Wohnungen ohne Balkon in Plettenberg unvermietbar: Pfiffige Lösung gefunden

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Kommt ein Balkon eingeschwebt: Am Geschäftshaus Perlitz (Miss Sporty) an der Wilhelmstraße wurden am Donnerstag zwei Fix-und-fertig-Balkone angebracht. Die Lösung des Stahlbauers aus Rölleken ist hochspannend, denn man kommt ohne Stützen aus.

Plettenberg - Kommt einfach ein Balkon angeflogen . . . und wird ohne Stützen mit dem Haus verschraubt: Mit einer genialen technischen Lösung begegnen ein Stahlbaubetrieb und ein Vermieter einem großen Problem.

Vermieter, die eine Etagenwohnung anbieten, kennen die Frage nur zu gut, ob die Behausung einen Balkon habe. Sie haben schlechte Karten, wenn sie die Frage verneinen müssen – Wohnungen ohne Freisitz sind praktisch unvermietbar. 

Deshalb hat die Nachrüstung von Balkonen auch bei Wohnungsbaugesellschaften Priorität. Man kennt solche Konstruktionen, bei denen Balkone auf Stahlstützen stehen, vom Eschen oder aus der Kersmecke. Was aber, wenn ein Haus an der Straße steht und kein Vorgarten die Stahlstützen aufnehmen kann? 

Der Plettenberger Geschäftsmann Detlef Perlitz stand genau vor diesem Problem: Das Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Wilhelmstraße / Graf-Dietrich-Straße steht direkt am Straßenraum. Nachträgliche Balkone müssten dort ohne Abstützung auskommen, denn am Boden wird jeder Quadratzentimeter gebraucht. Perlitz suchte nach einer technischen Lösung, um dieser speziellen Situation gerecht zu werden – und wurde fündig. Frei nach dem Motto „Wieso in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah“ stieß er auf einen Attendorner Stahlbaubetrieb, der für das Perlitz’sche Problem eine Idee entwickelt hatte und ein Angebot machte. 

Am Donnerstag war es soweit: Am Vormittag schwebten zwei Balkone ein, geliefert vom Stahlbau Peter Baumhoff aus Attendorn-Rölleken. Die Besonderheit ist die freitragende Konstruktion. Mit einem Kran wurden die Balkone jeweils ans Haus geschwenkt; von einer Arbeitsbühne aus konnten die Baumhoff-Mitarbeiter dann die Befestigung am Haus vornehmen. 

Andr´e Freund von der Bauschlosserei – er montierte die Balkone gemeinsam mit seinem Kollegen Sebastian Sauer – erklärte die Konstruktion. An den hoch nach den ragenden Langsstreben sind zwei mal vier Löcher für Gewindestangen, die durch Bohrlöcher durch die komplette Wand ins Haus geschoben werden. Edelstahl-Gewindestangen M16 werden vorne verschraubt, im Raum mit Stahlplatten 300 X 300 mm und Muttern gekontert. An der Unterseite der Balkone gibt es weitere vier Löcher, in die in der Wand zu verklebende Schrauben zu sitzen kommen. 

Auf diese Weise wird der Balkon solide an der Hauswand befestigt, ohne dass es einer Stützkonstruktion bedarf. Voraussetzung sei die Freigabe durch einen Statiker. In der Innenstadt kam für einige Stunden die Erfordernis hinzu, die Straße für den Kran sperren zu dürfen. Der sorgte übrigens für Aufsehen – und spontan erkundigten sich Hausbesitzer nach der Balkonlösung . . .

Stefan Aschauer-Hundt

Hier gehts zur Seite des pfiffigen Stahlbauers:

http://www.peter-baumhoff.de/

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