das Stück „Ich fürchte nichts“ gezeigt, in dem es um den Reformator Luther geht. Der Eintritt dazu ist wie immer frei. Das Stück sollte übrigens vor zwei Wochen in Dülmen aufgeführt werden, wie Barbara Benner berichtet. Dort musste es jedoch aufgrund des schlechten Wetters abgesagt werden. 

„Das kann uns in Plettenberg unter dem Stephansdachstuhl nicht passieren“, freut sich die Kulturamtsleiterin schon auf den kommenden Donnerstag.

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