Ab Februar 2019 beginnt ein neuer Ausbildungskurs für Ehrenamtliche

Notfallseelsorger gesucht: Da sein und Trost spenden

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Die Notfallseelsorger von Plettenberg und Herscheid wurden beim diesjährigen Neujahrsempfang mit der Ehrenmedaille der Stadt Plettenberg für besondere Dienste ausgezeichnet.

Plettenberg - Manchmal entscheiden nur Sekunden über Leben und Tod und am Ende bleibt oft nur die Frage nach dem „Warum?“ Nicht selten kommt der Tod unerwartet für die Hinterbliebenen. Notfallseelsorger springen in diesen Fällen als Trostspender ein und leisten damit eine wichtige Aufgabe im Hintergrund des Geschehens.

Diakon Klaus Salscheider aus Plettenberg ist schon seit vielen Jahren Notfallseelsorger. „Eigentlich von Anfang an“ sagt der Diakon der Ev. Kirchengemeinde. Damit meint er, dass er seit der Gründung im Jahr 2001 mit an Bord des aktuell 15 Mann starken Teams ist. Ab Februar beginnt ein neuer Kurs für angehende Seelsorger (siehe Info-Telegramm). 

Klaus Salscheider hat schon vieles als Notfallseelsorger erlebt – kein Fall war wie der andere. „Man kommt zum Ort des Geschehens und weiß nicht, was einen erwartet – das ist eigentlich immer so“, weiß der Notfallseelsorger. Die 15 Aktiven in Plettenberg und Herscheid sind rund um die Uhr im Einsatz. Jeder von ihnen hat eine Woche lang Rufbereitschaft. „Man muss sich das vorstellen, wie bei der Freiwilligen Feuerwehr. Passieren kann etwas 24 Stunden, sieben Tage die Woche“, erklärt Salscheider. 

Den Tod kann eben niemand planen, er kommt einfach, und oft ohne jegliche Ankündigung. Die Hauptaufgaben der Ehrenamtlichen bestehen im Notfall darin, den Angehörigen und Beteiligten Trost zu spenden und Beistand zu leisten. „Oft geht es einfach nur darum, zuzuhören und da zu sein“, weiß Salscheider aus Erfahrung. Jemanden an die Hand nehmen und sich Zeit nehmen. 

Voraussetzungen sind möglichst berufliche Erfahrungen im Umgang mit Menschen sowie Lebenserfahrung, Empathie, hohe psychische Belastbarkeit, Bereitschaft zur Aus- und Fortbildung, Flexibilität und Zugehörigkeit zu einer Kirche. 

 Interessierte erwartet nach einem Eignungsgespräch eine mindestens 80-stündige theoretische Ausbildung als Vorbereitung auf seelische Notfalleinsätze und deren Begleitung. Der Einsatz erfolgt nach weiterer praktischer Erfahrung vor Ort in einem Rufbereitschaftssystem, das unter kirchlicher Leitung steht. „Wir würden uns riesig freuen, wenn sich jemand meldet, der zukünftig unser Team verstärken möchte“, freut sich Klaus Salscheider auf Interessierte, die sich zu dem Ausbildungskurs für Februar anmelden möchten. 

Mitmachen kann eigentlich jeder Erwachsene. „18 ist allerdings meiner Meinung nach sehr jung. Es sollten schon Personen sein, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen und auch beruflich die Zeit für solch eine Tätigkeit haben“, so Salscheider. 

Der erfahrene Diakon weiß, dass es nicht einfach ist, Seelsorger anzuwerben, da viele Menschen das Thema Tod und Trauer scheuen. Andererseits weiß er aber auch, dass es sich lohnt, dieses Ehrenamt auszuüben: „Die Menschen, denen wir helfen können, bringen uns so viel Dankbarkeit entgegen – das gibt einem wirklich ein gutes Gefühl. Man kann wirklich etwas Sinnvolles tun“, appelliert er und hofft, dass sich Freiwillige melden.

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