Feinplanung für  knapp 9 Mio. Euro teuren OP-Neubau läuft

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Dieser Plan zeigt die drei neuen OP-Säle.

Plettenberg - Der Umbau des Krankenhaus-Foyers  ist gerade abgeschlossen, doch hinter den Kulissen laufen bereits die Planungen für ein noch viel größeres  und zukunftsweisendes Projekt der Radprax-Gruppe: den OP-Neubau.  

Die beiden vorhandenen Operationssäle entsprechen zwar allen medizinischen Anforderungen – die Personalschleusen und Zugangswege genügen aber nicht mehr den Anforderungen der Berufsgenossenschaft. Dies erklärte Karl-Heinz Andro, Geschäftsstellenleiter des Landesverbandes der Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in Düsseldorf.  Die DGUV kategorisiert die Krankenhäuser gemäß eines Verletzungsartenverzeichnisses. So dürfen die Betroffenen bei Arbeitsunfällen mit schweren Verletzungen zwar in Plettenberg erstversorgt werden, müssen dann aber in eine Klinik mit einer höheren Versorgungsstufe verlegt werden. Genau diese nächste Stufe würde das heimische Krankenhaus nach dem OP-Neubau gemäß der DGUV-Vorgaben erklimmen.

 Die Zusage liegt bereits vor. Dem Radprax-Krankenhaus winkt damit eine lukrative Zusatzeinnahme, denn dann können sämtliche Arbeitsunfälle auch im Plettenberger Krankenhaus behandelt werden – ohne Verlegung. Für den dazu notwendigen OP-Neubau laufen aktuell die Planungen auf Hochtouren. „Wir haben verschiedene Optionen geprüft – auch den Neubau im laufenden Betrieb“, so Teichmann. Doch die Kosten für angemietete Ersatzcontainer mit OP-Technik seien so hoch, dass aktuell ein rund 24 x 27 Meter großer Anbau favorisiert werde.

Geschäftsführerin Barbara Teichmann mit den Plänen. 

 „Wir befinden uns gerade in der Feinplanung für den OP-Neubau. Das grobe Konzept steht“, sagte Teichmann, die die Architektenpläne derzeit bearbeitet. Um die Gesamtkosten zu reduzieren, wurde der Neubau weniger ausladend gestaltet als ursprünglich geplant, was die geschätzten Baukosten auf rund 8 bis 9 Millionen Euro reduzierte. „Es wird gespart an der Bauausführung, aber nicht an der notwendigen Technik“, erklärte die Geschäftsführerin.

 Aktuell sehen die Planungen den Neubau von drei hochmodernen und volldigitalen Operationssälen vor. Als Besonderheit sollen die Operationsräume mit großformatigen Landschaftsbildern aus Plettenberg versehen werden. Allerdings dürften die Bilder wohl nur den OP-Mitwirkenden ins Auge fallen. „Wenn jemand auf dem OP-Tisch etwas davon sehen würde, hätten die Anästhesisten etwas falsch gemacht. Uns geht es vielmehr darum, den Mitarbeitern ein schönes Arbeitsumfeld zu bieten“, sagte Teichmann. 

Wann die Arbeiten starten, sei noch offen. Ihr Ziel sei es, in Abstimmung mit den Radprax-Gesellschaftern den Bauantrag bis zum Sommer bei der Stadt einzureichen, um noch in diesem Jahr den Spatenstich für den millionenschweren OP-Anbau feiern zu können. Nach der Fertigstellung sei es dann möglich, deutlich mehr Operationen im Bereich der Endoprothetik durchzuführen, was ebenso wie die Arbeitsunfälle, die zusätzlich behandelt werden können, die Einnahmenseite deutlich verbessere. In den aktuellen OP-Sälen soll nach Fertigstellung der neuen OP-Säle der internistische Untersuchungsbereich konzentriert werden. Weitere wichtige Standbeine des Krankenhauses seien der Geriatriebereich, der im Neubau erweitert werden könne, sowie das diabetologische Fußzentrum von Dr. Gerd Friese.

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